DE
DE
EN

„Uns zeichnet die Bündelung an Zertifikaten aus. Wir haben alle bedeutenden Umweltlabel unserer Branche“, betont Peter Buchegger, Geschäftsführer der Druckerei ROSER. Foto: SI/Surrer

Druckerei Roser: „Wir sind Vorreiter in Nachhaltigkeit!"

SI: Klimadebatte, Fridays for Future, Plastikverbot – das Thema Nachhaltigkeit scheint zurzeit richtig groß zu werden. Wann ist die Druckerei ROSER auf diesen Zug aufgesprungen?

Peter Buchegger: Bevor er losfuhr (lacht). Bei meinen Einstieg in die Firma vor sechs Jahren war die Druckerei ROSER nicht besser oder schlechter als alle anderen. Aus privater Überzeugung, nicht aus öffentlichen Druck, habe ich dann den langjährigen Prozess für mehr Nachhaltigkeit eingeleitet.

 

Was heißt das konkret?

 

Wir haben alle bedeutenden Umweltlabel unserer Branche. So sind wir etwa FSC und PEFC zertifiziert. Unser Papier stammt also komplett aus nachhaltiger Forstwirtschaft, auch das SI Magazin wird darauf gedruckt. Mindestens einmal im Jahr wird das Papier auf unsere Kosten überprüft, um die Labels weiterhin verwenden zu können.

FSC und PEFC ähneln sich stark. Wieso haben Sie beide Zertifizierungen?

Es stimmt, dass Umweltlabel wie FSC und PEFC oft die gleichen Anforderungen an Betriebe stellen. Unsere Kunden verlangen aber nach beiden Labels. Die Kosten für Rezertifizierungen zahlen wir, nur auftragsbezogene Wünsche geben wir an unsere Kunden weiter. Umweltschutz ist nicht gratis!

 

Werbung ist demnach als Motiv für Nachhaltigkeit zu wenig?

 

Ja, Umweltschutz muss zuallererst ein Herzenswunsch sein. Das heißt nicht, dass sich Nachhaltigkeit nicht wirtschaftlich auszahlen kann. Als die Nachfrage der Kunden nach Umweltlabels in den vergangenen Monaten größer wurde, hatten wir schon lange eine Vorreiterrolle im Druckwesen inne. Wir produzieren aktuell so nachhaltig wie zurzeit möglich. Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Die Druckerei ROSER zählt mehr als 50 Mitarbeiter. Foto: ROSER

Nachhaltigkeit umfasst bei ROSER also nicht nur das Papier?

Nein, wir haben den ganzen Produktionsprozess umgestellt, das kommt im europäischen und österreichischen Umweltzeichen zum Ausdruck.

 

Letzteres ist eines der Schärfsten auf unserem Kontinent – und für mich das wichtigste Zertifikat, das wir haben. Das österreichische Umweltzeichen betrachtet das ganze Unternehmen, von der Druckfarbe, über die Betriebsstoffe bis zum Reinigungsmittel. Hier geht die Prüfung schon sehr in die Tiefe.

 

Können Sie hier ein Beispiel nennen?

 

Wir mussten beispielsweise das Reinigungsmittel für die Druckplatten sofort austauschen. Das chemische Standardmittel war zwar besser und effizienter, aber umweltschädlich.

 

Jetzt putzen wir mit Bioseife. Das dauert zwar länger und ich muss meinen Mitarbeitern Überstunden bezahlen. Aber Nachhaltigkeit geht eben vor.

Welche Rolle spielt der Klimaschutz bei ROSER?

Eine besonders große. Wenn der Kunde es will, können wir klimaneutral produzieren.

 

Das bedeutet, wir kaufen für unsere Treibhausgas-Emissionen, etwa durch Transport, Heizung oder PC, CO2-Zertifikate ein und geben diese externen Kosten an den Kunden weiter. Das sind meist 2,5 Prozent der Auftragssumme.

 

Ich bin hier aber skeptisch, da wir nicht nachprüfen können, was mit dem Geld wirklich geschieht. Wir selbst setzen lieber auf Maßnahmen wie Fassadendämmung und Photovoltaik am Firmendach. Die Entwicklung unserer Druckerei gibt der Nachhaltigkeitsstrategie recht.

 

Wir wachsen gegen den Branchentrend.

 

Das Interview führte Thomas Surrer