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US Marketing-Experte Marc S. Pritchard Foto: Procter & Gamble

KREATIVITÄT & STORYTELLING :

INSZENIERTES WIRKSAM MACHEN

„Am Anfang steht eine authentische, unverwechselbare Idee, die dem Konsumenten dienen muss. Die umgesetzte Idee präsentieren wir dann im Zusammenhang mit unserem Gesamtangebot.

 

Das erfolgt in der ganzen Breite der möglichen Kommunikationskanäle, die uns zur Verfügung stehen“, beschreibt US Marketing-Experte Marc S. Pritchard seinen Anspruch an neue Ideen ebenso wie seine Ansätze, diese zu kommunizieren.

 

Pritchard, globaler Marketingchef des USKonsumgüter- Riesen Procter & Gamble denkt in anderen Dimensionen. Und doch - seine Ratschläge sind auf mittelständische Unternehmen und Tourismusdestinationen gut übertragbar.

DEM GAST ,,DIENENDE" ATTRAKTIONEN

Der Marketingexperte rät dazu der Kreativität eine klare Richtung zu geben: Es sind dem Gast „dienende“, neue Attraktionen hervorzubringen. Das Neue soll als Erweiterung des Bestehenden empfunden werden.

 

Kreativitäts-Sprünge, also völlig neue Ideen, um ganz andere Wege zu gehen, sind möglich, sollten aber die Ausnahme bleiben. Gleichzeitig steckt der Marketing- Profi den Rahmen für die Kommunikations- Darstellung des Neuen ab: Auf allen möglichen Kanälen soll das Neue kommuniziert werden. Dabei ist wichtig, dass es als Teil des Gesamtangebots dargestellt und vom Gast so wahrgenommen wird.

KREATIVITÄT FÖRDERN

„Warum eigentlich nicht ...“ oder „Das probieren wir einmal ...“ als Denkweisen, sind eine gute Basis für neue Einfälle. Neugierde, Offenheit und Interesse an Fremdem prägten das Umfeld, in dem sich Kreativität am besten entwickelt. Auch Ideen, die von außen kommen, „gedeihen“ so besser. Gleichzeitig wirken sich Vorgaben positiv auf die Kreativität aus.

 

Das fand Catrinel haught tromp von der amerikanischen Rider University heraus. Vorgaben zwingen, so die Forscherin, zu „ungewöhnlichen Gedankenwegen“.

 

Das führe zu kreativeren Lösungen. Entsprechend sind Vorgaben wie „Attraktionen zu entwickeln, die dem Gast dienen“, kreativitätsfördernd.

SCHLAGWORT STORYTELLING

Gleich vorweg - „Storytelling“ im Marketing hat nichts mit onkelhaftem Erzählen von Märchen zu tun. Es ist eine seit Jahren bewährte Kommunikationsmethode. „Packende Geschichten statt platter Statements“ versprachen Autoren eines Fachbuchs bereits 2004. Eine Tourismusregion versendet derzeit „Storyteller“ genannte E-Mail Newsletter.

 

Und der deutsche Storytelling-Experte Michael Müller warnte kürzlich: „Geschichten eignen sich nicht für jeden Zweck.“ Daher ist es ratsam, zuerst einmal „Storytelling“ beiseite zu lassen und sich auf das Notwendige zu konzentrieren: Themen und Informationen sollten inhaltlich wie optisch klug aufbereitet und argumentiert werden.

 

Sehr hilfreich dabei ist, von „Neu“ oder „Aktuell“ sprechen zu können. Die Infos sollten in erster Linie emotional, aber auch rational an den Gast herangetragen werden. Das soll in Häppchenform über alle möglichen Kommunikationskanäle erfolgen. Rückmeldungen von Gästen sind zu erwarten, flexibel zu bearbeiten und bestmöglich zu nutzen. (Quellen: P&G/Horizont; Psychologie heute; Storytelling - Das Harun-al-Raschid- Prinzip, Hanser 2004; W&V)