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Seit 50 Jahren sorgt das schweizer Unternehmen für höchste Qualität auch in hohen Lagen. Fotos: HUGO WOLF AG

Hugo Wolf AG

50 Jahre massgeschneidertes Kabinenkonzept

Mit der Wolfkabine machte man damals den Schritt in Richtung Zukunft und auch heute behält man die Blickrichtung bei.

 

Im Alter von 25 Jahren gründete Hugo Wolf 1968 seine Firma in Bösingen, ein halbes Jahrhundert später kann das Schweizer Qualitätsunternehmen stolz auf die Unternehmensanfänge zurückblicken. Mit einem Hintergrund im Kunststoffverarbeitungsbereich und vielen Ideen wollte sich der Jungunternhemer der Herausforderung der Selbstständigkeit stellen.

 

Das Ziel des Schweizers war es zu versuchen, mit seinen kreativen Lösungen und neuen Wegen in der Verfahrenstechnik, sich auf dem Markt durchzusetzen. „Am Anfang war es wirklich nicht leicht. Ich war eigentlich immer im Betrieb und habe in allen Bereichen mitgearbeitet. So etwas geht nur mit einer sehr verständnisvollen Ehefrau und viel Durchhaltevermögen.“ erinnert sich Hugo Wolf an seine Anfangsjahre.

GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff)

Gleich zu Beginn nutzte man die Vielseitigkeit der glasfaserverstärkten Kunststoffe und konnte so ein breites Spektrum an Serviceleistungen anbieten. Hier wurde der Grundstein für den späteren Ausbau und Schwerpunkt in diesem Bereich gelegt. Von Sicherheitsbeschichtungen bis hin zu Schalldämmgehäusen war alles dabei. Durch die positiven Reaktionen auf das Angebot schaffte man es, sich in nur wenigen Jahren auf dem Markt zu etablieren.

 

Das war aufgrund des Produktionsstandortes Schweiz gar nicht so einfach. Da höhere Löhne und Unkosten bezahlt werden mussten, war es schwer die preisliche Konkurrenzfähigkeit der Produkte zu garantieren. Die Firma benötigte daher einen Artikel, mit dem eine Unterscheidung zu anderen Unternehmen noch besser möglich war und auch das Innovationsdenken der Schweizer verdeutlicht wurde. Mit der Weiterentwicklung einfacher Container aus England zur formschöneren und strapazierfähigeren Wolfkabine konnte genau das erreicht werden.

Raphael Reinle

Stv. Verkaufsdirektor bei GARAVENTA

„Heute hat man oft nicht viel Zeit um eine Bahn zu bauen. Die Steuerung muss schnell installiert werden können und deshalb muss auch die Kabine rasch fertig sein. Bei der HUGO WOLF AG weiß ich, dass ich gute Qualität in Bezug auf Dauerhaftigkeit und Dichtigkeit der Kabinen bekomme und auch die immer strengeren Brandschutzbestimmungen wurden bei jedem Projekt zur vollsten Zufriedenheit umgesetzt.“

Die ersten Wolfkabinen wurden als Pförtnerhäuser für die Armee verwendet und auf alten Saurer Lastwagen transportiert

Aushängeschild Wolfkabine

Die Herausforderung bei der Entwicklung der Wolfkabine war es, eine Alternative zu herkömmlichen Produkten, wie etwa dem bekannten Normcontainer zu bieten. Die Raumeinheit sollte nicht nur Schall- und thermisch gedämmt sein, sondern auch eine gewisse Mobilität garantieren, damit eine Umpositionierung ermöglicht werden konnte. Für einen solchen Transport war es jedoch notwendig ein Kabinensystem mit möglichst wenig Eigengewicht zu entwickeln.

 

Es wurde aber nicht nur ein Anspruch auf die physikalischen Eigenschaften, sondern auch auf ein ansprechendes Äußeres gelegt. Der erste größere Auftrag für diese Wolfkabinen stammte von einem Fleischverarbeitungsbetrieb. Diese benötigten mobile, schallgedämmte und korrosionsfreie Kommunikationszentralen, welche ganz nach Kundenwunsch auch mit der entsprechenden Infrastruktur zum Betreiben der damaligen EDV gebaut wurden.

