DE
DE
EN

Die Firma Wyssen ist u.a. bekannt als Hersteller von Lawinensprenganlagen. Fotos: Wyssen

Die Firma Wyssen und Corona

Geschäftsführer Sam Wyssen im SI Interview.

 

SI: Wie sehr schadet Ihnen die Corona-Krise?

 

Sam Wyssen: Wir mussten Planrechnung für 2020 etwas nach unten korrigieren, weil doch einzelne Kunden ihre geplanten Lawinensicherungsprojekte vorläufig zurückstellen. So wie es im Moment aber aussieht, werden wir dieses Jahr aber trotzdem erfolgreich abschliessen können.

 

Dank den vergangenen guten Jahren und einer nachsichtigen Geschäftsführung sind wir sehr solide aufgestellt. So können wir die Krise aus heutiger Sicht gut überstehen, auch wenn diese noch etwas länger andauern sollte. 

 

Was machen Sie mit Ihren Mitarbeitern?

 

Wir haben für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet. Ansonsten arbeiten wir unter Einhaltung von strengen Corona Schutzmassnahmen normal weiter.

 

Wir haben bereits früh interne Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter umgesetzt, unabhängig von den Vorschriften des BAG (Bundesamt für Gesundheit). In den nächsten Wochen werden anstehende Renovationsarbeiten an unseren Gebäuden in Angriff genommen und entsprechend Anteil Kurzarbeit reduziert.

Geschäftsführer Sam Wyssen.

Wie blicken Sie in die Zukunft?

 

Wenn die Corona Schutzmassnahmen in den nächsten paar Wochen weiter gelockert werden, kann bei vielen Bergbahnen kurzfristig hoffentlich das Schlimmste verhindert werden und sie können sich eventuell über den nächsten Winter etwas erholen. Das könnte zur Folge haben, dass sie dann die zurückgestellten Investitionen im nächsten Jahr wieder schrittweise in Angriff nehmen.

 

Wenn aber die Corona Schutzmassnahmen noch längere Zeit aufrecht erhalten bleiben, wird der wirtschaftliche Schaden für viele Bergbahnen substantiell. Selbstredend wird bei diesem Szenario die Investitionstätigkeit über mehrere Jahre zurückgehen.

 

Ja nach Szenario wird natürlich unser Absatz entsprechend beeinflusst. Wir konnten in den letzten Jahren zum Glück in verschiedenen Ländern Fuss fassen, wo unsere Kunden mehrheitlich die öffentliche Hand ist. Dadurch sind wir natürlich etwas breiter abgestützt und können allfällige Absatzausfälle im Alpenraum kompensieren. 

Welche Strategien haben Sie?

 

Wir setzen weiterhin auf innovative Lösungen, welche für unsere Kunden einen grossen Nutzen bringen und die Arbeit im Lawinendienst einfacher, schneller, besser und mit einer hohen Rechtssicherheit machen. Es ist uns ein besonders wichtiges Anliegen, dass wir unser 24/7 Service auch in dieser schwierigeren Zeit weiterhin gewährleisten können. Der laufende Betrieb der Anlagen (Hotline, Störungsdienst etc.) und auch die Wartungsarbeiten im Sommer sollen gewährleistet bleiben, selbst wenn sich die Massnahmen wieder weiter verschärfen würden.

 

Inwiefern muss die Politik Sie unterstützen?

 

Die Hilfsangebote der Schweizer Politik sind extrem pragmatisch und hilfreich. Das macht mich sehr stolz auf unsere Regierung. Jetzt ist es aber wichtig, dass die Corona Massnahmen möglichst rasch schrittweise weiter aufgelöst werden, so dass auch die Bergbahnen bald wieder den Betrieb aufnehmen können. Der wirtschaftliche Schaden aller Beteiligten ist extrem gross und muss bei der Planung der Massnahmen stark gewichtet werden.

Unsere Niederlassungen in Österreich, Norwegen, Kanada, Chile und den USA haben bis Dato noch keine staatliche oder firmeninterne Unterstützung benötigt und aus heutiger Sicht wird sich diese Situation auch nicht ändern.