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Die Entscheidung für eine Standseilbahn fiel aufgrund der Faktoren Transportkapazität und Zuverlässigkeit der Anlagen.

Garaventa

Vom neuen Bahnhof zum Kirchberg

Die neue Standseilbahn soll dafür sorgen, dass Autos in Zukunft häufiger zu Hause bleiben.

 

Während urbane Seilbahnen in Südamerika und Asien bereits zahlreich im Einsatz sind, stellen diese in Europa noch eine Seltenheit dar. Meist werden sie als Touristenattraktion präsentiert, welche die Besucher zu einer Wanderung auf den Berg bringt oder aber die Anreise zu einer bekannten Sehenswürdigkeit erleichtern soll. Das weitverzweigte Seilbahnnetz von La Paz oder die Alemao- Bahn in Rio zeigen, dass diese Anlagen auch als Verkehrsmittel gut geeignet sind.

 

Viele Städte setzen beispielsweise aus Kostengründen oder aus Platzgründen auf die umweltfreundliche und barrierefreie Lösung Seilbahn. Damit werden die früheren Aufstiegshilfen nicht länger nur zum Überwinden von Höhenunterschieden angelegt sondern treten auch als alltägliches Transportmittel in das Bewusstsein der Menschen. Den Verkehr im Zentrum zu minimieren und trotzdem einen komfortablen und raschen Transport in die Stadt zu ermöglichen, war auch der Gedanke hinter der im Dezember 2017 eröffneten Pfaffenthal-Kirchbergbahn in Luxemburg.

Die insgesamt vier Kabinen der zwei Anlagen können die Herausforderung der Berufsverkehrszeiten ohne Probleme meistern. Bilder: DOPPELMAYR

Die Standseilbahn ist im Zuge des neuen Bahnhofs Kirchberg-Pfaffenthal entstanden, welcher nun als Umsteigeplattform dient. Früher war diese Region von der Stadt aus nur über eine autobahnähnliche Brücke erreichbar. Im Zuge des nachhaltigen Mobilitätsprojektes der Stadt Luxemburg wurde das Kirchberg Plateau angelegt. Im Zuge eines landesweiten Konzeptes für nachhaltige Mobilität wurde das Kirchberg Plateau mittels einer Standseilbahn mit der talwärts liegenden Eisenbahn verbunden. Auf Kirchberg startete die Tram am gleichen Tag die Inbetriebnahme ihrer ersten Trasse.

 

Gemeinsam werden Tram und Standseilbahn die Strassen der Stadt Luxemburg spürbar entlasten. Die Verkehrsfrage ist derzeit in vielen Ländern ein wichtiges Thema, welches man versucht bestmöglich zu bewältigen. Simulationen von Forschern prognostizieren für Luxemburg bis zum Jahr 2030 einen ständigen Anstieg der Pendler. Dies würde ein vermehrtes aufkommen von Fahrzeugen bedeuten, welches man im Großherzogtum frühzeitig unterbinden möchte. Das Projekt Kirchberg-Plateau ist dabei ein erster Schritt, die Gebiete besser miteinander zu vernetzen.

Tom Braun

Abteilungsleiter für Infrastrukturprojekte

„Wir waren mit der Firma GARAVENTA sehr zufrieden. Sie sind auf unsere Wünsche eingegangen und sind gut mit der gegebenen Projektsituation umgegangen. Da die Talstation der Standseilbahn gleichzeitig auch Bahnhofstation ist, mussten die beiden Projekte eng aufeinander abgestimmt werden. Wir sind froh, dass die neue Standseilbahn. Wir sind froh, dass unsere neue Standseilbahn den Herausforderungen des Berufsverkehrs ohne Probleme standhalten kann.“

Maximale Förderleistung

Die neue Standseilbahn kann bis zu 7.200 Personen in der Stunde direkt vom neuen Bahnhof auf das, rund 40 Meter höher gelegene, Kirchberg-Plateau transportieren. Das bedeutet, dass innerhalb von nur zehn Minuten die Fahrgäste von zwei gleichzeitig eintreffenden Zügen transportiert werden. Dabei sind die beiden parallel verlaufenden Anlagen der Standseilbahn baugleich ausgeführt, werden aber komplett unabhängig betrieben. Daher verfügt jede über einen eigenen Antrieb mit Trafo sowie über eine eigene Steuerung und Bedienstelle. Der schweizer Seilbahnhersteller GARAVENTA ging damit in Sachen Förderleistung auf die individuellen Kundenwüsche perfekt ein.

 

Da etwa 100 Meter der ungefähr doppelt so langen schrägen Bahnlänge überdeckt sind, konnte die Bahn gut in das Landschaftsbild integriert werden. Aufgrund der urbanen Nutzung wurden auch auf eine leise Fahrt wert gelegt, weshalb Dämpfungselemente auf der gesamten Strecke verbaut wurden. Auch spezielle Pumpen in der Bremshydraulik und lärmarme Lüfter und Kühlereinheiten sorgen für einen besonders leisen Betrieb. Das Design der Anlagen sowie die Ausstattung wurden den Bussen und Zügen der Nationalen Gesellschaft der Luxemburgischen Eisenbahnen (CFL) nachempfunden. tm

Technische Daten

2x168 FUL Arrêt Pfaffenthal-Kirchberg