 

Relativ rasch nach der Entwicklung dieser Kommandoräume folgte auch die Erweiterung der Produktpalette. Mit der Wolfkabine Typ Alpine sollte nun auch der Bereich Seilbahnen und Bergstationen beliefert werden. Auch hier wollte man eine Verbesserung der bereits vorhandenen Systeme bewirken. Früher waren die Stationen nämlich offen, was einen Aufenthalt zu einem kühlen und unangenehmen Erlebnis machte. Die abgedeckten Stationen mit aufgedruckten Farben und Logos der WOLF AG wirkten zu dieser Zeit futuristisch und passten genau zum damalig herschenden Zeitgeist, weshalb sich diese auch sehr schnell durchsetzten.

Vor allem durch eine sehr gute Isolierung sowie durch ein sehr geringes Eigengewicht konnten die, in sich geschlossenen Kunststoffkabinen punkten. Heute werden an die strapazierfähigen Raumeinheiten immer höhere Ansprüche gestellt, weshalb man in Seftingen das 50-Jährige Jubiläum als Anlass genommen hat den Verkaufsschlager Wolfkabine weiterzuentwicklen. Die Kabinen der neuen Generation werden nicht nur mit LED- und Infrarotheizung ausgestattet sondern auch weiter an die D-Line der Firma GARAVENTA angepasst.

1991 haben die Hugo Wolf AG und GARAVENTA das erste Mal in Chateau d´Oex für eine Seilbahnabdeckung aus GFK zusammengearbeitet.

Brandschutz

Das Thema Sicherheit war immer ein Schwerpunkt des Unternehmens, besonders auf den Brandschutz hat man sich dabei schon sehr früh spezialisiert. Doch auch hier musste man anfangs eine passende Lösung für die vorhandenen Gegebenheiten finden. Bei Stromausfällen war häufig ein dieselbetriebener Generator zur Überbrückung vorgesehen, welcher jedoch ein erhöhtes Feuerrisiko mit sich brachte.

 

Das bedeutete jedoch auch, dass ein schwer entflammbares Material für die Wände sowie die Fenster bei der Fertigung verwendet werden musste. Durch Aufträge, welche verschiedene Ansprüche an die Kabinen setzten, konnten diese ständig weiterentwickelt und modifiziert werden. Die gute Qualität der Produkte sowie die gebotenen Gesamtlösungen werden auch von den Kunden sehr geschätzt, wodurch sich langjährige Partnerschaften ergeben haben, wie etwa mit dem Unternehmen GARAVENTA.

 

„Die Zusammenarbeit hat über die Jahre so gut funktioniert, weil die Firma sehr verlässlich und ein Experte im Brandschutz ist. Wenn wir für ein Projekt mit der WOLF AG zusammengearbeitet haben, wussten wir, dass die Abnahme kein Problem darstellen wird,“erzählt Raphael Reinle. Für das Seftigener Unternehmen bedeutet das viel Recherche, Planung und Entwicklung bei jedem Projekt. Es müssen zuerst die Wind- und Wasserverhältnisse geprüft werden, um die nötigen Maßnahmen für den Feuerschutz daraus herzuleiten.

So werden auch scheinbar kleine Projekte schnell sehr komplex. Der einstige Jungunternehmer war ein interessierter Tüftler und so wagte man sich auch immer wieder an neue Bereiche heran. Wie etwa beim Bau von Motorrädern und Seitenwägen aus Polyester. Der neue Vorstand des Unternehmens hat nicht nur das Wissen des Firmengründers übernommen, sondern auch den Ideenreichtum. So konnten André und Georges Sommer schnell einen Weg finden, ein halbes Jahrhundert Wissen mit einem innovativen Weg in die Zukunft zu kombinieren.

Wissenswertes

• ungefähr 500 Wolfkabinen stehen in den Bergen

• über 100 Bergbahnen zählen zu den Firmenkunden