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Bis zu 120 Fahrer pro Tag verzeichnet die Mountaincart- Strecke am Spitzingsee. Fotos: Alpenbahnen Spitzingsee, Gisela Schregle

Mountaincart

Retter der Sommersaison

Die Alpenbahnen Spitzingsee spielten 2016 mit dem Gedanken, die Stümpfling-4er-Sesselbahn im Sommer wegen geringer Auslastung zu schließen. Doch dann kamen die Mountaincarts!

 

Als „Herz Oberbayerns“ bezeichnen sich die Alpenbahnen Spitzingsee. Im Sommer bietet das Skigebiet mit der Kabinenbahn Taubenstein und der 4er-Sesselbahn Stümpfling zwei Anlagen, die in überaus reizvolle Wandergebiete führen. Trotzdem war früher die Auslastung der Stümpflingbahn sehr gering. Vor allem der benachbarte Spitzingsee, der mit dem Auto erreichbar ist, war eine harte Konkurrenz.

  

„Im Jahr 2016 spielten wir sogar mit dem Gedanken, die Anlage im Sommer ganz zu schließen“, berichtet Geschäftsführer Peter Lorenz. Doch dann kamen die Mountaincarts! Denn genau vor drei Jahren stellte Joachim Jeßberger von MOUNTAINCART seine Downhill-Fahrzeuge am Spitzingsee vor – und lief bei Lorenz offene Türen ein: „Die Investition in Mountaincarts erschien mir am wenigsten riskant.

 

 Während wir etwa bei einer Sommerrodelbahn viel Geld aufbringen und groß in die Natur eingreifen müssten, benötigen wir bei den Mountaincarts nur ein paar Fahrzeuge und kleinere Arbeiten an der Strecke“. Falls die Dowhnhill-Attraktion von den Gästen nicht angenommen worden wäre, hätten sie die Fahrzeuge einfach an andere Destinationen verkauft, so der Geschäftsführer weiter.

Die Strecke am Spitzingsee ist 3,5 km lang und verläuft von der Bergstation der Stümpflingbahn auf dem Forstweg bis zur Stümpfling-Talstation.

25 Prozent mehr Gäste

Doch dazu bestand nie ein Anlass. Die Mountaincarts steigerten die Gästeanzahl in drei Jahren um mehr als 25 Prozent. „Dank der Mountaincarts können wir die Stümplingbahn nun auch im Sommer offen halten“, freut sich Lorenz. Mittlerweile ist die Mountaincart-Flotte von zehn auf 40 Fahrzeuge angewachsen.

 

Jedes Mountaincart wird im Schnitt einmal am Tag ausgeliehen, „wobei wir an Spitzentagen bis zu 120 Verleihvorgänge verzeichnen“, betont Lorenz. Die meisten Gäste fahren mindestens zweimal, da bis zu drei Fahrten in der Leihgebühr von 13 Euro enthalten sind. „Hinzu kommt die Bergfahrt mit der Seilbahn für neun Euro, beziehungsweise 22 Euro bei drei Fahrten“, erklärt Lorenz die Preistruktur. Kinder zahlen für das Ausleihen der Mountaincarts ebenfalls 13 Euro, die Preise der Bergfahrt sind mit fünf (eine Fahrt) bzw. elf Euro (drei Fahrten) dagegen günstiger.

Wälle statt Leitplanken

Die Gäste bezahlen die Gebühr für das Mountaincart und das Seilbahnticket an der Talstation und müssen dort als Pfand Führerschein, Personalausweis oder Ähnliches hinterlegen. „Damit sichern wir uns gegen Diebstahl ab“, so Lorenz. An alkoholisierte Personen wird nicht verliehen. Die „Mieter“ erhalten die Mountaincarts nach einer Einschulung an der Bergstation, die sie mit einer Unterschrift bestätigen müssen. Währendessen werden die Fahrzeuge mit selbst konstruierten Halterungen an den Seilbahnsesseln nach oben transportiert. Danach fahren die Gäste die 3,5 Kilometer lange Strecke in bis zu 15 Minuten hinunter. Der Schotterweg ist mit einer Schranke für den Verkehr gesperrt und mit Warn- und Hinweistafeln ausgeschildert.

