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Fotos: BRANDNER

Brandner

Nachaltigkeit am Arlberg

Geringere Transportkosten und ein natürliches Trocknungsmittel sorgen für einen umweltschonenden Bauprozess.

 

Mit dem Anspruch, nicht nur nach technischer Funktionalität, sondern auch nach kostengünstigen und gut in die Umgebung integrierbaren Lösungen punktet das Ingenieurbüro BRANDNER bei Ihren Kunden. Bei einem der neuesten Projekte, der Verbreiterung eines Skiweges am Arlberg konnten die Innsbrucker ihre Kompetenz in diesem Bereich erneut beweisen.

 

Anstelle der üblichen Lösungen, welche meist mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden sind, setzte man bei BRANDNER auf Schüttmaterial vor Ort. Dadurch konnten die Transportkosten, sowie die damit verbundene Belastung für die Umwelt gering gehalten werden.

Problemlösung

Das benötige Schüttmaterial für das Projekt wurde vom Ausgang des etwa 600 Meter langen Skiweges abgetragen und direkt an die richtige Stelle gebracht. Aufgrund der nassen Bereiche war die Beschaffenheit des Materials anfangs jedoch ungeeignet und musste erst aufbereitet werden. Durch das große geotechnische Fachwissen von Herrn Brandner und seinem Team war für diese Aufgabe schnell eine kosten- und umweltschonende Lösung gefunden.

 

Man machte sich die natürlichen Trocknungseigenschaften von Kalk zu Nutze, um so die Qualität des Materials zu verbessern. „Sämtliche andere Lösungsansätze hätten einen erheblichen Mehraufwand aus wirtschaftlicher und baustellenlogistischer Art mit sich gebracht und eine termingerechte Fertigstellung der Bau-stellen wäre nicht zu gewährleisten gewesen,“erklärt der Technische Leiter der Arlberger Bergbahnen, Christian Rass über die Materialaufbereitung mittels Kalkbeimischung.

 

Eine ähnliche Technik wurde bereits bei anderen Projekten genutzt, es war jedoch das erste Mal, dass Kalk in so großem Umfang im Pistenbau verwendet wurde. „Wenn man Maßnahmen im Gelände einsetzt, muss man immer abwägen. Natürlich kann technisch einiges umgesetzt werden, dies soll aber auch für das Gelände eine geringe Belastung bedeuten. Darauf achte ich bei jedem Vorschlag, den ich einbringe, so auch bei diesem am Arlberg und durch die Zusammenarbeit mit Landschaftsplanern ist man auch in Fragen der Zustimmung auf der sicheren Seite,“ so Alexander Brandner.

Verfahren

Wegen der Nässe im Hang musste dieser im ersten Schritt entwässert werden. Dazu wurden Gerinne angelegt und den Berg hinunter geführt. Anschließend wurde dem Material über eine Siebanlage der Kalk beigemengt und anschließend verdichtet. Durch dieses Verfahren wurde das Schüttmaterial gleichmäßig vom Kalk durchzogen und konnte so in den Skiweg eingearbeitet werden.

 

Da es sich bei diesem Weg um eine der Hauptabfahrten handelte musste der knappe Zeitplan genau eingehalten werden. Damit blieb für die Abtragung der 60.000 Kubikmeter Material, sowie der Trocknung durch die 330 Tonnen Kalk eine Zeitspanne von Mitte Mai bis Mitte November. Dabei hatte man Glück, dass bei diesem Projekt der Einsatz von größeren Maschinen möglich war. Bei einem ähnlichen Projekt bestand keine Möglichkeit mithilfe von Großgeräten das Material beiseite zu schaffen.

 

 

Hier kamen sogenannte Big Bags für den Transport zum Einsatz, was die Arbeiten zusätzlich erschwerte. Auch die Einbringung des stabilisierend wirkenden Kalkes musste auf eine andere Weise als bei dem ersten Projekt gelöst werden. Das natürliche Trocknungsmittel wurde hier zuerst auf dem Skiweg aufgebracht und anschließend mit einer Bodenfräse eingearbeitet. Bei beiden Skiwegsverbreiterungen wurden darauf geachtet, möglichst wenig erkennbare Spuren für die Arbeiten zu hinterlassen. Durch die sorgfältige Planung und die anschließende Begrünung wird von den Arbeiten in wenigen Saisonen nichts mehr zu erkennen sein. tm