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Die Bergstation der Valluga II-Bahn. Foto: IBB

Brandner

Konzessionsvertlängerungen: Wenn Seilbahnen in die Jahre kommen

Konzessionen für Seilbahnen werden je nach Seilbahnsystem für 40 bis 60 Jahre erteilt. Noch vor Ablauf dieser Zeit müssen sich Betreiber um eine Verlängerung bemühen. Dann kommen Experten zum Einsatz, wie z.B. das Team vom Ingenieurbüro BRANDNER.

 

1986 wurde das Ingenieurbüro von Andreas Brandner gegründet. Das heutige Team besteht aus sechs Mann, allesamt Experten auf den verschiedensten Gebieten wie Ingenieurbau, Bauorganisation, Schutzbauten, Geotechnik und Seilbahnbau. „Der Seilbahnbau“, so erzählt Andreas Brandner, „macht ca. 50 Prozent unserer Aufträge aus.

 

Wir haben uns dabei zum Ziel gesetzt für unsere Kunden eine für sie passende, kreative und technisch hochwertige Lösung zu liefern. Dabei ist uns der enge Kontakt und Austausch während der Planungsphasen besonders wichtig!“ Und so gehört es auch zum Arbeitsalltag, dass nicht nur ein Mitarbeiter ständig am Projektort anwesend ist, sondern, dass sich auch der Chef persönlich sehr oft an Ort und Stelle über den Baufortschritt einen Überblick verschafft. „Daneben“, so Brandner weiter, „ist es uns auch ein großes Anliegen, eine zufriedenstellende wirtschaftliche Lösung zu finden.“

Konzessionsverlängerungen nur mit strengen Auflagen

Das gilt nicht nur bei neuen Anlagen, sondern vor allem auch bei Seil- oder Sesselbahnen, die schon in die Jahre gekommen sind. „Wir erstellen Gutachten, die den Behörden als Vorlage für Konzessionsverlängerungen dienen. Die Kosten sollen möglichst niedrig gehalten werden, dennoch muss die maximale Sicherheit gewährleistet werden.“

 

Im Regelfall betragen die Laufzeiten von Seilbahnen je nach System 40 bis 60 Jahre. Die gesetzlichen Bestimmungen für eine Konzessions- bzw. eine Verlängerung sind ausführlich im Seilbahngesetz 2003 verankert. „Wird eine Konzessionsverlängerung beantragt“, schildert der Experte, „muss darauf geachtet werden, dass dies rechtzeitig vor Ablauf der Frist geschieht“.

 

Für das Verfahren selbst muss ein Seilbahnbetreiber je nach Anlage zwischen einem halben und einem Jahr einplanen. Ein großen Brocken Zeit verschlingt dabei schon allein die Analyse des Ist-Zustandes. „Hier brauchen wir im Durchschnitt zwischen 3 bis 4 Monate, um festzustellen, welche Mängel oder Ermüdungserscheinungen bestehen bzw. welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um ein Weiterfahren der Bahn zu ermöglichen.“

 

Wird die Frist der Konzessionsverlängerung übersehen, geht dies für den Betreiber böse aus. „Solche Fälle gibt es leider“, berichtet Brandner, „und wenn das passiert, muss die Anlage bis zu den Fundamenten hin abgebaut werden. Oder die Anlage muss nach der neuen Gesetzeslage wie eine Neuanlage bewilligt werden. Drum kann ich nur jeden Betreiber raten, sich rechtzeitg um den Antrag zu kümmern!“ Nach der Ist-Zustand-Anlayse folgen die notwendigen Umbauten. „Oftmals müssen z.B. Stützenköpfe verstärkt werden, da sie der heutigen, meist höheren Förderleistung nicht mehr Stand halten“.

 

Sehr streng sind die Gesetzte auch was den Brandschutz betrifft. „Nach der Katastrophe in Kaprun im Jahre 2000, bei der 155 Menschen in der Gletscherbahn starben, sind die Auflagen hier extrem verschärft worden“, erzählt der erfahrene Ingenieur. Einheitliche Normen zu schaffen, so Brandner, sei sehr vernünfig und dennoch stelle sich manchmal in der Praxis die Frage, ob die Richtlinien in Bezug auf den Brandschutz für jede Bahn gleich sein sollten.

 

Denn es sei ein Unterschied, ob eine Seilbahn über ein Gletschergebiet hinwegfahre oder etwa über dicht besiedeltes Wohngebiet. Das Ingenieurbüro BRANDNER hat sich seit seinem Bestehen sowohl bei Kunden, Herstellern aber auch bei Behörden einen guten Namen gemacht und es gibt viele anspruchsvolle Herzeigeprojekte in Österreich und im angrenzenden Ausland.

 

„Eines unserer jüngsten Projekte ist gerade in Deutschland in der Nähe von Thüringen in Arbeit. Aber auch im Inland, vor allem am Arlberg (Vallugabahn, Rüfikopfbahn), konnten wir in den letzten Jahren erfolgreich dafür sorgen, dass die Seilbahnen auch noch in den nächsten Jahrzehnten die Fahrgäste sicher auf den Berg bringen.“ bm