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Foto: TVB St. Anton am Arlberg/Josef Mallaun

Gericht kippt Verbindung Kappl-St. Anton

Die Reaktionen der Skigebiete und des Fachverbandes

Nach einem viertägigen Verhandlungsmarathon in Wien hob das Bundesverwaltungsgericht die Genehmigung für die geplante Skigebietsverbindung Kappl – St. Anton auf.

 

In der mündlich verkündeten Erkenntnis hieß es letztlich, dass die Interessen des Naturschutzes die touristischen Interessen überwiegen würden. Eine ordentliche Revision wurde nicht zugelassen.

 

„Wir sind nach wie vor davon überzeugt ein verträgliches und nachhaltig das sinnvollste Projekt eingereicht zu haben. Sonst hätten wir in erster Instanz des UVP-Verfahrens nicht recht bekommen. Dass nun die zweite Instanz diese Entscheidung kippt, ist für uns und besonders für unsere Partner in Kappl betrüblich, aber zur Kenntnis zu nehmen“, stellen die Vorstände der Arlberger Bergbahnen Mario Stedile-Foradori und Walther Thöny fest.

 

Besonders im Lichte der Ursprungsidee des Tiroler Seilbahnprogramms, das die Verbindung von Kappl mit St. Anton als begrüßenswertes Idealprojekt bezeichnet hatte, ist die nunmehrige Entscheidung bedauerlich.

 

Dabei halten die Vorstände der ABBAG fest: „Dass wir unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern und unseren Destinatiosnpartner gegenüber verantwortlich sind und für uns der Blick nach vorne zählt.“

Entscheidung für Franz Hörl ein trauriger Tiefpunkt in der Geschichte der UVP

„Das heute ergangene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zeigt, wie Gutachter ein sinnvolles, schonendes und nachhaltiges Projekt mittels löchrigen und fehlerhaften Gutachten zu Fall bringen können“, Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes Seilbahnen Österreich, die mündlich verkündete Entscheidung des Berufungsgerichts in Wien.

 

Für Hörl ist die Entscheidung selbstverständlich zur Kenntnis zu nehmen aber für die Zukunft regt der Landesobmann des Tiroler Wirtschaftsbundes deutlich höhere Qualitätskriterien für Gutachter in so sensiblen Projekten an. „Hier wurde die Zukunft vieler tausend Menschen im vorderen Paznauntal über die Klippe geworfen, weil eine Landschaftsgärtnerin sich angemaßt hat über touristische Perspektiven ein Urteil abzugeben“, kritisiert Hörl das Gutachten der BOKU-Professorin Pröbstl-Haider massiv.

 

Für Hörl muss sich auch die finanzielle Belastung derart umfangreicher UVP-Verfahren betreffend etwas ändern: „Die Arlberger Bergbahnen haben über 2 Millionen Euro in dieses Verfahren investiert. Das ist kein Sieg für die NGOs und für einen verantwortungslos agierenden Landesumweltanwalt, sondern ein trauriger Tag für die Menschen in Kappl.“ Für die Zukunft fordert Hörl eine Zertifizierung von Sachverständigen. „Es sollten nur fachkundige Experten Gutachten erstellen dürfen! Was akademische Hobby-Gutachten anrichten können, müssen jetzt die Kappler ausbaden“, so Hörl.