 

„Als Leitplanken in den Kurven dienen Erdwälle, die wir extra aufgeschüttet haben“, führt Lorenz weiter aus. Vor jeder Sommersaison wird die Strecke Instand gesetzt, zudem wird sie täglich vor Betriebsbeginn und zu Mittag von einem Mitarbeiter abgefahren. „Für zusätzliche Sicherheit sorgen unsere Kontrollen an den Fahrzeugen. Nach jeder Fahrt unterziehen unsere, von der Firma MOUNTAINCART geschulten Mitarbeiter die Bremsen und Reifen einem kurzen Check“, sagt der Geschäftsführer. Bei Bedarf werden die Fahrzeuge in der hauseigenen Werkstatt repariert. „Da wir sehr nahe an Bad Aibling, dem Firmensitz von MOUNTAINCART liegen, bekommen wir Ersatzteile besonders schnell. Zudem ist das dortige Lager extrem umfangreich“, schwärmt Lorenz.

Peter Lorenz

Geschäftsführer Alpenbahnen Spitzingsee

„Im Jahr 2016 spielten wir mit dem Gedanken, die Seilbahn im Sommer ganz zu schließen. Doch dank der Mountaincarts haben wir innerhalb von nur drei Jahren 25 Prozent mehr Gäste gewonnen. Und das ohne große und riskante Investitionen. Die Kunden – und auch wir selbst – sind von dem Handling, dem tiefen Schwerpunkt und dem breiten Radstand der Fahrzeuge begeistert. Mountaincart fahren ist easy und ungefährlich!“

Viele Wiederholungsfahrer

„Insgesamt beschäftigen wir bis zu fünf Personen, um den Betrieb der Mountaincarts abzuwicklen“, so der Geschäftsführer weiter. Vor allem bei hohem Andrang sei jeder Mitarbeiter gefragt. Neben Familien sind vor allem Gruppen die Nutzer der Mountaincarts am Spitzingsee. Die meisten Gäste wollen nach einer Probetour sofort noch einmal fahren. Oder wie es Lorenz zusammenfasst: „Die Kunden – und auch wir selbst – sind von dem Handling, dem tiefen Schwerpunkt und dem breiten Radstand begeistert. Mountaincart fahren ist easy und ungefährlich!“ ts

Bergsommer 2018:

Neues von Mountaincart

Der Sommer ist da – und mit ihm setzt auch wieder der Gästeandrang auf die mittlerweile über 60 Destinationen mit Mountaincart-Verleihbetrieb ein. Auch heuer stocken deshalb wieder zahlreiche Stationen ihr Mountaincart-Angebot zum wiederholten Male auf. So sind mancherorts Verleihflotten von über 100 Mountaincarts mit 30.000, 50.000 oder 70.000 Abfahrten pro Sommersaison je Destination entstanden, die das Seilbahngeschäft dort immens beleben. Die Firma MOUNTAINCART arbeitet eng mit ihren Partnern vor Ort zusammen und nutzt ihren dadurch gewonnenen Erfahrungsschatz aus über zehn Jahren kommerziellen Mountaincart-Verleihbetrieb mit insgesamt etwa zwei Millionen absolvierten Gäste-Abfahrten, um das Funsportgerät in puncto Sicherheit, Wartungsfreundlichkeit und einfache Bedienbarkeit immer weiter zu verbessern.

 

Deshalb setzen gerade auch Destinationen mit Kinderfokus wie die Wunderwiese in Puchberg am Schneeberg/NÖ heuer neu auf den bestens bewährten Publikumsrenner genauso wie Zermatt im Kanton Wallis, wo die Gäste am Rothorn auf über 3.000 Meter Seehöhe eine spektakuläre, aber anspruchsvolle Strecke erwartet. Das hat heuer auch wieder weitere Destinationen überzeugt, künftig auf das bewährte Produkt aus dem oberbayerischen Bad Aibling zu setzen, wie Crans-Montana im Wallis, Bramberg am Wildkogel oder Pfelders in Südtirol. Auch an Schleppliften überzeugen die Mountaincarts durch ihre sichere und einfache Handhabung, was die Gäste heuer neu beispielsweise in Altenberg im Erzgebirge ausgiebig nutzen.