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SI Herausgeber Gerald Pichlmair. Fotos: SI

Corona-Pandemie: Vergessen wir die Kleinen nicht!

Ein Kommentar von SI Herausgeber Gerald Pichlmair.

Unsere Gesellschaft ist schwer getroffen. Das Leben, welches wir bis vor 14 Tagen kannten, ist nicht mehr. Der erste Eindruck ist, dass die Regierungen im Alpenraum einen sehr guten Job machen und die Lage für die Bevölkerung richtig einschätzten. Leben geht vor Wirtschaft.

 

Doch wie lange und zu welchen Kosten? Gerne würde man als Unternehmer widerspruchslos die Schließung ganzer Wirtschaftszweige (und damit, weil interdependent), die gesamte Wirtschaft, hinnehmen um dem höheren Ziel Lebensrettung zu dienen.

  

Doch irgendwann muss es wieder weitergehen. Die Verantwortlichen sprechen von unbürokratischen und schnellen Hilfen. Das ist und wäre begrüßenswert. „Wer schnell hilft, hilft doppelt!“ hört man vielerorts.

 

Denn die Unternehmer sind mit ihren Mitarbeitern der Motor der Gesellschaft.

Neiddebatte fehl am Platz

In der Seilbahnbranche gibt es viele kleine Betriebe, ob in der Zulieferindustrie oder bei den Skigebieten selbst, die durch ihr Tun Werte schaffen, Steuern zahlen und Abgaben entrichten. Die helfen uns jetzt, diese Krise zu meistern.

 

Das Gesundheitssystem wird aus den Steuern und Abgaben der Unternehmen und ihrer Mitarbeitern bezahlt. Ohne Unternehmen keine Arbeitsplätze und keine Steuern und Abgaben. Im Endeffekt kein Gesundheitssystem mehr.

 

Leider bricht in unseren Alpenländern meist eine Neiddebatte los, wenn Unternehmen geholfen wird. Doch die überwältigende Mehrheit der Unternehmen sind (so wie unser SI Magazin) Firmen mit maximal zehn Mitarbeitern.

 

Viele dieser Unternehmen halten ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit. Es wäre interessant zu wissen, welche Gruppe von Unternehmen sich gerade von ihren Mitarbeiter trennen. Ich persönlich setze da auf Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern. Die kleinen Betriebe halten zu ihren Mitarbeitern und denken sehr wohl an die Allgemeinheit.

Auch wir, der SI Verlag, hält in diesen schweren Zeiten zu seinen Mitarbeitern.

Hilfe ist moralisch geboten und sinnvoll

Wenn der Staat nun die kleinen Unternehmen unterstützt, ist das nicht nur moralisch richtig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll und geboten. Wenn unsere Regierungen helfen, dann kommt das ganz sicher den Arbeitnehmern zugute. Damit fließen auch wieder Steuern und Abgaben an den Staat zurück.

 

Zudem stärken die finanziellen Leistungen unsere Gesellschaft an sich. Denn gerade die kleinen Unternehmen lassen sich regional oder zumindest europäisch beliefern, und vertrauen nicht auf asiatische Lieferanten.

 

Wird den Unternehmen dagegen nicht entsprechend geholfen, gibt es morgen, nach der Gesundheitskrise, viele wirtschaftliche, und damit soziale, Probleme.

 

Die Hilfen die heute versprochen werden und dann sehr restriktiv fließen sind zu einem großen Teil Kredite, die innerhalb fünf Jahren zurück zu zahlen sind.

 

Wie soll ein Unternehmen das schaffen? Diese Kredite steigern die Effizienz der Unternehmen nicht. Bringen auch keinen Wettbewerbsvorteile.

Ein starker Staat braucht eine starke Wirtschaft!

Außerdem hapert es oft noch an der Bürokratie. In Österreich wurden laut Medienberichten 75 Prozent der Ansuchen um Kurzarbeit falsch ausgefüllt, zudem arbeiten wichtige Institutionen (noch) nicht richtig zusammen. Umfangreiche Entschädigungsgesetzte aus der Vergangenheit wurden sogar außer Kraft gesetzt. Die Firmen warten berechtigterweise auf echte Hilfe. Unbürokratisch. Schnell.

 

Der Unternehmer zieht den Karren! Als Unternehmer macht man das gerne. Man hat es sich ja ausgesucht. Doch jetzt mit (fast) leeren Händen stehen gelassen werden?

 

Ein starker Staat braucht eine starke Wirtschaft. Eine Wirtschaft die weiterhin Arbeitsplätze schafft, gemeinsam mit Mitarbeitern Steuern und Abgaben leistet und so für ein lebenswertes Land sorgt.

 

Vergessen wir die Kleinen nicht!

 

 

Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie mir: gp[at]simagazin.com