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Salzmann: Materialseilbahnen für 380kV-Starkstromleitung

Die 380kV Salzburgleitung ist eines der größten Infrastrukturprojekte im Bereich der Energieverteilung in Österreich.

Das Ingenieurbüro SALZMANN plant 79 Materialseilbahnen für die Montage von 230 Stromleitungsmasten.

 

Mit 113 Kilometer Trassenlänge ist die 380kV-Starkstromleitung Salzburg derzeit eines der größten Infrastrukturprojekte im Bereich der Energieverteilung in Österreich.

 

Das UVP-Verfahren fordert von der Bauherrin Austrian Power Grid (APG), Hubschrauberflüge für Bau und Montage der Stromleitungsmasten möglichst zu vermeiden.

 

Da viele Stützenstandorte aufgrund der Topografie oder fehlender Zufahrtsrechte nicht mit LKW erreichbar sind, entschied sich die APG für Materialseilbahnen als Alternative.

Im Ausschreibungsverfahren konnten sich die Ingenieure von SALZMANN mit ihrem Know-how bei der Projektierung und mit ihrer Marktkenntnis im Bereich Materialseilbahnen durchsetzen.

Insgesamt will SALZMANN 63,5 Kilometer der 113 Kilometer langen Leitungstrasse mit 79 Materialseilbahnen erschließen.

79 Materialseilbahnen

63,5 Kilometer der insgesamt 113 Kilometer langen Trassenlänge sollen die Ingenieure von SALZMANN mit Materialseilbahnen erschließen.

 

230 Masten will die APG in diesem Bereich errichten, auf Basis der Genehmigungsplanung sind dafür 79 einzelne Materialseilbahnen erforderlich.

 

„Die Bahnlängen variieren von wenigen hundert Metern bis zu zehn Kilometern. Die Bauphase läuft zweieinhalb Jahre, es wird auch über den Winter gebaut“, berichtet Stephan Salzmann, der Geschäftsführer des Ingenieurbüros.

 

Die Aufgaben für die Seilbahnplaner sind dementsprechend zahlreich und vielfältig. So erstellen sie etwa die Transport- und Materiallogistik für die Gründung der Fundamente und die Montage der Masten, sowie die Bauzeit- und Einsatzpläne.

 

„Zudem schätzen wir die Kosten ab und projektieren sämtliche Materialseilbahnen mit ihren Be- und Entladestationen“, erklärt Salzmann.

Darüber hinaus schreiben die Ingenieure Auf- und Abbau, Miete und Betrieb der Materialseilbahnen aus und begleiten deren Bau.

 

„Wir müssen die einzelnen Bahnprojekte so definieren, dass die benötigten Ausrüstungen und Ressourcen am Markt auch verfügbar sind. Das erfordert von uns eine detaillierte Analyse der längeren Bahnen, da diese viel Ausrüstung und Ressourcen binden“, spricht Salzmann über die schwierigste aller Aufgaben im Rahmen des Megaprojekts.

 

Die temporären Materialseilbahnen kommen dort zum Einsatz, wo für die Errichtung von Baustraßen keine Zustimmungserklärungen seitens der Grundeigentümer vorliegen, oder wo die Geländeverhältnisse (Hangneigungen, Geologie etc.) keine Baustraßenerrichtung zulassen.

 

„Die Baustelleneinrichtung wird üblicherweise im Bereich eines Lagerplatzes, einer Ausweiche oder dergleichen situiert, der für den Materialtransport über Baustraßen oder das Bestandswegenetz erreichbar ist“, berichtet Salzmann.

 

Für die Montage der Stützen und Anker bzw. dem Aufbau von Anlagenteilen ist zumeist kurzzeitig ein Hubschraubereinsatz notwendig.

Spezielle Kurvensättel und Stützen ermöglichen eine Streckenführung mit Kurvenradien von über 50 Grad. Fotos: SALZMANN

Verschiedene Seilbahntypen

Die zum Einsatz kommenden Materialseilbahnen ermöglichen einen Lastentransport von bis zu fünf Tonnen.

 

Die maximalen schrägen Längen zwischen den Materiallagerplätzen und den jeweiligen Maststandorten liegen zwischen 25 und 600 Metern.

 

„Im Falle gerader Sektionen ohne Kurvenradien bis zu Längen von rund 600 Metern setzen wir Kippmastseilgeräte ein. Ansonsten kommen Umlaufsysteme - auch mit Kurven - zum Einsatz“, erklärt Salzmann.

 

Mit Letzteren lassen sich zeit- und arbeitsintensive Umladetätigkeiten der Baumaterialien zwischen den einzelnen Sektionen vermeiden und es können auch schwere Lasten auf der Strecke exakt positioniert werden.

 

Sehr kleine Strecken unter 25 Metern werden mittels Mobilkran (Autooder Raupenkran) bedient. Alle Seilbahnkrananlagen bestehen aus Laufwagen mit ferngesteuertem Seilkran, Tragseil, Zugseil, Stützen, Winde bzw. Antriebseinheit und Verankerungen. ts

Für die End-Anker des Tragseils werden mit Beton- oder Stahlstreben gefüllte Rohre vergraben oder Fels- bzw. Bohranker gesetzt.