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Otto Steiner Gebietsentwickler der Kreativfabrik STEINER SARNEN SCHWEIZ

SI - MEINUNGSSEITE

VERLASSEN SICH SKIGEBIETE AUF IDEEN VON DER STANGE ?

Wie sichert man die Zukunft einer Bergbahn? Sind es neue, leistungsstarke Kabinen? Sind es neue Erlebnisangebote wie Seilpark, Hüpfburg, Aussichtsplattform oder Biketrails? Stress pur für Seilbahndirektoren! Plötzlich sind sie nicht nur für Sicherheit und Marketing, sondern auch für die Emotionen und Erlebnisse verantwortlich. Verständlich, wenn man auf erfolgreiche Rezepte und erfolgreiche Beispiele zurückgreift.

 

Hexenwasser ist ein Paradebeispiel. Wie oft wurde die erfolgreiche Sommerattraktion in Hochsöll (Österreich) kopiert? Aber Ideen von der Stange führen nicht zum gewünschten Alleinstellungsmerkmal. Ein USP ist nötig, um langfristig erfolgreich zu sein. Gefragt ist also eine klare Positionierung. Einige Unternehmen haben das erkannt. Beispielsweise die Verantwortlichen auf dem Flumserberg (Schweiz). Sie haben den Mut, den Heidi-Roman zu inszenieren und ein ganzjähriges Alperlebnis zu schaffen.

 

Die Gäste tauchen aktiv in die Geschichte des berühmtesten Mädchens der Schweiz ein. Mehr als 30 Häuser entstehen, die alle die Welt von Heidi erzählen. Vielfältig, spektakulär, unterhaltsam. Die bestehenden Alpbetriebe wie die Gastronomie, Viehwirtschaft, Sennerei und Übernachtungsangebote werden in das Besuchererlebnis integriert. Und die Bergbahnen? Sie freuen sich auf neue Besuchersegmente, die dank der fröhlichen und lebensfrohen Heidi die Bahn benützen und die Welt der Berge entdecken. Das Heidi Alperlebnis wird zum Reisemotiv! Unkopierbar und neue Besuchersegmente erschliessend.

ANDREA DEL FRARI

DIREKTOR DES SKIGEBIETES KRONPLATZ

„Es gibt mehr als 600 Skigebiete in den Alpen mit mehr als fünf Pistenkilometern und alle haben sie eines gemeinsam: Skifahren. Und es funktioniert. Im Sommer ist es das Wandern, Biken und es sind die Familien: Wege, Trails und Attraktionen für Kinder.

 

Und es funktioniert. Je nach Budget werden die Attraktionen größer oder kleiner und bekommen einen anderen Namen. Wenn etwas in einem Gebiet gut funktioniert: Wieso soll es nicht auch in einem anderen Gebiet angewandt werden? Schlussendlich haben andere Gebiete vielfach auch andere Gäste.

WALTER EISENMANN

GESCHÄFTSFÜHRER DER BERGBAHN SÖLL / HEXENWASSER HOCHSÖLL

Beim Hexenwasser gehen wir seit 15 Jahren konsequent einen Weg der Evolution. Es gab nie einen echten Masterplan für diesen Erfahrungsberg, sondern „nur“ viele Idealisten, die gemeinsam etwas ganz Besonderes im sommerlichen Hochsöll entwickeln wollten.

 

Natürlich freut uns die Tatsache sehr, dass das Hexenwasser sowohl von Familien, aber auch älteren Menschen, von Schulen und Vereinen so gut angenommen wurde.

 

Ich glaube, dass der Erfolg darin begründet ist, dass alle – Seilbahner, Wirte, Eigentümer, Freiwillige - immer an einem Strang gezogen haben und stets das gemeinsame Ziel im Visier hatten. Das Hexenwasser soll weniger unterhalten, als vielmehr das Bedürfnis bei unseren Besuchern wecken, selbst in der Natur aktiv zu werden, etwas zu erleben, zu erfahren, zu erlernen.

 

Wir wollen nur die idealen Rahmenbedingungen schaffen, dass genau das gelingt. Die Rückbesinnung auf Natur und Traditionen ist unsere Triebfeder. Es gilt, Rätsel und Geheimnisse zu thematisieren und zu lüften, Neugierde und Spannung zu erzeugen.

 

Wir wollen bei allem, das wir tun, so echt, authentisch und qualitativ hochwertig wie möglich agieren. Dass wir uns mit diesem Projekt eine kleine Pionierrolle innerhalb der Seilbahnbranche und im Tourismus erobert und eine gewisse Signal- und Vorbildwirkung haben, erfüllt uns mit Stolz und ist Ansporn für die nächsten Jahre.

RETO GURTNER

GESCHÄFTSFÜHRER WEISSE ARENA LAAX

In Zukunft wird eine klare Positionierung der Bergbahnen immer wichtiger werden. Kopien sind nicht authentisch und längerfristig auch nicht erfolgreich. Daher setzt Laax klar auf Freestyle und wurde 2016 als World’s Best Freestyle Resort ausgezeichnet.

 

Ein Erfolg der nicht möglich gewesen wäre, ohne eine klare Strategie und Positionierung. Dazu müssen Tourismusdestinationen in den Bergen lernen, flexibler und agiler zu werden, um den Gästen einzigartige Erlebnisse bieten zu können. Ein weiterer Punkt, welcher für die Bergbahnunternehmen immer wichtiger wird und nicht zu unterschätzen ist, ist die Digitalisierung.