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Das erste Seilfeld der Luftseilbahn Tierfehd-Kalktrittli ist länger als die halbe Seilbahn. Foto: Rudolf Hug

Inauen-Schätti

Seilbahn on demand

Selbstbedienung ist das Konzept der neuen Luftseilbahn Tierfehd-Kalktrittli, welche den Ort Linthal mit dem Wandergebiet rund um das Pumspeicherwerk Limmern erschließt. Als Generalunternehmer stand INAUEN-SCHÄTTI vor zahlreichen Herausforderungen.

 

Das Pumspeicherkraftwerk Limmern ist nicht nur selbst einen Besuch wert, sondern befindet sich mit seinen Wasserspeichern Limmernsee und Muttsee in einem populären Wandergebiet des Glarnerlands.

 

Um den Gästen einen komfortablen Aufstieg zu ermöglichen, entschied sich das Energieunternehmen AXPO, die aus den 60er Jahren stammende Seilbahn durch einen Neubau auf der Fahrspur der Bauseilbahn aus dem Jahr 2009 zu ersetzen.

Martin

Stellv. Leiter Kraftwerke Linth-Limmern AG

„Wir sind mit der Leistung der Firma INAUEN-SCHÄTTI sehr zufrieden und können eine Zusammenarbeit nur weiterempfehlen. Sowohl das Zeit- als auch das Finanzbudget wurden eingehalten!“

„Ziel war eine Anlage im Selbstbedienungsbetrieb, die einfach zu warten ist, nur eine IKSS-Konzession benötigt und möglichst viel Infrastruktur der Bauseilbahn weiterverwendet“, umreißt Jörg Huwyler, Leiter Division Hydroenergie und Biomasse bei AXPO, das Projekt.

 

Nur ein Seilbahnhersteller mit Erfahrung in Kompaktbahnen und Spezialaufträgen kann solch einen Auftrag stemmen.

 

„In der öffentlichen Ausschreibung hat sich daher unsere langjährige Partnerfirma INAUEN-SCHÄTTI durchgesetzt. Viel Know-how und ein guter Preis haben uns überzeugt – und das Endprodukt gibt uns Recht“, freut sich Martin Steiner, stellvertretender Leiter der der Kraftwerke Linth-Limmern AG.

 

Und ein SI-Besuch vor Ort bestätigt Steiners Einschätzung: Die Personenseilbahn ist mit der neuesten Technologie ausgerüstet, kann somit unbegleitet fahren und wird von der Kraftwerkssteuerstelle mit Kameras überwacht.

 

Die zweispurige Pendelbahn verfügt über zwei Kabinen (in rot und silber) für je acht Personen und läuft im Selbstbedienungsbetrieb.

Mit dem Bedienfeld in der Kabine können die Fahrgäste die Seilbahn selber bedienen. Fotos: SI/Surrer

„Die Gäste bedienen die Bahn wie einen normalen Aufzug. Die Tickets für die Fahrt erwerben sie am Ticketautomaten an der Talstation“, erklärt Huwyler das einfache und flexible Konzept hinter der „Seilbahn on demand“.

 

Im Gegensatz zur alten Personenseilbahn aus den sechziger Jahren, die rückgebaut wurde, sind statt einem Fahrplan nun permanente Fahrten möglich. Zudem sind die Betriebskosten im Vergleich deutlich gesunken.

Jörg Huwyler

Leiter Division Hydroenergie und Biomasse bei AXPo

„Wir wollten ein einfaches und flexibles Konzept und eine Bahn, welche die bestehende Infrastruktur in sich integriert. INAUEN-SCHÄTTI hat dieses Ziel eindrucksvoll erreicht!“

Kompakte Seilbahntechnik, aber große Stationen und hohe Stützen: Die Integration der neuen Technik in die alte Infrastruktur forderte die Monteure. Fotos: INAUEN-SCHÄTTI

Vom Standard deutlich abgewichen

Knapp vier Millionen Franken investierte die Kraftwerke Linth- Limmern AG in das gesamte Projekt und blieb damit unter dem Budget. Diese Leistung geht auf INAUEN-SCHÄTTI als Generalunternehmen zurück, das von der Demontage der alten Bahn bis zur baulichen Anpassung der Infrastruktur den kompletten Auftrag abgewickelt hatte.

 

„Die größte Herausforderung war die Integration der modernen, kompakten Technik in die dafür viel zu groß dimensionierte Infrastruktur der alten Bauseilbahn“, berichtet Oswald Hauser, Projektleiter bei INAUEN-SCHÄTTI.

 

Denn die Stationen, Betonfundamente und Masten mussten weiterverwendet werden. „Das Projekt weicht deutlich vom Standard ab, die adaptierte Kompaktseilbahn ist sehr speziell und individuell“, so Hauser.

 

Die größte Herausforderung war die technische Ausgestaltung des Zwischenausstiegs für die Kraftwerksmitarbeiter und die Almbauern bei der Stütze 1: Hierfür war der Einbau einer zusätzlichen Haltebremse in der Bergstation erforderlich, sowie die Installation eines hydraulischen Ausstiegpodests.

 „Nicht nur hier passten wir die externen Vorplanungen an, da wir die Schwierigkeiten für uns und für den Betreiber minimieren wollten“, sagt der Projektleiter. So wurde beispielsweise auch die Technik der Bergstation nicht im Gebäude, sondern im Fels verankert und davor eine Einfahrstütze installiert, um die Seilbahntechnik vor dem Schneeintrag zu schützen. Fazit: Die „Seilbahn on demand“ ist wirklich eine ganz spezielle Anlage – weit weg vom Standard. ts

Technische Daten

PSB Tierfehd-kalktrittli