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Nach drei Jahren Bauzeit wurde das gigantische Projekt auf der Zugspitze fertiggestellt. Foto: Bayerische Zugspitzbahn-Matthias Fend

Stahlbau Pichler

1.016 Tonne Stahl über steil abfallendem Bergmassiv montiert

Ein Projekt der Superlative wird im Dezember auf der Zugspitze und nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt. Engster Raum und extreme Wetterbedingungen machen den Bau zur technischen Meisterleistung. Das Südtiroler Unternehmen STAHLBAU PICHLER ist einer der Meister!

 

Es war ein Projekt, das nicht nur in die Unternehmensgeschichte der Bayerischen Zugspitzbahn AG eingeht: Deutschlands höchster Berg hat eine neue Seilbahn bekommen. Ein Unterfangen, dessen Planungsphase allein drei Jahre beanspruchte. Zu den größten Herausforderungen zählten nicht nur die Höhenlage und die Wetterbedingungen auf knapp 3.000 Metern über dem Meeresspiegel, sondern auch die exponierte Lage der Baustelle am Berg sowie das Thema Logistik.

 

„Denn im Gegensatz zu Baustellen im Tal muss auf der Zugspitze vom Beton bis zum Stahlträger alles just-in-time angeliefert werden, da die Lagermöglichkeiten sehr begrenzt sind“, schildert Michael Istenich, Verkaufsleiter von Stahlbau STAHLBAU PICHLER. Im Herbst 2014 fiel der Startschuss für das 50 Millionen-Euro-Projekt.

 

 

Im Vordergrund standen zunächst die Baustelleneinrichtung sowie infrastrukturelle Maßnahmen im Bereich Baustellenzufahrt. Nach der aufwendigen, jedoch erfolgreichen Montage des ersten Baukrans im Juni 2015 erfolgte die Errichtung der für die Logistik am Berg unabdingbaren Materialseilbahn.

Die Monteure hatten mit extremsten physischen und psychischen Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Fotos: Bayerische Zugspitzbahn-Matthias Fend

500 Fahrten mit Materialseilbahn

„Im April 2016“, so erzählt Istenich, „ging es mit den Stahlbauarbeiten für uns los und im Oktober haben wir mit der Fassadenumsetzung begonnen. Bevor allerdings die Monteure, Baukräne und der Raupenkran auf dem Berg ihre Arbeit verrichten können, werden die Stahl- und Fassadenelemente an der Talstation vormontiert bevor sie mittels Materialseilbahn zur Baustelle transportiert werden. Bis zum Ende der Bauzeit sind 500 Materialfahrten eingeplant.“

 

Ferner entschied sich STAHLBAU PICHLER im Zuge der Projektplanung bei der Stahlbauumsetzung auf der Südseite zur Einrüstung der Stahlstützen. Aufgrund der alpinen Höhe von 2.960 Metern findet die Umsetzung vor allem am Nordteil über steil abfallendem Bergmassiv statt und fordert die Monteure physisch und auch psychisch. „Am Ende wird STAHLBAU PICHLER 1060 Tonnen Stahl verarbeitet und 5.930m2 Fassade umgesetzt haben“, schildert Istenich eindrucksvoll.

 

Im alten Stationsgebäude wurde der Bau eines sogenannten „Druckriegels“ eingeleitet. Dieses brückenartige Betonbauwerk verbindet die beiden Tragseiltürme der Bahn nördlich der Station mit dem Rückspannbauwerk auf der Südseite verbinden. Grund: Die neue Bahn übt Druckkräfte auf die Nordseite aus, die der Druckriegel zur Entlastung auf die Südseite umlenken soll.

Zahlen im Überblick

Die Station verfügt über drei Ebenen samt Gastronomie zur Bewirtung der Gäste sowie eine Gipfelterrasse mit Rundum-Panoramablick. Sie wird Zugang zum Münchner Haus und zur benachbarten Tiroler Zugspitzbahn bieten. Die Bahnsteige sind voll verglast, damit schon Ein- und Ausstieg dem optischen Erlebnis des überwältigenden Bergpanoramas ringsumher dient.

 

Das riesige Treppenhaus aus Glas und Stahl an der Südseite, ganz und gar das Werk von STAHLBAU PICHLER, ist zwischen zweiter und dritter Etage mit Sitzstufen ausgestattet worden: Hier ist sozusagen ein Amphitheater für den Chor der Berggipfel entstanden, als Ersatz für die bis 1990 an dieser Stelle gelegene Sonnenterrasse. Das Treppenhaus wurde als eines der ersten Teile der Bergstation errichtet. Im April hat zudem der Bau der Talstation begonnen und konnte im Dezember fertiggestellt werden.

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