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Corona und Wir:

Ein Streifzug durch die Branche – Teil 7

Die COVID-19 Pandemie hat die Seilbahnbranche weiter fest im Griff. Wie bewältigen Unternehmen diese schwierige Zeit? Heute mit Schulungen (Simatec), Erleichterungen (hollu) und Erfahrungen (Doppelmayr).

Mit Online-Schulungen versucht Simatec-Verkaufsleiter Guido Bayard seine Kunden zu erreichen. Foto: Simatec

Simatec bietet Online-Schulungen

Wie sehr die Krise dem Produzenten von Schmierstoffgebern etc. schadet, ist laut Verkaufsleiter Guido Bayard noch sehr schwer abzuschätzen:

 

"Grundsätzlich können wir unsere Partner und Endkunden nicht besuchen und vor Ort beraten, was im Verkauf von unseren automatischen Schmierstoffspendern essentiell ist. Und ja, ich vermisse den persönlichen Kontakt zu den Menschen sehr, gehört dies doch zu meinem Job und meiner Leidenschaft."

 

Das Personal von Simatec arbeitet momentan alle noch im gewohnten Pensum. Wer kann arbeitet von zu Hause aus. "Für uns im Verkauf natürlich eine Herausforderung. Ich bin ein positiver Mensch und so denke ich in Chancen und sehe gerade jetzt großes Potential für den simalube Spender", so Bayard.

 

Der simalube sei ein sehr hilfreicher Problemlöser, da er die Anlagen auch bei Abwesenheit der Instandhalter oder weniger Kontrollgängen trotzdem kontinuierlich schmiert. Werden die Anlagen nur noch wenig gefahren oder gar nach einem Stillstand wieder in Betrieb genommen, so sind diese weiterhin sauber geschmiert worden.

"Vielleicht ist das gerade unsere Chance, weil Instandhalter jetzt weniger Zeit für die Schmierung haben und so den simalube autonom arbeiten lassen können", sagt der Verkaufsleiter.

 

Mit Blick in die Zukunft schult Bayard seine Leute in der Verkaufstechnik. Gemeinsam bereitet sich das Team auf das Ende des Lockdowns vor. "Um in der Zeit davor eine Nähe zur Kundschaft zu haben, biete ich meine erste Online-Beratung für alle Seilbahntechniker an. Es ist ein Versuch unseren Kunden auch in dieser Situation bestmöglich beizustehen und zu unterstützen", berichtet Bayard.

Hollu produziert auf Hochtouren. Foto: hollu

Hollu erhält leichter Zugang zu Rohstoffen

Hygienespezialist hollu konnte seine Produktionskapazitäten um das Fünffache steigern und produzierte in den vergangenen Wochen über eine Million Liter EN-geprüfter Desinfektionsprodukte - großteils für das Tiroler Gesundheitssystem. Dies ist möglich, weil das Unternehmen – unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen – auf 3-Schichtbetrieb in der Produktion umgestellt hat.

 

„Das hohe Pensum schaffen wir dank dem außerordentlichen Engagement unserer Mitarbeiter und dank Unterstützung seitens der Politik", betont hollu Geschäftsführer Simon Meinschad. So hätten das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort sowie das Bundesministerium für Inneres hollu als wesentlichen Systemerhalter für die Versorgungssicherheit und Gesundheit der österreichischen Bevölkerung bewertet und den Zugang zu den Rohstoffen erleichtert.

 

Dadurch konnte die Kurzarbeit bei hollu vorerst in vielen Bereichen des Unternehmens aufgelöst werden. Intern hat hollu die Sicherheitsmaßnahmen nochmals erhöht und im Betrieb Hygienestraßen eingerichtet, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

 

Zudem arbeitet der Hygienespezialist an Maßnahmenplänen und Hygienekonzepten für seine Kunden, damit alle bestmöglich auf das Hochfahren der Wirtschaft vorbereitet sind.

 Foto: Doppelmayr/Garaventa

Doppelmayr nutzt Erfahrungen aus China

Der Weltmarktführer Dopplmayr hat sich gut auf die neue Situation eingestellt und kann so ihre Kunden wie gewohnt betreuen, wie Marketingleiter Jürgen Pichler versichert:

 

"In der aktuellen Situation steht für uns selbstverständlich die Gesundheit an oberster Stelle. Wir haben, wie so viele andere Unternehmen auch, eine Vielzahl an Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner getroffen."

 

Aufgrund der Erfahrungen der Mitarbeiter bei Doppelmayr China im Januar sowie der Kollegen bei Doppelmayr Italia, habe die Zentrale in Wolfurt frühzeitig entsprechende Vorkehrungen in die Wege leiten können. Diese hätten es ermöglicht, in den vergangenen Wochen einen geordneten Betrieb sicherzustellen.

 

"Unsere Mitarbeiter haben sich im Homeoffice eingerichtet, oder arbeiten im Schichtmodell und führen Meetings jetzt des Öfteren digital durch", sagt Pichler. Das Einhalten der empfohlenen Verhaltensregeln und Sicherheitsmaßnahmen funktioniere sehr gut. Für die Disziplin und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter für das Unternehmen und Projekte sei die Geschäftsleitung sehr dankbar.