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Best Practice: Panoramagondel mit Balkon am Dachstein. Foto: www.derdachstein.de – Gery Wolf

Innovationen als Marketing-Turbo

Dynamik & Weiterentwicklung Leben

Innovationen, die plakativ dargestellt und kommuniziert werden, sind eine hervorragende Möglichkeit, um bestehende Gäste zu binden und neue Gäste anzusprechen. Von Oliver Pichler

 

Alles Innovative, Zukunftsweisende und Visionäre lässt sich im Marketing sehr gut nutzen, um starke Außenwirkung zu erzielen. Entscheidend sind dabei Geist und Vision, die hinter einer Innovation stehen und nicht primär der unmittelbare Gästenutzen.

 

Und es kommt entscheidend darauf an, dass Innovatio- nen zum Unternehmen passen. Der Rest – das plakative Darstellen und Kommunizieren – ist dann „nur“ noch professionelles Handwerk.

Marketingwirksame Innovationen

Moderne neue Seilbahnanlagen, die besonders komfortabel, schnell, leistungsfähig und erlebnisreich Gäste auf den Berg bringen, werden in der Branche zu oft als wichtige Innovation gesehen. Doch wirklich innovativ wirken Seilbahninvestitionen auf den Gast erst, wenn „mehr“ entsteht als eine neue Bahn mit Berg- und Talstation.

 

Ein einfaches, kluges Beispiel lieferte Anfang der 2000er Jahre die Turracher Höhe: In der neuen Talstation der Kornockbahn wurde ohne großen Investitionsaufwand mit dem „Wohnzimmer“ ein lässiger Aufenthaltsraum für Gäste geschaffen. www.turracherhoehe.at Ein sehr gutes, aktuelles Beispiel steht in Hochgurgl.

 

Anstatt einfach einen in die Jahre gekommenen Schlepplift zu ersetzen, wurde mit dem Top Mountain Crosspoint eine Seilbahn-Talstation geschaffen, in der ein cooles Motorradmuseum ebenso untergebracht ist, wie die Mautstelle der Timmelsjochstraße, Restaurant, Shop usw. www.crosspoint.tirol Bester Beweis, dass Seilbahnanla- gen mit relativ kleinen Innovationen ihren Erlebnischarakter deutlich steigern kön- nen, ist die Dachstein Gletscherbahn mit dem „Balkon“ am Dach der 50-Personen-Gondel.

 

Gesichert und im Freien die 1.000 Höhenmeter in bis zu 210 Meter Höhe über der Dachstein Südwand bergwärts zu schweben, ist ein Erlebnis, das ankommt. www.derdachstein.at

Grüne Innovationen

Wie es gelingt, als Seilbahnunternehmen innovativ „grün“ zu sein, zeigt seit Jahren die Schmittenhöhe in Zell am See. Photovoltaikanlagen auf Seilbahnstationen sind nur ein Beispiel. Die Schmitten ist das einzige EMAS-zertifizierte Seilbahnunternehmen Europas. EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme (Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung). Aktuell widmet sich die Schmitten speziell dem ökologischen Pistenmanagement, insbesondere dem Einfluss von Beschneiung und Präparierung der Pistenflächen auf Fauna und Flora. www.schmitten.at

Technisches & Marketingmäßiges

Ein weites Feld der Innovationen sind technische, von der Digitalisierung er- möglichte Lösungen. Die Palette reicht von – bereits nicht mehr als innovativ, sondern selbstverständlich empfundener – WLAN-Versorgung im Skigebiet, bis zu Daten-Skibrillen, wie sie etwa Ski Amadé anbietet www.skiamade.com. Mit digitalen Ideen gelingt es nach wie vor, Innovationsgeist zu vermitteln, wenn auch immer nur für kurze Zeit.

 

Ent- sprechend muss man regelmäßig neue technische Services bzw. Unterhaltungs- lösungen anbieten, um „vorne“ zu bleiben. Erst auf Basis der Digitalisierung möglich wurden dynamische Skipass- Preismodelle, wie sie in der Schweiz seit ein paar Jahren für Aufmerksamkeit, Aufregung und Diskussion sorgen.

 

Laut einer aktuellen Studie von Demoscope Schweiz bewerten 57 Prozent der Skifahrer Dynamic-Pricing positiv. Und auch die Erträge in den befragten Skigebieten würden steigen.

Sommer-Innovationen

Dass Innovationskraft nicht eine Frage der Unternehmensgröße ist zeigt seit Jahren die Riesneralm. Das Bergrestaurant Hochsitz, der Tier-Holz-Park und der Gipfel-Barfuss-Weg sowie das spektakuläre „Gipfelbad anno dazumal“ sind Beispiele, wie man mit relativ kosten- günstigen, innovativen Ideen beim Gast punkten kann. www.riesneralm.at