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Heinz Canins ist Vizepräsident des Skicarosello Corvara und Verwaltungsrat des Seilbahnkonsortium Alta Badia.

Corona und das Skicarosello Corvara

Heinz Canins, Vizepräsident des Skicarosello Corvara, spricht im SI Interview über Strategien in der Corona-Krise.

SI: Wie sehr schadet Ihnen die Corona-Krise?

Heinz Canins: Das ist wohl noch nicht absehbar. Wir befinden uns trotz allem in der glücklichen Lage behaupten zu können, dass die abgelaufene Wintersaison, zumindest bis zum 8. März (wir mussten am 9. März – letzter Tag – unsere Anlagen schließen) mehr als zufriedenstellend war.

 

Aus diesem Grund hat sich der Verlust in Grenzen gehalten. Wie sich der Sommer bzw. auch der nächste Winter entwickeln wird, ist schwer vorherzusehen.

 

Was machen Sie mit Ihren Mitarbeitern?

Die Saisonniers waren bis zum 15. März angemeldet (also auch entlohnt) und anschließend entlassen, wobei sie Anrecht auf Lohnausgleichskassa haben. Die Fixangestellten hingegen befinden sich zur Zeit im „Zwangsurlaub“.

 

Der Betrieb wird natürlich versuchen, ihnen so gut es geht entgegenzukommen, damit sie den angereiften bzw. noch anzureifenden Urlaub nicht zur Gänze verlieren. Sie sind das wohl wichtigste Glied in unseren Betrieben, weshalb es dem Betrieb äußerst wichtig ist, für beide Seiten eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

Die abgelaufene Wintersaison ist in Alta Badia zumindest mehr als zufriedenstellend verlaufen. Fotos: Alta Badia.

Wie gestaltet sich bei Ihnen der (Nicht)betrieb?

Unsere Büros sind geschlossen und alle Mitarbeiter in der Verwaltung arbeiten im Home Office. Die Vorbereitungen (administrativ – bürokratisch) auf die anstehenden Instandhaltungsarbeiten sowie Investitionen laufen weiter.

 

Ohne dem Corona Virus wären wir zZ noch in Betrieb, also ändert sich diesbezüglich nicht allzu viel. Wir hoffen natürlich, dass sich die Lage so schnell wie möglich entspannt und wir mit den verschiedenen Instandhaltungen sowie Umbauten beginnen können.

 

Wie blicken Sie in die Zukunft?

Die geplanten Investitionen – Zwei neue Anlagen, Pistenarbeiten inkl. Erweiterungen der bestehenden Schneeanlagen – bleiben bestätigt und sollen planmäßig durchgeführt werden.

 

Wir möchten somit ein positives Zeichen setzen und unseren Beitrag dazu leisten, dass sich unser Gebiet bzw. die Region so schnell wie möglich wieder von dieser wirtschaftlich so schwierigen Situation erholt.

Wie sich das Sommergeschäft entwickeln wird, ist schwer vorherzusehen.

Welche Strategien haben Sie?

Eine eigene Strategie wie z.B. in der Kommunikation haben wir nicht. Diese obliegt wohl vor allem den Tourismusorganisationen. Wie gesagt, möchten wir beitragen, positive Zeichen zu setzen und damit einen gesunden Optimismus verbreiten.

 

Wir werden, sobald es möglich ist, den Betrieb nach Plan aufnehmen samt unserer vollen Angebotspalette, wenn wir uns auch bewusst sind, dass die anstehende Sommersaison für uns sehr schwierig werden wird.

 

Wir blicken jedoch mit Zuversicht in die Zukunft in der Überzeugung, dass unsere schöne Landschaft, die gute Bergluft und nicht zuletzt das passende Angebot, viele Gäste anlocken wird.

 

Wir sind der Meinung, dass die Menschen in Zukunft einen großen Wert auf den „gesunden Urlaub“ legen werden und den können wir mit unserer schönen Natur und guten Luft auf jeden Fall bieten.

Inwiefern muss die Politik Sie unterstützen?

Es ist sehr wichtig, dass die Politik überall dort unterstützt, wo es von Nöten ist. Im Grunde überall, was uns jedoch ziemlich utopisch erscheint. Wir erwarten vor allem einen Abbau der Bürokratie. Die Politik, auf allen Ebenen, muss schneller entscheiden und uns, ganz einfach gesagt, arbeiten lassen.

 

Man spricht immer wieder von Krieg, und im Grunde ist es einer der hoffentlich auch bald zu Ende geht, und nach jedem Krieg kommt eine „Wiederaufbauphase“. In dieser Phase ist es wichtig, dass die Politik ihren Beitrag leistet und den Wiederaufbau so schnell und unbürokratisch wie möglich erlaubt.

 

Das Interview führte Thomas Surrer (ts)