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Marco Leu | CFO/Leiter Finanzen TITLIS | BERGBAHNEN, HOTELS & GASTRONOMIE

COVID-19 richtig kommunizieren

Mitarbeiterkommunikation in der Krise am Beispiel von Titlis und Mountain Guide Inside (TMC-Enluf).

Marco Leu, CFO der TITLIS | BERGBAHNEN, HOTELS & GASTRONOMIE im Interview.

 

COVID-19 hat die Welt im Griff. Wie geht der Titlis mit der aktuellen Situation um?

 

Am Samstag-Abend, 14.03.2020 erfolgte eine Verschärfung der COVID-19 Verordnung und Klarstellung, welche wir mit dem Bundesamt für Gesundheit besprochen und konsequenterweise umgesetzt haben. Somit mussten wir zu diesem Zeitpunkt das komplette Gebiet am TITLIS inkl. Gastronomie schliessen.

 

Die Gesundheit unserer rund 500 Mitarbeitenden, der Schutz unserer Gäste, jedoch auch die Sicherung unseres Unternehmens und der Arbeitsplätze haben höchste Priorität. Wir unterstützen deshalb die Weisungen des Bundesrates zur Bekämpfung des Coronavirus. Das Hotel Terrace, das Berghotel Trübsee und das TITLIS Resort blieben noch für einige Übergangstage geöffnet, da wir in diesen Betrieben noch Gäste beherbergen durften.

Wir haben verschiedene Szenarien zur Betriebsschließung und Wiedereröffnung entwickelt und sind bestens vorbereitet, um den Betrieb nach dem Shutdown wieder geordnet und angepasst hinaufzufahren. Damit wir schnell einsatzfähig sind, werden die großen Revisionsarbeiten der Anlagen auf der Hauptachse Engelberg-TITLIS, die im Herbst geplant waren, in den Frühling vor verschoben.

 

Wir gehen davon aus, dass sich voraussichtlich der Schweizer Markt und das Nahe Europa am schnellsten erholen werden. Wir bereiten eine Kampagne vor, um den TITLIS dann zum richtigen Zeitpunkt fokussiert und gezielt zu bewerben.

Da der heimische Markt von allen Destinationen hart umkämpft sein wird, müssen wir hier überproportional investieren. In einer weiteren und späteren Phase geht es darum, den internationalen Tourismus wiederum zu starten und mit voller Kraft weiter zu entwickeln.

 

In diesem Segment sind wir zwar sehr gut positioniert, doch gerade dieser «Neuanfang» bedeutet, dass zusammen mit unseren Partnern zusätzliche Mittel in die Vermarktung dieser Märkte investiert werden müssen.

 

Dennoch gehen wir davon aus, dass das internationale Reisegeschäft im laufenden Jahr nur zögerlich starten wird. Dies hängt weniger von der Entwicklung der Quellmärkte, als von der Entwicklung in Europa ab.

 

Die Erfahrungen der früheren Krisen (SARS, Finanzkrise, Vogelgrippe) zeigen, dass sich der Tourismus wiederum auf das vorherige Niveau erholen wird.

 

Die Coronakrise ist jedoch um eine Dimension einschneidender und wir hoffen, dass wir dieselben Entwicklungen wie nach den vergangenen Krisen haben werden.

Was sind die Konsequenzen für die Mitarbeiter?

 

Wir haben für die gesamte Belegschaft 100% Kurzarbeit bei der entsprechenden Amtsstelle beantragt. Unsere Mitarbeiter sind zu Hause in Kurzarbeit. Bei Kurzarbeit werden der Unternehmung nur 80% des Mitarbeiterlohns durch die Amtsstelle vergütet – somit besteht für die Mitarbeitenden auch nur einen Anspruch von 80% des Lohns.

 

Wir als Arbeitgeber übernehmen den GAP von 20% und zahlen allen Mitarbeitenden 100% Lohn aus. Die Mitarbeitenden würden selbstverständlich lieber arbeiten, als die Zeit zu Hause zu verbringen. Wir haben jedoch gewisse Arbeiten, die wir nun vorziehen – das sind Revisionsarbeiten an den Bahnanlagen; dies ermöglicht uns ein späterer Stillstand im Herbst zu umgehen; d.h. wir können dann ohne Unterbruch (ohne ausweichen auf die Linie 2) fahren.

Mountain Guide Inside ist ein Angebot von TMC Enluf.

Was hat sich seit der Einführung des Mountain Guide Inside in der internen Kommunikation verändert?

 

Mit der Einführung der MGI-Beekeeper Plattform konnten wir unsere interne Kommunikation stark verbessern – und es ermöglicht uns unsere Mitarbeitenden über 40 Nationen in Ihrer Sprache mit Informationen zu bedienen.

 

Die Mitarbeiter sind stets auf dem neusten Stand und können die Informationen zu jeder Zeit lesen und nachschlagen.

 

Weiter haben sie auch die notwendigen Reglemente jederzeit zur Hand. Für die Teamleiter ist das positive, dass sie nun so ein einfaches Gefäß haben, wie sie ihre Teams informieren und sich mit ihnen austauschen können – sei dies für Dienstpläne, -Abtausche, Organisation von Unterhaltsarbeiten, etc.

 

Gerade in Ereignissen wie einem Arbeitsunfall ist es wichtig, dass alle mit denselben Informationen zum selben Zeitpunkt bedient werden – dafür ist der MGI-Beekeeper top!

Wie wird der Mountain Guide Inside (MGI) in Zeit von COVID-19 eingesetzt und von den Mitarbeiter genutzt?

 

Wir informieren unsere Mitarbeitenden regelmäßig über die Änderungen der aktuellen Lage unseres Unternehmens. Sei dies mit Text, aber auch Videobotschaften. Auch die Teamleiter informieren laufend ihre Kollegen. Die Mitarbeitenden nutzen zudem die Plattform um sich untereinander aufzumuntern und auszutauschen. Wir haben eine sehr hohe Frequenz auf der Applikation – dies auch in der aktuellen Zeit.

Verlauf der MGI Nutzung bei Start der COVID-19 Welle

 

Wo liegt der größte Nutzen der Plattform?

 

Es sind stets alle Mitarbeitenden zum selben Zeitpunkt informiert – resp. sie sind nun INFORMIERT. Der entscheidende Punkt ist, dass wir die Mitarbeiter über die Plattform erreichen. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter die MGI-Beekeeper Plattform untereinander zur Kommunikation aktiv nutzen. Stand heute erreichen wir über die Plattform in Echtzeit 93% aller Mitarbeiter. Das gesamte TITLIS | BERGBAHNEN, HOTELS & GASTRONOMIE Team ist untereinander vernetzt. Die Dazugehörigkeit und Identifikation mit dem Unternehmen konnte zusätzlich gestärkt werden.