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Podiumsgäste um Moderator Philipp Mcallister (Mitte) lauscht den Ausführungen des Gebietsentwicklers otto Steiner (zweiter von rechts).

1. INNSBRUCKER HAHNENKAMPF :

NATURERLEBNISE STATT DISNEYLAND

Moderator Philipp Mcallister konnte am Messedonnerstag der INTERALPIN hochkarätige Podiumsgäste zum 1. Innsbrucker Hahnenkampf begrüßen: Christian Lang, Gebietsentwickler der Firma PRONATOUR, Franz hörl, Seilbahn- Obmann der WKO, Otto Steiner, Gebietsentwickler von STEINER SARNEN SCHWEIZ, Martin Seibt, Unternehmensberater und Veronika Scheffer, Geschäftsführerin der Liftgesellschaft Zauchensee, diskutierten über die Inszenierung von Skigebieten.

 

Ist sie der Weg der Zukunft oder ein teurer PR-Gag? Die erste Podiumsdiskussion des Si-Magazins drehte sich um Sommertourismus, Bergerlebnisse und ob die Skigebiete in den Alpen eine Personalstruktur haben, die der Inszenierung im Wege steht, sprich ob bspw. ausländische Bedienungen eine lokale Geschichte transportieren können oder nicht. Im Anschluss an die Diskussion, kamen einige Zuhörer zu Wort, die mit den Podiumsgästen darüber diskutierten, ob die Digitalisierung ein Fluch oder ein Segen für die Wintersportwirtschaft darstellt.

CHRISTIAN LANG

GEBIETSENTWICKLER PTONATOUR

Die Zahlen sprechen für die Inszenierung von Skigebieten. Viele Menschen aus dem urbanen Raum sind naturfremd und müssen mit authentischen, regionalen Themen auf die Berge gelockt werden. Jedes Skigebiet braucht seine eigene Idendität, denn aufgesetzte Ideen wirken nur kurzfristig.“

FRANZ HÖRL

SEILBAHN- OBMANN DER WKO

„Wir brauchen kein Disneyland auf dem Berg. Die Natur spricht für sich, der Berg verkauft sich selbst. Dezente Inszenierung ist wichtig, jedoch kann man einen Berg kaum das ganze Jahr über bespielen, weil entweder das Wetter, die Jäger oder die Grundstückseigentümer dagegen sind.“

OTTO STEINER

GEBIETSENTWICKLER

„Sehnsucht macht Preise. Wir müssen qualitative statt moralische Grenzen auskosten und neue Zielgruppen, etwa die Migranten, erschließen, um unsere Skigebiete zukunftssicher zu machen. Dabei gibt es keine Nicht-Inszenierung und die beste Inszenierung ist die, welche der Gast nicht bemerkt.“

MARTIN SEIBT

UNTERNEHMENSBERATER & POWER- SKI-USER

„Die ganze Inszenierung bringt nichts, wenn die Mitarbeiter die Philosophie nicht mittragen. Wenn die Bedienung in der Skihütte unfreundlich ist, ist es mir egal, wie der Gastraum aussieht. Zudem darf man bei der Inszenierung nicht die urbane Sicht vergessen. Der Gast muss mit Vorfreude in die Berge kommen.“

VERONIKA SCHEFFER

LIFTGESELLSCHAFT ZAUCHENSEE

„Der Berg ist modern, wir können aber nur punktuell inszenieren - und nicht die ganzen Alpen. Wenn ich nur wenige Betten habe, muss auch die Inszenierung kleiner sein. Zudem muss die Region selbst stolz auf „ihre“ Inszenierung sein - ein Disneyland ohne Bezug ist hier fehl am Platz.“