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Detail-Ansicht Schotterrasen Zwieselalm im Frühjahr, zwei Jahre nach Anlage.

Kärntner Saatbau: Grüner Parkplatz

Schotterrasen brauchen bei richtigem Aufbau und Verwendung einer standortangepassten Saatgutmischung nur geringe Pflege.

Ein Schotterrasen ist eine versickerungsaktive Oberflächenbefestigung mit hohem ökologischem Wert, besonders geeignet für Flächen mit geringer Verkehrsbelastung sowie des ruhenden Verkehrs.

 

Durch seine Bauweise ermöglicht der Schotterrasen einen Boden-Luft- Austausch und gewährleistet bei ausreichender Wasserdurchlässigkeit die Versickerung von Oberflächenwasser.

 

Schotterrasen als wasserdurchlässige, befahrbare und begrünte Flächen sind bei entsprechender Bauweise auch als Parkflächen im Bereich von Talstationen von Skigebieten sehr gut geeignet.

 

Sie ersetzen blanke Schotterflächen oder Asphaltflächen, die nicht nur teurer in der Herstellung sind, sondern auch versiegelte Oberflächen darstellen.

Einschichtiger Aufbau von Schotterrasen (Quelle: GREEN CONCRETE 2012)

Durch die Wasseraufnahmefähigkeit und Verdunstung im Sommer wirken Schotterrasen- Flächen bei zunehmenden Starkniederschlagsereignissen hochwassermindernd.

 

Schotterrasen brauchen bei richtigem Aufbau und Verwendung einer standort-angepassten Saatgutmischung nur geringe Pflege. Die Schneeräumung im Winter ist mit Abstandshalter durchzuführen, auf Streusalz muss verzichtet werden.

 

Bei der Neuanlage von Schotterrasen ist folgender Schicht-Aufbau durchzuführen: Der Untergrund (Baugrund oder Planum) ist der natürlich anstehende Boden, dieses tragfähige Planum eines Schotterrasens muss vorgegebenen Anforderungen in Hinblick auf Tragfähigkeit und Wasserdurchlässigkeit erfüllen.

 

Danach wird die oberste Schicht aufgeraut. Im Anschluss daran erfolgt der ein- oder zweischichtige Aufbau mittels Bagger.

Oberflächliches Einarbeiten des Komposts mittels Kreiselegge und Einsaat der „Gumpensteiner Schotterrasenmischung“. Fotos: Urstöger

Ein zweischichtiger Einbau sollte vorgenommen werden, wenn eine hohe Belastung wie z. B. eine Befahrung mit LKW oder Bussen zu erwarten ist oder wenn die Beschaffenheit des Untergrunds eine zu geringe Tragfähigkeit aufweist.

 

Beim einschichtigen Aufbau wird auf dem Untergrund direkt eine 15 - 30 Zentimeter starke Vegetationstragschicht aufgebaut. Die gesamte Vegetations- Tragschicht besteht aus demselben Material, einer Mischung aus Schotter (Korngröße von 0/32 - 0/45 mm) und Kompost bzw. Humus im Verhältnis 9:1 (vgl. GREEN CONCRETE 2012).

 

Nach dem Verdichten der Vegetations- Tragschicht wird beim ein- wie auch beim zweischichtigen Aufbau die Fläche befeuchtet, dann eine passende Schotterrasen- und Parkplatz-Mischung aufgetragen und nochmals rückverfestigt.

 

Dann wird die angesäte Fläche leicht bewässert und während der ersten zwei bis drei Wochen ständig feucht gehalten. Das Befahren bzw. die Nutzung des Schotterrasens soll frühestens drei Monate nach der Einsaat erfolgen.

Detail-Ansicht Schotterrasen Zwieselalm im Frühjahr, 2 Jahre nach Anlage.

Umwandlung bestehender Parkflächen in einen Schotterrasen

Neben der Neuanlage von Schotterrasenflächen gibt es auch die Möglichkeit, bestehende Parkflächen in einen Schotterrasen umzuwandeln.

 

Voraussetzung dafür ist, dass die Tragfähigkeit und die Wasserdurchlässigkeit des vorhandenen Aufbaus dem eines Schotterrasens entsprechen.

 

Der Aufbau einer Vegetationstragschicht mit einschichtigem Aufbau auf der bestehenden Fläche ist immer möglich (siehe Fotos Umwandlung des Parkplatzes Zwieselalm). Es besteht auch die Möglichkeit, Humus bzw. Kompost in bestehende Schotterflächen mit speziellen Geräten einzuarbeiten.

Die Tragfähigkeit muss dabei bestehen bleiben, aber die Wasserdurchlässigkeit ist trotzdem zu erhalten. Der Erfolg einer solchen Maßnahme hängt vom verwendeten organischen Material, der Menge und der möglichst homogenen Einmischung ab.

 

Dabei ist die Arbeitstiefe des Gerätes zu berücksichtigen, das für das Einbringen verwendet wird. Eine abgesetzte Schotterfläche braucht schwereres Gerät als eine lockere Oberfläche.

 

Nach dem Einarbeiten des organischen Materials ist wiederum eine Verdichtung notwendig.

 

(Bernhard Krautzer & Wilhelm Graiss, Abteilung Vegetationsmanagement im Alpenraum, HBLFA Raumberg-Gumpenstein)