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Corona und Wir:

Ein Streifzug durch die Branche – Teil 4

Die COVID-19 Pandemie hat große Auswirkungen auf die Zulieferindustrie der Seilbahnbranche. Welche Strategien verfolgen Unternehmen in dieser schwierigen Zeit? Die Firmen Interflon, Immoos und Tiroler Rohre (TRM) geben Einblick in ihre Vorgehensweise.

Für Franz Brunner, Geschäftsführer von INTERFLON Österreich, sind die Gesundheit der Mitarbeiter und die Liefersicherheit für die Kunden am wichtigsten. Foto: Interflon

Interflon

In Zeiten von Corona ist für den Schmierstoffhersteller Interflon die Liefersicherheit für seine Kunden oberstes Gebot: „Wir vertreiben Hochleistungsschmierstoffe für Gewerbebetriebe bis hin zur Industrie. Produktionen, zum Beispiel die Lebensmittelerzeugung, müssen in Zeiten wie diesen weiterlaufen können. Wir setzen alles daran die Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit für unsere Kunden sicherzustellen“, so Franz Brunner, Geschäftsführer von INTERFLON ÖSTERREICH.

 

Das österreichische Unternehmen hat in enger Kooperation mit dem Headquarter in den Niederlanden Pläne geschmiedet, wie man so lange wie möglich (im Optimalfall für die gesamte Dauer der Krise) die benötigten Produkte liefern kann. So wurde die Produktion – unter größter Rücksichtnahme auf die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter maximiert und die Lagerbestände aufgebaut.

 

Tagtäglich verlassen nach wie vor Lieferungen den Firmensitz in Oeynhausen/Traiskirchen nach ganz Österreich. Da es schwierig ist, die zukünftigen Auswirkungen auf die Logistikdienstleistungen vorherzusagen, wird den Kunden geraten den Lagerbestand vorübergehend zu erhöhen. Im Falle einer Unterbrechung oder Verzögerung von Logistikprozessen können Probleme so vermieden werden.

Im Innendienst und der Logistik halten sich die Mitarbeiter an die von der WHO empfohlenen Verhaltens- und hohen Hygieneregeln. Home-Office, räumliche Trennung im Falle eines Bürodienstes bzw. zwischen Lager und Büro und viel Händewaschen sowie Desinfektionsmittel sind einige Beispiele dafür. Die technischen Berater, die es gewohnt sind, direkt beim Kunden und dessen Anforderungen (wie die Schmierung großer, komplexer Anlagen) zu sein, stehen auch vor neuen Herausforderungen. Den Kunden wird nicht nur per Telefon und Mail, sondern auch per Videokonferenz zur Seite gestanden.

 

Das sieht dann beispielsweise so aus, dass ein Mitarbeiter einer Fabrik die Problematik an der Maschine filmt und live mit dem technischen Berater bespricht und unterstützt wird. Im Falle eines vor Ort-Besuches (z.B. Reparatur) kommt der Berater mit der entsprechenden Sicherheitsausstattung. Sicherheitsschuhe, Handschuhe, gelbe Weste oder Stoßkappe sind dabei nichts Neues. Nur die Atemschutzmaske als zusätzliche Sicherheitsausstattung ist ein Novum der Corona-Krise.

 

 

Der Bergespezialist IMMOOS blickt optimistisch in die Zukunft. Foto: Immoos

Immoos

Der Schaden der Corona-Krise kann laut der Firma IMMOOS noch nicht abgeschätzt werden, wie Geschäftsführer Florian Immoos betont: "Das ist sehr von den Kunden abhängig und natürlich davon, wie lange die Situation andauern wird."

 

Die Kundenberater und die Administratoren des Spezialisten für Seilbahnbergung arbeiten größtenteils vom Home Office. Das Büro ist von einem bzw. maximal zwei Mitarbeitern besetzt.

 

"Lager und Werkstatt sind noch im Normalbetrieb - natürlich unter Einhaltung der geltenden Maßnahmen. Wir können die Situation nutzen um ältere Pendenzen auf- und abzuarbeiten und an unseren internen Prozessen zu arbeiten", so Florian Immoos weiter.

 

Dennoch musste für Teile des Unternehmens Kurzarbeit angemeldet werden: "Mir ist wichtig, dass auch die Seilbahnunternehmen als unsere Kunden von der Politik unterstützt werden." Der Kunde werde von der Kurzarbeit bei IMMOOS jedoch nichts merken, falls er Beratung möchte oder eine Bestellung aufgibt.

 

"Wir blicken grundsätzlich positiv in die Zukunft. Aber natürlich sind wir auch etwas unsicher, wie es weitergeht", sagt der Geschäftsführer. Im Moment könne noch an der bestehenden Strategie festhalten werden. Die Ausgaben werden so weit wie möglich auf ein Minimum reduziert.

Foto: TRM

Tiroler Rohre GmbH (TRM)

Geschäftsführer Max Kloger beziffert den erwarteten Umsatzrückgang für TRM durch die Corona-Krise mit gut 35 Prozent. Die Produktion läuft jedoch in drei Schichten weiter, Lieferungen verlassen regelmäßig das Werk.

 

"Unsere Lager sind gut gefüllt. 130 Personen arbeiten aktuell in drei Schichten im Werk in der Produktion. Die Mitarbeiter der Verwaltung arbeiten vorwiegend über Teleworking. Alle 210 Mitarbeiter sind voll im Stand, Kurzarbeit ist bei uns aktuell kein Thema", so Marketingleiter Christof Mairinger.


Das Unternehmen bekenne sich komplett zu den Vorgaben der Bundesregierung. Zudem gebe es im Werk ein paar Neuerungen. "Wir achten sehr darauf, dass Abstand gehalten wird -  auch in der Produktion", so Mairinger.

 

Überall im Werk gebe es Desinfektionsmittel. Werksbesuche und Kundenbesuche seien aktuell ausgesetzt. Die Zutritte zum Werk würden sehr genau kontrolliert. "Zuletzt konnte die Eigentümerfamilie die Belegschaft mit selbst produzierten Schutzmasken überraschen", betont der Marketingleiter.

 

Insgesamt blickt die Tiroler Rohre GmbH zuversichtlich nach vorne. Baustellen werden wieder geöffnet, ein schrittweiser Rückgang zur Normalität werde stattfinden. "Wir fertigen mitten in Europa, vor allem aus Qualitäts- und Umweltschutzgründen. Gerade in Zeiten geschlossener Grenzen wird diese Strategie noch wichtiger, da wir nicht von fragilen Lieferketten aus Fernost abhängen und zur lokalen Wertschöpfung beitragen", freut sich Mairinger.