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Foto: Kitzsteinhorn

SI TrendCheck: Marketing Experte Oliver Pichler stellt Trends vor, die für die Seillbahn- und Tourismusbranche interessant sind.

Reisefreudigkeit und Reisehäufigkeit sind Top

„2019 urlaubten die Deutschen häufiger und teurer als im Vorjahr“, weiß FUR. „Die Reisefreudigkeit der Österreicher befindet sich auf Rekordniveau. 90 Prozent planen heuer zu verreisen“, hat Ruefa erhoben.

 

Zwei Studien – eine Tendenz: 2020 sollte ein sehr vielversprechendes Tourismusjahr werden.  Die deutsche Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), erwartet für 2020, dass der Wunsch nach Multi- Optionalität der Reisen weiter zunimmt.

 

Die Reisenden hätten heute mehr Interessen und Sehnsüchte, als sie in den Reisen eines Jahres umsetzen können. Das erhöhe den Wettbewerb, weil es Reisende beweglicher, flexibler und offener für neue Optionen macht.

 

18 Tage im Jahr auf Reisen

 

„90 Prozent der Österreicher planen für 2020 einen Urlaub. 23 Prozent nehmen sich drei und mehr Wochen dafür Zeit. 58 Prozent wollen ein bis drei Wochen verreisen. Im Schnitt dauern die Reisen insgesamt 18 Tage im Jahr“, hat der aktuelle Ruefa Reisekompass 2020 erhoben. Urlaub werde für die Österreicher immer wichtiger. Entspannung und Erholung, also Auszeit von Job und Alltag, um die Akkus wieder aufzuladen, seien zentrale Urlaubsmotive.

 

Ähnlich bedeutend sei der Wunsch, die Welt zu entdecken, also andere Kulturen kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Das jährliche Urlaubsbudget, ohne Nebenkonsumationen, liege, so der Reisekompass, bei 1.620 Euro pro Person. Der Preis sei weiterhin ein Hauptmotiv für die Wahl des Urlaubsziels. Das Wetter hingegen habe wegen der schwierigen Vorhersehbarkeit an Bedeutung verloren.

 

Und es werde weiterhin längerfristig geplant – jeder Zweite bucht seine Reise drei und mehr Monate im Voraus.

 

Faktor Nachhaltigkeit

 

Nachhaltigkeit sei, so FUR, für die Deutschen ein wichtiges Thema geworden. Auch wenn „Flugscham“ für viele Reisende ein Faktor ist, erwartet FUR kurzfristig kaum Auswirkungen auf die Anzahl der Flugreisen. Nach wie vor sei das zentrale Motiv „schöne Ferien zu verbringen“.

 

Nachhaltigkeit werde als wichtig angesehen, aber nur zum Teil aktiv ins Kalkül gezogen. Auch im Ruefa Reisekompass 2020 sind Umwelt und Nachhaltigkeit ein Thema. Die Urlauber seien, so die Ruefa- Studie im Zwiespalt: „Während 60 Prozent der Urlauber im Alltag Wert auf Nachhaltigkeit legen, sind es im Urlaub nur 45 Prozent. Nur 14 Prozent von ihnen legten bei ihrer letzten Urlaubswahl großen Wert auf Umweltfreundlichkeit. Und 17 Prozent geben an, bei ihren Reisen wenig bis überhaupt nicht auf Nachhaltigkeit zu achten.“

 

Quellen: „Urlaubsreisetrends 2020“ Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), 10.1.2020 und Ruefa Reisekompass 2020, 16.1.2020

Manko: Zu wenig Kundenorientiert

Orientierung an den Kundenwünschen und Freundlichkeit – das sind die zwei zentralen Säulen der Kundenorientierung. In beiden Bereichen gibt es deutlichen Nachholbedarf. Eine Studie des Marktforschungsinstituts IMAS zeigt, dass die Österreicher gerade einmal die Note 5,9 (1 = schlecht, 10 = bestens) vergeben und dass sich die Qualität der Kundenorientierung in den letzten Jahren nicht verbessert hat.

 

Schlüsselfiguren positiver wie negativer Kundenerlebnisse seien fast immer die Mitarbeiter. Positiv: Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und gute Beratung. Negativ: Inkompetenz, Unfreundlichkeit und keine bzw. schlechte Beratung.

 

Für die Zukunft wünschen sich die Befragten, deutliche Verbesserungen bei der Kundenorientierung. Generell, insbesondere aber was digitale Kaufmöglichkeiten (i.w.S. Onlineshops), einfache und schnelle Informations- & Bestellmöglichkeiten aber auch Stammkundenprogramme betrifft.

 

Quelle: IMAS „Kundenorientierung in Österreich“, 13.1.2020