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Hugo Rohner ist bereits seit 2012 Vostandsvorsitzender des global agierenden Unternehmens SKIDATA. Fotos: SKIDATA

Digitalisierung

Die Zukunft ist dynamisch

Intelligente Preissysteme, starke Vernetzung mit anderen – so sieht die Zukunft aus. Minusgrade im zweistelligen Bereich und trotzdem kein Problem für die Technik – zu Beginn des Wintertourismus lagen genau hier die Herausforderungen für die Hersteller.

 

Mittlerweile kann wohl mit Recht behauptet werden, dass in diesem Bereich alle Wünsche erfüllt wurden und das Equipment bei jeder Witterung funktioniert. Nun nimmt man sich der nächsten Aufgabe an - der Software. Im Gegensatz zur beständigen Hardware ist die Software schnelllebig und im ständigen Wandel.

Umgang mit Daten

Bereits seit Jahren werden durch Vorteilskarten oder andere Systeme Informationen über uns und unser Verhalten gesammelt. Die so erhaltenen Informationen werden aufgrund ihres unglaublichen Umfangs Big Data genannt. Früher wurden diese Informationen einfach gesammelt, ohne genau zu wissen in welcher Form diese später genutzt werden können.

 

Heute hat man in den meisten Bereichen bereits begonnen diese perso- nenspezifischen Informationen zu nutzen und so das Angebot individuell auf die Endkunden abzustimmen. Doch bei der Nutzung der Big Data wird in vielen Bereichen lediglich an der Oberfläche des technisch möglichen gekratzt.

 

Die Bergbahnbranche bildet dabei keine Ausnahme weiß Hugo Rohner, Geschäftsführer von SKIDATA. „Es wäre beispielsweise möglich, den Skifahrern nach ihrem Aufenthalt Informationen, wie gefahrene Höhenmeter und Pistenanalysen per Email zukommen zu lassen.

 

Wenn man diese Informationen nun nutzt, um spezielle dynamische Preisangebote zu erstellen, könnte man eine Win- win Situation für Skifahrer und Bergbahnbetreiber generieren.“

Stichwort Integration

„Integrativ“ oder „Dynamisch“ lauten die Schlüsselwörter mit denen die Zukunft oft beschrieben wird und auch Hugo Rohner vertritt diese Ansicht. „Das Spannende an unserer Zeit ist, dass alle Möglichkeiten vor einem liegen und man nicht mehr unter Druck steht, alles alleine perfektioniert anzubieten.

 

Der Anspruch sollte eher sein, das eigene Kerngeschäft noch weiter zu verbessern und die Systeme offen zu gestalten, damit andere Systeme integriert oder ergänzt werden können. Der Kunde hat dadurch einen Ansprechpartner für sämtliche der gewünschten Funktionen. Da sich jeder auf sein Spezialgebiet stützen kann, ist auch die Qualität des Angebotes hoch.“

Entwicklungen in der Branche

„Teil der Digitalisierung ist die Automatisierung, also die Kombination und Vereinfachung von Prozessen. Häufig fällt auch das Stichwort Digitalisierung des Berges in diesem Zusammenhang, aber eigentlich ist die Frage nur, welchen Service möchte man dem Endkunden bieten, denn technisch ist schon sehr viel möglich,“ so Rohner.

 

Der Geschäftsführer von SKIDATA sieht den weiteren Weg für die Bergbranche im noch besseren Data Management. Um den Kunden bestmöglich zu betreuen, muss man auch dessen Wünsche und Bedürfnisse kennen. Außerdem kann das Verkaufspersonal durch Webshops oder vor Ort Automaten noch weiter entlastet werden.

Rechtliche Beschränkungen als Gatekeeper

Gerade durch die Einführung der DSGVO letztes Jahr wurde das Thema Datenschutz wieder in den Fokus der Gesellschaft gestellt und genau hier befindet sich auch eine spannende Frage für den Digitalisierungssektor. Wie weit darf ich gehen? Vieles wäre bereits heute technisch möglich, doch sorgen gesetzliche Bestimmungen dafür, dass Produkte oder Serviceleistungen nicht auf den Markt kommen.

 

Wie findet man nun die Balance zwischen der Erleichterung im Altag, welche solche digitalen Angebote bieten und der persönlichen, datenbezogenen Wohlfühlzone? tm