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Die großglockner Hochalpenstraße hat eine lange Geschichte, die Johannes Hörl nicht nur kennt, sondern auch für spätere Generationen bewahren möchte.

Johannes Hörl

140 Kilometer Leidenschaft

Allein die einzigartige Großglockner Hochalpenstraße ist mit 48 Kilometern längstes Monument Europas und macht die Hochgebirgswelt für jeden erlebbar.

 

Die Faszination Bergwelt ist gerade in einem alpinen Land wie Österreich groß. Egal ob Winter oder Sommer, das Gebirge bietet die perfekte Kombination aus Erholung und Naturerlebnis. Dies war vermutlich auch ein Grund, warum vor allem die Großglockner Straße bereits in den Jahren nach ihrer Eröffnung 1935 zum Besucherhit wurde.

 

Durch den Bau dieser Alpenüberquerung konnte nun ein jeder Österreichs höchsten Berg (3.798 Meter) hautnah selbst erleben.

 

Dieser Ansturm ist bis heute ungebremst. In den 1990er Jahren wurden auf der Großglockner Hochalpenstraße erstmals seit der Ostöffnung eine Frequenz von 300.000 Fahrzeugen (BUS, Motorräder sowie PKW und E-Fahrzeuge) verzeichnet und knapp eine Million Besucher begrüßt.

 

 

Doch wie schafft man es ein komfortables und spannendes hochalpines Erlebnis zu bieten, ohne dabei die Natur außer Acht zu lassen? Johannes Hörl, Vorstand der GrOHAG investiert viel Energie, um die „natürlichen Spannungsfelder“ von Technik, Natur und Tourismus bestmöglich aufzulösen. Für ihn ist diese Straße nicht nur touristische Infrastruktur, sondern auch außerordenliches Natur- und Kulturerlebnis.

 

Wie Seilbahnanlagen erschließt die Großglocknerstraße auch hochalpines Gelände und greift in die Natur ein. Der Salzburger ist sich dessen bewusst und versucht deshalb die Vielfalt der Natur im größten Nationalpark Zentraleuropas, den Hohen Tauern, zu präsentieren und trifft alle nötigen Maßnahmen, um seine 48 Kilometer lange Landschaft für die Zukunft zu bewahren.

 

Seit dem Spatenstich im Jahr 1930 hat sich einiges getan. Zwar war die Straße rasch ein Besuchermagnet, doch mit der Zeit änderte sich das Denken der Menschen und aus einem transalpinen Verkehrsweg wurde nach der Gründung des Nationalparks Hohe Tauern im Jahr 1981 eine der schönsten und bekanntesten Panoramastraßen der Welt. Das Bewusstsein für die Natur war hier immer groß, doch auch die zu fi nanzierenden Projekte wurden immer zahlreicher und vielseitiger.

Vielfältige leidenschaft: 1 Zu Beginn musste die Glocknerstraße noch per Hand geräumt werden.

2 Der rotationspflug System Wallak im Einsatz.

Bilden um zu Bewahren

Das Ziel von Hörl ist es durch Modernisierung und Information, die Erhaltung der Schönheit und Artenvielfalt an dieser hochalpinen Strecke, auch für die Zukunft zu bewahren. Der Manager ist bereits seit zehn Jahren Vorstand der GrOHAG und vertritt in diesem Zusammenhang klare Werte: „Wir setzen auf Bewusstseinsbildung, intensives Natur-Erleben, Information und auf intelligente Lenkungsmaßnahmen.“

 

Im Zuge des selbstgesetzten Bildungsauftrages wurden knapp 80 naturgerechte Pulttafeln aus Holz aufgestellt, welche den Gästen wichtige Informationen über region und Umwelt vermitteln. Außerdem wurden bereits vor Jahren ein Mülltrennsystem, ein Nachtfahrverbot und auch ein personenbezogener „Öko-Tarif“ eingeführt.

 

Neben eigener Solarstrom- Erzeugung und zwölf E-Ladestationen werden Forschung betrieben und Projekte unterstürzt, welche sich dem Lebensraum der hochalpinen Fauna und Flora widmen.

 

Dieses Bewusstsein ist nicht nur in der Großglockner Hochalpenstraße, sondern in allen Betrieben der GrOHAG Gruppe verankert. Zu dieser gehören die Nockalmstraße, die Villacher Alpenstraße, der ganzjährig betriebenen Gerlos Alpenstraße, die Goldeck Panoramastraße und die WasserWelten.

3 Einmaliges Gebirgspanorama bei jeder Kehre.

4 Am Fuße der höchsten Berge Österreichs, Kaiser Franz Josefs Höhe (2.367m).

Fotos: Großglockner Hochalpenstraße

Erster Frühlingsbote – Durchstich

Ein besonderer Moment für Johannes Hörl ist jedes Jahr die Verkehrsfreigabe am Großglockner. Nach 100 Tagen Winter, Schnee und Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde, ist der feierlichen Durchstich eine willkommene Abwechslung.

 

Diesem gehen schweißtreibende Wochen voran, denn zuerst heißt es den Schnee von der Straße zu bekommen. In den Anfangsjahren schaufelten 350 GrOHAGgler sechs Wochen lang. Um diese zu entlasten wurden Ende der 1950er Jahre eigene erste Prototypen des rotationspfluges System Wallack mit raupenfahrwerk entwickelt.

 

Fünf dieser Giganten erleichtern auch heute noch die Schneeräumung. Während auf den 48 Kilometern keine Spur von Schneemangel herrscht, müssen manche Skigebiete jedes Jahr um Ihren Saisonstart bangen. Die GrOHAG ist deshalb oft auch die rettung für ein pünktliches Ski-Opening.

 

„Wir bekommen immer mehr Anfragen, ob wir nicht Schnee übrig hätten. Da helfen wir gerne aus, denn wir haben mehr als genug und ein funktionierender Wintertourismus hilft uns allen,“ erzählt Johannes Hörl lachend.

Events mit Aussicht

Aufgrund der einmaligen Lage ist vor allem die Großglocknerstraße immer wieder Veranstaltungsort spektakulärer Events. Damit der Salzburger aber grünes Licht gibt, muss zuerst geklärt werden, ob hier auch ein Mehrwert für die region entsteht.

 

Die WAVE, weltgrößter Teambewerb für Elektromobilität, die Aufmerksamkeit und Bewusstseinsbildung schaffen soll, ist nur ein gutes Beispiel. Jährlich werden viele Veranstaltungen vom GrOHAG-Team eingehend geprüft, die Standards sind hoch. Im Dreijahresrhythmus werden auch Besucherbefragungen durchgeführt.

 

Hier sieht Hörl, ob der Spagat zwischen Natur, Erlebbarmachen und touristischen Annehmlichkeiten funktioniert hat. Dabei wurde das hochgesteckte Ziel von einer 80 prozentigen Zufriedenheit bisher immer weit überschritten.

 

Für den Vorstand sind derzeit 97 Prozent Zufriedenheit eine schöne Bestätigung für die Arbeit und die Leidenschaft, die er und das gesamte Team in das Projekt Großglockner Hochalpenstraßen samt allen Betrieben stecken. tm