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Die Biketrails werden von der T&B FACTORY so behutsam in die Natur eingebettet, dass sie darin beinahe verschwinden. Foto: Mathias Marschner

T&B Factory: „Trails für Alle!“

Philipp Erschbaumer, Gründer des Bikepark- und Trailbauers T&B FACTORY, spricht im SI Interview über vernachlässigte Zielgruppen, mobile Elemente und inwiefern das Gespür für die Mountainbike-Community eine Rolle spielt.

SI: Herr Erschbaumer, seit gut drei Jahren errichten Sie mit Ihrem jungen Südtiroler Unternehmen T&B FACTORY Bikeparks und -trails für Skigebiete. Was sind die Erfolgsfaktoren für eine gute Mountainbike- Attraktion?

 

Philipp Erschbaumer: Wir benötigen das richtige Gespür dafür, was die Zielgruppe eigentlich möchte. 

 

Da mein fünfköpfiges Team aus leidenschaftlichen Mountainbikern besteht, kennen wir die Bedürfnisse, Wünsche und Verhaltensweisen der Community und wissen, welche Strukturen es braucht, damit eine Attraktion von Bikern angenommen wird.

Parcours der T&B FACTORY sind für Groß und Klein befahrbar, jeder Biker kann seine Fertigkeiten verbessern. Foto: Carezza Dolomites

Was heißt das konkret?

Wir entwerfen und bauen nur Strecken, die für alle Mountainbiker spritzig zu fahren sind.

 

Skigebiete denken meist nur an die jungen, erfahrenen Biker, dabei sind Parcours, Pumptracks und Trails für alle Menschen von zehn bis 60 Jahren interessant.

 

Unsere Attraktionen bestehen daher aus einfachen und flachen Strecken, die für jeden Gast spannend, aber auch fahrbahr sind. Alle Elemente müssen umfahren werden können – nach dem Motto „Trails für alle!“

 

Apropos Elemente. Produzieren Sie diese Strukturen selbst?

 

Bei Trails und Tracks kommen fixe, individuell gefertigte Holzkonstruktionen zum Einsatz, bei Übungsparcous standardisierte Elemente, wie Stufen, Wellen, Kurven oder Balancebalken. Beide Arten kommen aus unserem Hause, die „T&B Elements“ haben dabei besonders viele Vorteile.

Nach seinem ersten Auftrag 2015 machte sich Philipp Erschbaumer selbstständig – die T&B FACTORY war geboren. Foto: T&B FACTORY

Welche?

Durch das Untergerüst aus feuerverzinktem Stahl und witterungsbeständigem Lärchenholz als Fahrbahn, ist das Aufund Abbauen der T&B Elements problemlos möglich.

 

Ein Abbau des Parcours im Winter oder ein jährlicher Aus- und Umbau sind – ohne viel Zeitaufwand – ebenso sehr einfach.

 

Durch die verschiedenen Kombinationen können wir jeglichen Schwierigkeitsgrad erzielen, wobei die Elemente aufgrund ihrer geringen Höhe für jeden befahrbar bleiben.

 

Damit die Strukturen auch bei Nässe optimal befahrbar sind, haben wir die Fahrbahn mit einer neu entwickelten rutschfesten Beschichtung überzogen.

Der Fokus liegt also auf der Produktion von Bikepark-Elementen?

Das ist zu kurz gegriffen. Wir bieten unseren Kunden ganzheitliche Lösungen für Flow Trails, Downhillstrecken, Freeridetrassen, Pumptracks und Bikeparks an.

 

Dies umfasst eine vollständige Projektbetreuung, die von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Instandhaltung und der Vermarktung der Bikestruktur geht.

Fotos von der Baustelle machen bereits vorab Werbung für den Bikepark. Foto: T&B FACTORY

Wie dürfen wir uns die Vorgehensweise beim Trailbau vorstellen?

Die Skigebiete haben meist schon eine Idee, wo ein Biketrail in etwa verlaufen könnte.

 

Wir besichtigen das Gelände und suchen eine ideale Strecke mit geeignetem Gelände und kooperationsbereiten Grundstücksbesitzern.

 

Die optimale Einbindung unserer Trails und Parks in die Natur ist genauso wichtig wie ein technisch anspruchsvoller und gut durchdachter und interessanter Parcours.

 

Unser Anspruch ist, dass jeder unserer Trails einzigartig sein muss und sich optimal in die Umwelt einfügt. Das ist unsere Philosophie.

Und dann?

Danach erarbeiten wir einen Plan, den wir flexibel umsetzen. Denn meist wird erst beim Bau die beste Position für eine Kurve oder für ein anderes Element sichtbar.

 

Wir gehen dabei wenig invasiv vor, meist sind nur kleine Holz- und Grabungsarbeiten nötig. Die Strecken sind schmal und harmonisch in den Wald eingebettet, sodass man von den Trails meist wenig sieht.

 

Zeitgleich liefern wir unseren Kunden Renderings, Fotos und Videos, damit sie das Bikeprodukt vor und während der Bauphase bewerben und vermarkten können.

 

Können Sie hier Referenzen nennen?

 

Projekte mit Vorbildcharakter sind sicher die Trails und Parks in den Skigebieten Carezza Dolomites, Gröden und Deutschnofen.

 

Auch Hotels, wie das Luxusresort Quellenhof, haben bei uns bereits Parcours in Auftrag gegeben. Zudem helfen wir bei der Destinationentwicklung Südtiroler Bikeregionen.

 

Wir kennen die Bedürfnisse der Zielgruppe Mountainbiker aus jahrelanger Praxiserfahrung und wissen, durch welche Angebote Wertschöpfung generiert werden kann!“

 

Das Interview führte Thomas Surrer (ts)