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Fotos: Sunkid GmbH

Generationenprojekt

Schlossalmbahn neu

Mit der Verwendung von Superlativen sollte man vorsichtig sein, allzu oft halten diese einer genauen Betrachtung nicht stand. Doch mit dieser Neuerung scheint Sunkid nach der Erfindung des Zauberteppichs wohl tatsächlich ein Game Changer gelungen zu sein.

 

Die Erschließung der Schlossalm hatte in den 1940-iger Jahren mit dem Bau eines Einsesselliftes ihren Anfang. Bereits 1964 wurde dieser durch die legendäre Standseilbahn ersetzt und 1965 mit einer Pendelbahn, welche auf die Kleine Scharte führt, ergänzt.

 

Bald war auch diese Transportkapazität zu gering und so wurde der obere Skigebietsbereich durch mehrere Sesselbahnen ergänzt. Die rasante Zunahme des Wintertourismus und die stetig steigenden Komfortansprüche des Gastes machten es notwendig, über eine komplette Neustrukturierung der Schlossalm nachzudenken.

 

 

Bereits im Jahre 2008 wurde mit der Entwicklung des „Generationenprojektes Schlossalm Neu“ begonnen und ein schwieriger und langer Weg bis zur Fertigstellung im letzten Spätherbst begann. Von der ersten Stunde mit dabei war der langjährige Planungspartner MELZER & HOPFNER aus Bregenz, der für die seilbahntechnische Planung, sowie die Hochbauplanung der Zwischen- und Bergstation verantwortlich war.

 

Baubeginn war dann im Frühjahr 2017 und im November 2018 konnte das Werk vollendet werden. Die hochmoder- ne Einseilumlaufbahn des Wolfurter Seilbahnherstellers DOPPELMAYR sorgt nicht nur für eine Verdopplung der För- derkapazität auf 3.000 Personen in der Stunde, sondern ersetzt auch die alte Standseilbahn im unteren Teil, wodurch ein Umsteigen in der Mittelsation entfällt und die Wintersportler nun nonstop auf den Gipfel kommen.

 

Noch dazu wurde die Bergstation der neuen Bahn um einige Höhenmeter nach oben verlegt. Dadurch wird der optimale Verteilungspunkt erreicht. Von hier aus können die Skigäste nun zwischen drei Abfahrtsmöglichkeiten wählen: Schlossalm, Kleine Scharte oder Haitzingalm

Die Talstation als Hingucker

Als besonderes Highlight kann sicherlich die multifunktionale Talstation mit ihrer besonderen Architektur bezeichnet werden. Ein Konzept der kurzen Wege verbindet gekonnt das komplexe Talstationsgebäude mit einer mehrgeschossigen Parkdeckanlage.

 

Durch die Verlegung des Talstationsgebäudes auf die andere Seite der Bundesstraße wurde außerdem ein einfacherer und komfortabler Einstieg in das Skigebiet geschaffen. Insgesamt stehen 260 überdachte Stellplätze und 640 Außenparkplätze zur Verfügung. Als ökologisch wertvolle Innovation steht eine solare Großanlage, die bis zu 90 % des Energiebedarfes in der Talstation abdecken soll.

 

Mittel- und Bergstation orientieren sich gestalterisch an der Talstation. Besonderes herausfordernd war die Planung der Mittelstation, da hier neben der neuen 10er Kabinenbahn des österreichischen Seilbahnherstellers DOPPELMAYR, auch noch die bestehende Pendelbahn mit eingebunden werden musste.

 

Zusätzlich wurde weit in die Zukunft gedacht und Platz für eine weitere Anschlussbahn planerisch vorgesehen. Das technische Konzept wurde vom Wolfurter Unternehmen DOPPELMAYR ganzheitlich zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten umgesetzt.

Technische Daten

10-EUB SCHLOSSALMBAHN SEKTION 1

Förderleistung         3.015 P/h

Fahrgeschwindigkeit      6 m/s

Folgezeit                      11,94 s

Gehänge-Abstand         71,64 m

Fassungsraum Kabine    10

Spurweite Strecke         6,10 m

Höhe Talstation              852,22 m

Höhe Bergstation           2.070,51 m

Höhenunterschied          455,29 m

Horizontale Bahnlänge     1.190,64 m

Schräge Bahnlänge         1.274,72 m

Mittlere Neigung             38,24 %

Fahrzeit                         3,70 min

Antrieb                          Berg-Brücke

Abspannung                  Tal

Fahrbetriebsmittel          50

Stützen                          8

Motorleistung           Betrieb: 569 kW

                              Anfahren: 726 kW

Seil                         Dm 56/ 6x36/ 2.060 mm

 

Zur Seite standen die Firmen FATZER für die Förderseile und CWA für die Kabinen. Natürlich wurde die neue Bahn wie vom Weltmarktführer gewohnt, mit dem höchst möglichen Komfort ausgestattet, großzügige Ein- und Ausstiegsbereiche, beheizbaren Komfortsitzen, WLAN etc. garantieren dem Gast zusätzlich eine bequeme Fahrt.

 

Auch dem Sicherheitsgedanken wurde Rechnung getragen. So wurde die 2. Sektion, welche über hochalpines Gelände führt, mit einem Räumungs- und Notfallkonzept ausgestattet. Als besonderes schwierig gestalteten sich die Fundamentierungsarbeiten für eine 4-fach Stütze.

 

Dieses Fundament liegt auf einem sehr steilen Felsrücken, welcher sich im Zuge der Felsabtragungen als Herausforderung entpuppte. Das Gestein „zerbröselte“ buchstäblich, so- dass der Berg mit äußerst kostspieligen und zeitaufwendigen Maßnahmen stabilisiert werden musste.

 

Zwei Sommer waren notwendig, um diesen Fall zu lösen. Ende gut – alles gut und so konnte am 20.11.2018 der positive Bescheid durch Dr. Prizovsky (UVP-Behörde) verkündet werden.

 

Die offizielle Einweihung fand im Zuge eines groß angelegten Events am 18. Jänner 2019 statt. Alle Seilbahnbauten bilden ein gestalterisches Ensemble. Tal-, Mittel- und Bergstation erhalten eine orange gestreifte Optik und die orangenen 10er- Kabinen runden den gesamten Look der Investition ab. tm

Technische Daten

10-EUB SCHLOSSALMBAHN SEKTION 2

Förderleistung       3.015 P/H

Fahrgeschwindigkeit    6m/s

Folgezeit     11,94 s

Gehänge-Abstand    71,64 m

Fassungsraum Kabine    10

Spurweite Strecke      6,10 m

Horizontale Bahnlänge       1.971,90 m

Schräge Bahnlänge          2.114,37 m

Mittlere Neigung             38,69 %

Fahrzeit           6,11 min

Antrieb           Berg-Brücke

Abspannung     Tal

Fahrbetriebsmittel        72

Stützen                   10

Motorleistung        Betrieb:     911 kW

                            Anfahren:   1.102 kW

Seil               Dm 56/ 6x36/ 2.060 mm