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Wildbachverbauung am Grinner Mühlbach.

Klenkhart & Partner:

Die Alpinbauspezialisten

Im vergangenen Jahr realisierten die Tiroler Ingenieure Skiabfahrten, Wanderwege und Geländeverbauungen. Letztere sind nicht selten Teil der Katastrophenhilfe.

 

So verursachte etwa ein massives Tauwetter eine größere Rutschung im Allgäu, welche die Stütze 4 der Hörnerbahn in Bolsterland extrem gefährdete und die sofortige Einstellung des Seilbahnbetriebes zur Folge hatte. So mussten KLENKHART & PARTNER gemeinsam mit anderen Spezialisten ein kurzfristiges Sanierungskonzept erarbeiten, das sowohl vom TÜV als auch von der Regierung in Oberbayern freigegeben wurde.


Im Wesentlichen wurde auf Basis gestaffelter und rückverankerter Holzankerwände gearbeitet, die Erosionstätigkeit wurde durch Bachverbauungsmaßnahmen vermindert, Bepflanzungen sorgen für eine nachhaltige Verbesserung des Bodenwasserhaushaltes.

Durch die rasche Umsetzung der Erst-Sanierung konnte der Fahrbetrieb nach ca. drei Wochen wieder aufgenommen werden. Während dieser Zeit erfolgte eine Permanentvermessung des Stützenfundaments, um auf kleine Abweichungen sofort reagieren zu können. Die restlichen Arbeiten wurden während der Frühjahrsrevision abgeschlossen.

 

Schutzkonzept für Grinner Mühlbach

Am Grinner Mühlbach in Tirol sorgte dagegen ein heftiges Unwetter im Herbst 2016 zu einem Murenabgang und einem Rückstau des Flusses Sanna, der zu großen Schäden im Einzugsbereich und dem darunter liegenden Gewerbegebiet führten. Hier konnten die Tiroler Planer ihre ganze Erfahrung aus dem Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung einbringen.

 

Sofort nach der Katastrophe wurden Klenkhart & Partner seitens der Abteilung Wasserwirtschaft der Tiroler Landesregierung sowie des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- u. Lawinenverbauung mit der Abschätzung des Gefährdungspotentials und der Erstellung eines Schutzkonzeptes beauftragt. Zu den Maßnahmen zählten die Errichtung einer Ufermauer an der Bundesstraße, der Bau eines Murbrechers im Grinner Mühlbach, die Verbesserung der hydraulischen Verhältnisse an der Mündung sowie Konsolidierungssperren beim Zusammenfluss von Gasill- und Lärchibach.

 

Nach der positiv bescheideten Detailplanung wurde noch im Herbst 2017 mit dem Bau des Murbrechers begonnen. 2018 folgte die 190 Meter lange und 3,5 Meter hohe unterspülungssichere Schutzmauer für das Gewerbegebiet, die zusätzlich mit einem mobilen Hochwasser-Schutztor ausgestattet wurde. Diese Arbeiten wurden in Eigenregie durch die Wildbach- und Lawinenverbauung ausgeführt, heuer folgen die restlichen Maßnahmen an der Mündung.

In Obergurgl waren die Ingenieure für Planung, Einreichung & Bauaufsicht verantwortlich.

Sanierung von Hangbrücken

Nicht Sperren sondern Brücken standen dagegen in Obergurgl auf der Agenda. Die Liftgesellschaft Obergurgl GmbH betreibt im Gemeindegebiet von Söldendas Skigebiet Obergurgl, welches sich mit dem Nachbarskigebiet Hochgurgl in einem Kartenverbund befindet. Die im Jahr 1989 errichtete Festkogelabfahrt verläuft aufgrund der schwierigen Geländeverhältnisse zum Teil auf Hangbrücken aus Stahl, die auf sogenannte Krainerwände aufgesetzt wurden.

 

Diese Hangbrücken kommen nach und nach ans Ende der technischen Lebensdauer, sodass ein gefahrloses Präparieren mit dem Pistengerät nicht mehr möglich ist. Daher begann man bereits 2017 ein Sanierungskonzept zu erstellen, welches den Ersatz der bestehenden Hangbrücken durch Bewehrte-Erde-Konstruktionen vorsieht. Dadurch lassen sich auch größere Böschungshöhen wirtschaftlich herstellen.

