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Klenkhart & Partner:

Größter Naturspeicherteich im Tiroler Unterland errichtet

Die Bergbahnen Westendorf haben kräftig in den Ausbau des Kreuzjöchlsees investiert. Der Naturspeicherteich mit einem Fassungsvermögen von 200.000 Kubikmetern befriedigt den gesamten Wasserbedarf der Grundbeschneiung. Westendorf liegt auf einem sonnigen Hochplateau im Brixental. Das Skigebiet erstreckt sich in einer Lage von 800 bis 2.100 Höhenmetern und gehört zur Skiwelt Wilder Kaiser, dem größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs.


Die Bergbahnen Westendorf GmbH betreiben zwölf Aufstiegshilfen und circa 120 Hektar Pisten, die bereits zu 90 Prozent beschneit sind. Der bestehende Speicherteich Kreuzjöchlsee verfügte über ein Volumen von 65.000 Kubikmeter und ist speziell im Bereich der Grundbeschneiung zu Saisonbeginn an seine Grenzen gestoßen. Daher entschlossen sich die Verantwortlichen der Bergbahnen, die Beschneiungsanlage zu erweitern bzw. schlagkräftiger zu machen.

 

Mit dem Projekt beauftragt wurden die Skigebietsplaner KLENKHART & PARTNER aus Absam. Die Ingenieure sind bekannt für ihre naturnahe und ökologisch verträgliche Planungsweise. Das Projekt sah vor, die Anlagen größenmäßig so zu dimensionieren, dass die Grundbeschneiung für alle Pisten in 72 Stunden realisiert werden kann. Dazu mussten der Speicherteich und die Pumpleistungen vergrößert sowie die Versorgungsleitungen erweitert werden.

 

Ein Drittel Oberflächenwasser

Der See, der als Naturspeicherteich umgesetzt wurde, verfügt über ein Fassungsvermögen von 200.000 Kubikmetern, der gesamte Wasserbedarf für die Grundbeschneiung kann künftig bevorratet werden. Die Befüllung des Teiches erfolgt zu zwei Drittel über die bestehende Wassererfassung an der Windacher Ache, das andere Drittel kommt aus dem Schmelz- und Oberflächenwasser.


Während der Tauperioden ist eine rasche Nachspeisung über das bestehende Leitungssystem möglich. Die Oberflächenwässer werden im Frühjahr über Mulden gesammelt und über Einlaufbauwerke direkt in den Teich eingeleitet.

Neue Pumpstation

Außerdem wurde eine neue Pumpstation errichtet, die nun mit 600 Litern pro Sekunde arbeitet. Diese ist im Bereich des westseitigen Dammfußes direkt am angrenzenden Wald situiert, sodass das Landschaftsbild nicht gestört wird. Darin befinden sich sämtliche Pumpen für die Feldleitungen, eine Kühlturmanlage, Filter- und UV-Anlagen und die gesamte Teich-Überwachung.

Zusätzliche Feldleitungen

Das Aushubmaterial aus dem Teichbau wurde zur Gänze für den Pistenbau verwendet. Speziell im Bereich des Skiweges und der Piste Bunaeck sowie im Bereich des Skiweges 5-er Galerie konnten Komfort und Sicherheit wesentlich verbessert werden. Um eine effizientere Wasserverteilung zu erreichen, mussten zusätzliche Feldleitungen gelegt werden.

 

So führt nun eine 2,5 Kilometer lange Versorgungsleitung, ausgehend vom Speicherteich, in den östlichen Teil des Skigebietes, von wo aus das Wasser über die bestehenden Schneileitungen, die zum Teil erweitert wurden, punktgenau verteilt wird. Sorgfältig geplant wurde auch die Notentleerung. Diese führt gemeinsam mit dem Hochwasserüberlauf mittels einer kurzen Leitung und einem Energieumwandlungsschacht in den Schönauergraben.


Mit dem neuen Speicherteich wurde aber auch ein Beitrag für den Sommertourismus geleistet. Trotz der technischen Komponente wurde ein wunderschöner Natursee geschaffen, der sich als beliebtes Ausflugsziel in mitten der sanften Grasberge des Brixentales im Herzen der Kitzbüheler Alpen anbietet