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Die Bahn über den See sorgt für viel Diskussionsstoff in der Politik. Die Bevölkerung freut sich weitgehend auf die Attraktion. Renderings: Zürcher Kantonalbank

Privates Projekt in Zürich

Zum Jubiläum eine 3S-Bahn

Fünf Jahre mit der Seilbahn über den Zürichsee - oder vielleicht länger. Das Projekt wird gelobt und getadelt. Doch wenn es kommt, ist es vom Feinsten.

 

Der Plan ist genial. Die Renderings überzeugen von der Exklusivität dieser Attraktion, welche die Zürcher Kantonalbank als zentralen Bestandteil ihrer Jubiläumsaktivitäten gewählt haben. Anlässlich ihres 150. Geburtstages im Jahre 2020 spendiert die Bank der Bevölkerung und den Gästen für fünf Jahre eine 3S-Bahn von DOPPELMAYR/GARAVENTA über den See.

 

In der Schweiz wird viel diskutiert über Seilbahnen zur Unterstützung des öffentlichen Nahverkehrs. Sie erhalten die Lebensqualität und sind mehr als nur Transportmittel. Sie fungieren als Blickfang und sorgen für Unverwechselbarkeit der Destination.

 

Dass aber eine Bank den Menschen ein temporäres Geschenk macht, mit dem sie über einen See schweben können – das ist absolut einzigartig. Aber die Zürcher Kantonalbank will ihren 150. Geburtstag nachhaltig feiern. Und so entstand die Idee, die nun mit GARAVENTA Schweiz geplant und als DOPPELMAYR/GARAVENTA 3S-Bahn umgesetzt werden soll. 

14 Kabinen mit einer Kapazität von jeweils 35 Personen bringen dann ab 2020 die Menschen von der Landiwiese zum Zürihorn und zurück. 4.000 Personen können bei Maximal-Geschwindigkeit pro Stunde transportiert werden. Und das von 10 bis 19 Uhr – von Mitte September bis Mitte Mai. Im Sommer – also von Mitte Mai bis Mitte September – verlängern sich die Betriebszeiten noch bis 22 Uhr.

 

 „Die Bahn ist eine Attraktion und nicht ein Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes“, betont Katharina Wälchli von der Presseabteilung der Zürcher Kantonalbank. Und deshalb, so die Sprecherin, wird diese Seilbahn als Jubiläumsaktivität nur temporär betrieben werden. Nach fünf Jahren soll der vollständige Rückbau der 1,4 Kilometer langen Seilbahn erfolgen. Das wird ein Symbol für Aufbruch und Visionen.

 

Die ZüriBahn soll ein Symbol sein, neue Wege zu gehen. Sie will dazu anregen, über Verkehrsfragen nachzudenken, die zu den großen Gesellschaftsfragen von heute und morgen gehören. Und sie möchte der Bevölkerung und den Besuchern des Kantons Zürich ein Erlebnis bieten, von dem auch die nächste Generation noch hören wird – wie bei der Landi-Bahn von 1939 und der Seilbahn anlässlich der Gartenbauausstellung von 1959.

 

Derzeit wird mit Behördenvertretern eine konkrete Umsetzung evaluiert, weshalb sich das skizzierte Projekt noch verändern kann. Das ordentliche Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr soll bis Mitte 2019 zur Baubewilligung führen.

 

So wohl die Kantons- als auch die Stadtregierung von Zürich befürworten das Projekt. Im Jubiläumssommer 2020 soll zudem auf einem Teil der Landiwiese ein öffentlicher Erlebnisgarten als Begegnungsort entstehen. Er soll auf einer Fläche von 10.000 bis 15.000 Quadratmetern Menschen, Kultur und Natur verbinden und zum Verweilen, Innehalten und Genießen einladen.

 

Martin Scholl, Vorsitzender der Generaldirektion der Zürcher Kantonalbank, sagt: „Es ist uns wichtig, die Zürcher Bevölkerung bereits jetzt einzubeziehen und unsere Vision einer Seilbahn zu teilen. Die Begeisterung über die Seilbahnen von 1939 und 1959 stimmt uns zuversichtlich, dass die ZüriBahn auch im 21. Jahrhundert Freude bereiten wird.“ Diese Attraktion als Freizeitspaß und Diskussions-Anregung will sich die Zürcher Kantonalbank 40 bis 60 Millionen Franken kosten lassen. ah