 

In einem ersten Schritt wurde die Hangrücke an der Familienabfahrt saniert. Im Herbst 2018 wurde mit der Sanierung der drei Hangbrücken an der Festkogelabfahrt begonnen. Die oberste der drei Hangbrücken wurde zu einem Großteil noch im Herbst errichtet, die Fertigstellung erfolgt im Sommer 2019. Klenkhart & Partner zeichneten auch hier für die Planung, die Erstellung der naturschutz- und forstrechtlichen Einreichunterlagen sowie die technische Oberbauaufsicht verantwortlich.

Nadelöhr Skiweg entschärft

Weniger gegen Naturgefahren als vielmehr der Attraktivitätsteigerung dienten die Maßnahmen in Oberstdorf. Dort betreibt die Fellhornbahn GmbH mit der Kleinwalsertaler Bergbahn AG das länderübergreifende Skigebiet Fellhorn-Kanzelwand. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen im Skigebiet Fellhorn umgesetzt.

 

Sorgen bereitete jedoch weiterhin das Nadelöhr im Bereich des Skiweges zwischen der Talstation der See-Eckbahn und dem Zwischeneinstieg der Fellhornbahn II. Die Steilheit der Piste und die mangelnde Schneesicherheit schreckte viele SkifahrerInnen von der Talabfahrt ab. Dadurch kam es mitunter zu längeren Wartezeiten bei Fellhornbahn II.


In einem dreijährigen Planungs- und Prüfungsprozess wurde unter Einbindung der Grundeigentümer und der involvierten Fachbehörden, ein genehmigungsfähiges Projekt für die Errichtung einer neuen, attraktiven Skiabfahrt mit leichtem Schwierigkeitsgrad (FIS-Klassifikation blau) zwischen der Talstation der See-Eckbahn und dem Zwischeneinstieg der Fellhornbahn II – bei gleichzeitigem Rückbau des vorhandenen Skiweges – erarbeitet. Das Genehmigungsverfahren konnte ohne Einsprüche positiv abgeschlossen werden.

Eine Bewehrte-Erde-Konstruktion stützt eine Familienabfahrt. Fotos: KLENKHART & PARTNER

Im bewährten Team mit Thomas Dietmann als ökologische Bauaufsicht und Martin Widerin als geologisch-geodätische Bauaufsicht konnten gemeinsam mit der Firma Geo-Alpinbau, die hohen Planungsanforderungen optimal umgesetzt werden. Die neue Skiabfahrt wurde landschaftsgerecht in das Umgebungsgelände eingebunden.

 

Zug um Zug wurde abschnittsweise mit der Rekultivierung und Begrünung begonnen. Dazu wurden sämtliche, gewonnene Rasenziegel in kleinstrukturierter Bauweise sofort wieder aufgebracht.

 

Somit präsentierte sich ein Großteil der neu errichteten Skiabfahrt mit Bauende bereits in einem hervorragenden Begrünungszustand. Der ökologische Fußabdruck wurde auch mit einer klaren Trennung zwischen touristisch genutzter Infrastruktur und speziellen Wild-Ruhezonen hinterlassen.

 

Dazu wurden in Koordination mit den betroffenen Grundeigentümern und Behörden die vorhandenen Wanderwege und Fahrstraßen neu angelegt. Die gesamten Baumaßnahmen konnten unter Einhaltung der budgetierten Kosten und der vorgegebenen Bauzeiten vorbildlich umgesetzt werden.

Barrierefreies Wandern

Der Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer beauftragten die Ingenieure von Klenkhart & Partner mit der Errichtung eines barrierefreien Wanderweges im Bereich zwischen der Moosalm und dem Golfpark Mieminger Plateau.


Das Projekt umfasste den Bau einer Brücke, deren Weganbindungen an die bestehenden Weganlagen, sowie den Ausbau bestehender Wanderpfade. Die Brücke über den Stöttlbach mit einer lichten Breite von 3,5 Metern und einer Spannweite von 10,4 Metern wurde als Stahlträgerbrücke mit Holzbedielung ausgeführt. Die Anbindung an die bestehenden Weganlagen beidseitig der Brücke erfolgte mittels Anschnitt und Schüttungsmaterial aus dem Geschiebeablagerungsbereich des Judenbaches.


Im Zuge des Brückenbaues wurde eine Trinkwasserversorgungsleitung der Wassergenossenschaft Obermieming– Untermieming-Fiecht angetroffen, welche zur Herstellung der Brücke umgelegt werden musste. Die Trinkwasserversorgungsleitung wurde bei einwandfreiem Betrieb aufwendig auf eine Länge von rd. 110 Metern neu verlegt. Hinzu kam auch noch der Ausbau des ca. 1,4 Kilometer langen Wanderweges Obermieming- Barwies. ts