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Die Platzverhältnisse für den Umbau im Motorraum der Werkseilbahn Löntsch waren großzügig. Fotos: Inauen-Schätti

Inauen Schätti:

Umbau am Herzen

Ausgerechnet den Motor, das Herzstück der Werkseilbahn Löntsch, durfte INAUEN-SCHÄTTI kürzlich ersetzen. Hinzu kam der Austausch zahlreicher Komponenten, um die fast 50 Jahre alte Anlage zukunftssicher zu machen.

 

Die Werkseilbahn Wasserschloss Löntsch im Kanton Glarus ist seit 1972 ohne nennenswerte Erneuerungen in Betrieb. Die einspurige Pendelbahn ohne Streckenstützen wird ganzjährig betrieben und dient als Zugang zum Wasserschloss.

 

Die Anlage kann 31 Personen oder fünf Tonnen Nutzlast transportieren und wird entweder von der Talstation oder aus dem Fahrzeug durch einen Maschinisten bedient.

 

An das Gehänge, welches an der Basis mit einer Plattform mit Kranführerkabine versehen ist, kann entweder Material, eine Materialbarelle oder die Kabine gehängt werden. Diverse Komponenten der Anlage befinden sich nach rund 46 Jahren in Betrieb am Ende der Lebensdauer.

Da der zuverlässige Seilbahnbetrieb mit den verbauten Komponenten nicht bis an das Konzessionsende des Kraftwerks aufrechterhalten werden kann, beauftragte der Betreiber INAUEN-SCHÄTTI mit dem Umbau der Bahn.

 

„Hier kam uns zugute, dass unsere Vorgängerfirma STREIFF der Hersteller der Seilbahn Löntsch war. Wir hatten also noch alle alten Unterlagen, Berechnungen und Pläne“, berichtet Projektleiter Peter Schindler. Die Ausschreibung habe INAUEN-SCHÄTTI aber aufgrund seines detaillierten Konzeptes und des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses gewonnen, sodass die Firma 2018 mit dem Umbau beginnen konnte.

Motor, Bremse, Steuerung - alles neu

Wesentlicher Teil der Modernisierung war dabei der Ersatz des Motors. „Als neuer Hauptmotor haben wir einen wartungsarmen 250 kW Frequenzumrichter gesteuerten Drehstrommotor der Firma ABB eingebaut“, berichtet Schindler. Zwischen Motor und Getriebe wurde eine neue elastische Nockenkupplung eingebaut, an welcher auch die Bremsscheibe installiert ist.

Kraftwerkseilbahn Löntsch.

„In dem Zuge haben wir die Motor-Getriebe-Kupplung inklusive Bremsscheibe mit einem Berührungsschutz versehen sowie die Betriebs- und Sicherheitsbremse ersetzt“, sagt der Projektleiter. Zudem installierte INAUENSCHÄTTI ein Bremshydraulikaggregat von BOSCH REXROTH. Der Notantrieb besteht künftig aus einem Frequenzumrichter gesteuerten 45kW Drehstrommotor, der im Kommandoraum von einer separaten Bedienstelle gesteuert wird.

 

„Der Notantrieb ist komplett unabhängig vom Hauptantrieb und wird durch einen Dieselstromerzeuger mit Energie versorgt“, betont Schindler. Kontrolliert werden Motor, Bremsen und Notantrieb ab sofort durch eine neue Steuerung von SISAG. Die Firma aus Schattdorf durfte zudem eine Fernüberwachungsanlage installieren.

Urs Winiger: Geschäftsführer Kraftwerk Löntsch (AXPO Power AG)

 

„Da unserere Seilbahn den einzigen wetterunabhängigen Zugang zu Kraftwerkrelevanter Infrastruktur darstellt, war eine professionelle Arbeitsweise notwendig. Die Firma INAUEN-SCHÄTTI erfüllte diesen Anspruch vollkommen, die Zusammenarbeit war sehr gut. Unsere Anliegen flossen stark in das Projekt mit ein. Nun fährt die Seilbahn problemlos ihre rund 350 Fahrten pro Jahr. Wir empfehlen INAUEN-SCHÄTTI unbedingt weiter!“

Mithilfe von 3D-Modellen machten sich die Projektteilnmer früh einen detaillierten Überblick.

Getriebe außerplanmäßig ersetzt

„Das Hauptgetriebe sollte einer Werkrevision unterzogen werden, die Kollegen der KISSLING AG haben jedoch Risse in der Verzahnung festgestellt“, berichtet der Projektleiter weiter.

 

Die Folge: Das Innenleben des Getriebes musste außerplanmäßig ersetzt werden, das Projekt verzögerte sich um vier Monate. „Solche Schäden entdeckt man leider erst nach dem Ausbau“, sagt Schindler.

 

Der Rest des Umbaus verlief allerdings problemlos, insbesondere da die Platzverhältnisse im Maschinenraum sehr großzügig waren.

 

Zudem durfte das Team von INAUEN-SCHÄTTI die Antriebe am Verschiebepodest in der Bergstation ersetzen. Hinzu kamen zahlreiche weitere kleinere Umbauten im Zuge der Modernisierung.

Detaillierte Dokumentation

Planung und Umsetzung gestalteten sich dabei sehr detailliert, da die Betreiber, mit großem Interesse und großem eigenem Know-how in der Elektrotechnik, mit INAUEN-SCHÄTTI zusammengerarbeitet hatten: „Mithilfe von 3D-Modellen, umfangreichen Dokumentationen und detaillierten Infos von Seiten der Betreiber war ein guter und genauer Ablauf des Projektes gewährleistet“, freut sich Schindler.

 

Nun steht einem zukunftsfähigen Betrieb der Werkseilbahn Löntsch nichts mehr im Wege. ts

Werkseilbahn Wasserschloss Löntsch