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Foto: Ski amadé Claudia Ziegler

Dynamic Pricing: Smarte Preissysteme für Skigebiete

Welche Modelle der dynamischen Preisgestaltung gibt es eigentlich und wo liegen die jeweiligen Besonderheiten?

Einige Skigebiete setzen schon lange auf ein dynamisches Preismodell, während viele andere sich derzeit noch davon distanzieren.

 

Trotz einiger Skepsis hat sich das Dynamic Pricing in den letzten zwei Jahren in Europäischen Skigebieten verdreifacht.

 

Laut dem Unternehmen Smart Pricer setzen nun etwa 15 Bergbahnen auf diese Modelle.

 

Im Anblick der Menge der vorhandenen Skigebiete hört sich das vielleicht noch nicht nach viel an, aber dennoch möchten wir für jene, die noch Abwägen, welches System für Sie am besten geeignet ist, die entscheidenden Informationen zur Verfügung stellen.

Dynamic Pricing Satus Quo

Vor allem in der Schweiz setzten immer mehr Regionen auf die Preismodelle der Flugreisen. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, doch es kristallisieren sich bereits drei Varianten heraus.

 

Wetter basierter Preis:

In manchen Skigebieten, wie zum Beispiel bei den Pizolbahnen und der Belalp, gibt es mögliche Vergünstigungen je nach Wetterprognose. Je schlechter das Wetter, desto günstiger das Tagesticket. Gestaffelte Rabattgruppen helfen bei einer genaueren Bestimmung der Vergünstigung: So gibt es zum Beispiel bei einer Prognose von „zeitweise sonnig, zeitweise Schneefall“ einen Nachlass von 18%. Wenn aber „bewölkt, häufiger Schneefall“ in der Vorhersage steht, sparen Skifahrer bis zu 50 % bei dem Kauf einer Tageskarte.

 

Vorlaufszeit basierter Preis:

In Arosa-Lenzerheide zum Beispiel bekommen Skifahrer Frühbucherrabatte. Diese Rabatte, die abhängig von Wochentag, Saison und Nachfrage sind, gelten allerdings nur Online. Außerdem ist die Preisobergrenze der Fixpreis, der an der Kasse gilt. Höhere Preise an der Kasse, die vor allem an starken Tagen sinnvoll wären, gibt es dort also nicht.

 

Nachfrage basierter Preis:

Bei der offensten Form der dynamischen Preismodelle richten sich die Preise an den Kassen und Online nach der Nachfrage. So setzten sich zum Beispiel die Preise in Zermatt aus den historischen Daten, Buchungszeitpunkt, Saison und Ferienzeit zusammen.

Mit dem Dynamic Pricing wird versucht, Skifahrer auch an den schwachen Tagen auf den Berg zu bringen und so die Auslastung aufzuteilen.

 

Auch Frühbucher und längere Aufenthalte sollen so preislich belohnt werden. Man erhofft sich dadurch auch die Besucherströme besser einschätzen zu können und so auf unerwartete Besucherspitzen besser vorbereitet zu sein.

Fotos: Smart Pricer

Warum werden Preise dynamisch?

Das Unternehmen Smart Pricer hat sich genau diese Frage gestellt und deshalb mit 50 Bergbahnen gesprochen. Aus diesen Gesprächen konnten sie vier Hauptgründe ableiten.

 

Am wichtigsten ist wohl für viele die erhoffte Umsatzsteigerung. Da an schwachen Tagen durch die Preissenkung die Nachfrage stimuliert werden kann.

 

Außerdem ist die Zahlungsbereitschaft an starken Tagen höher, wodurch man durch eine moderate Preiserhöhung zusätzlich profitieren kann.

 

Weitere Ziele bestehen darin, die Leute zu einer früheren Buchung und einer längeren Verweildauer zu animieren.

 

Gerade Mehrtagestickets werden durch das dynamische Preismodell günstiger. So sorgt man dafür, dass die Besucher länger in der Region verweilen und man bereits zu Saisonbeginn einen guten, wetterunabhängigen Eindruck von der Auslastung hat.

 

Auch der Online Bereich soll laut den befragten Bergbahnen gestärkt werden.

In Zermatt beispielsweise haben sich die Online-Anteile vervielfacht gegenüber dem letzten Winter. Dadurch sinkt das Wetterrisiko für Bergbahnen; gleichzeitig können wertvolle Kundendaten für zukünftige Marketing Kampagnen gesammelt werden.