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Kaufverhalten der Zukunft: stationär oder online? Foto: Ski amadé

SI TrendCheck: Marketing Experte Oliver Pichler stellt Trends vor, die für die Seilbahn- und Tourismusbranche interessant sind

Das Kaufen: Nachhaltig und serviceoptimiert

Digitalisiert, nachhaltig und getragen vom Wunsch nach bequemstmöglichem Service kaufen wir ein. Heute. Und noch viel mehr in Zukunft.

 

Die deutsche Stiftung für Zukunftsfragen widmet sich aktuell der zu erwartenden Zukunft des Konsums.

 

Online-Shopping boomt

 

In allen Bereichen des Konsumierens boomt das Online-Shopping. Deutlich mehr als zwei Drittel aller Deutschen kauften laut Studie 2018 online ein. Die Jüngeren noch häufiger als die Älteren. Für nahezu alle von ihnen ist die Bequemlichkeit ohne zeitliche Einschränkungen kaufen zu können, ein wesentliches Argument.

Foto: AXESS

Die große, übersichtliche Auswahl und die schnelle Vergleichsmöglichkeit, fallen ins Gewicht.

 

Auch die Möglichkeit, vor dem Kauf die Bewertungen anderer Käufer sichten zu können, ist wichtig.

 

Günstiger zu kaufen, wird als weiterer Grund genannt. Aus dieser Perspektive erstaunt, dass die Beliebtheit des stationären Handels ungebrochen groß ist.

 

Für die Seilbahn- & Tourismusbranche lassen sich zweierlei Schlussfolgerungen ziehen: Weil das Online-Kaufen für breiteste Gästegruppen Alltag ist, gilt es mehr denn je voll auf Online-Kaufbarkeit zu setzen.

 

Bei der Produktgestaltung, der Präsentation des Angebotes und den technischen Systemen im Hintergrund.

 

Gleichzeitig gilt es, der hohen Beliebtheit des stationären Handels folgend, für Gäste, die „mehr“ wollen als Online Verfügbares zu kaufen, top-gerüstet zu sein.

Im persönlichen Kontakt vor Ort ebenso wie bei individueller E-Mailoder Telefon-Kontaktaufnahme. Die persönliche Beratung durch kompetente, „echte“ Ansprechpartner ist ein Wert, der, wenn es kompliziert und/oder sehr individuell wird, enorm geschätzt wird.

 

Nachhaltigkeit immer wichtiger

 

Dass alles, was nachhaltig, ressourcenund umweltschonend wahrgenommen wird, immer wichtiger wird, hat die Studie anhand der Fragen „Teilen & Leihen“ analysiert.

 

Generell wird Leihen gesehen als – gut für die Umwelt, geldsparend, Flexibilität erhöhend, glücklich machend und Menschen verbindend.

 

Auch wenn – ausgenommen etwa Ausrüstung oder Mobilität am Urlaubsort – das Teilen und Leihen im Seilbahn- und Tourismusgeschäft scheinbar keine so große Rolle spielt, ist es wichtig, diesen Sharing-Trend im Auge zu behalten.

 

Ob und wo dieser Leih-Trend Chancen und Möglichkeiten bieten könnte, gilt es herauszufinden.

 

Das könnte neben neuen Ideen im Ausrüstungsverleih und der individuellen „Beweglichkeit“ der Gäste am Urlaubsort, auch innovative Tarifmodelle, etwa für Eltern, die nur einzeln auf die Piste gehen, oder etwa im Verlauf von zwei Skisaisonen „konsumierbare“, flexible Mehrtagestickets u.v.m. betreffen.

 

Quelle: Studie „Zukunft des Konsums“, Stiftung für Zukunftsfragen, Hamburg, 26.6.2019

Geiz nicht mehr ganz so geil

Um Sonderangebote zu ergattern war 2011 rund 73 Prozent der Deutschen jede Mühe recht. Heute sind sie Schnäppchen nach wie vor zugeneigt, allerdings das aktive Suchen hat sich reduziert.

 

Auch die Bereitschaft der Konsumenten, für ein besonders attraktives Angebot ihrem Stammgeschäft „untreu“ zu werden, habe sich laut Studie der Gesellschaft für Konsumforschung verringert.

 

Qualität ist, anders als vor zehn Jahren, heute für deutlich mehr als der Hälfte aller Kunden wichtiger als der Preis. Und doch, Sonderangebote stehen bei 40 Prozent der Deutschen nach wie vor hoch im Kurs. Als Anbieter gilt es mehr denn je eigene Vorteile, Preis-Leistungsverhältnis und attraktive Preise zu betonen. Ganz auf plakative Schnäppchen zu verzichten ist nicht ratsam.

 

Quelle: Absatzwirtschaft, 25.7.2019, Studie Gesellschaft für Konsumforschung

Flirt im Urlaub

Was ist dran am Urlaubsflirt? Spielen Urlaubsflirts in Zeiten digitaler Partner- Plattformen eine Rolle?

 

Das Reiseportal Opodo hat sich mit dem Flirt im Urlaub befasst. Flirtmäßig herrscht im Urlaub Flaute, so das unromantische Ergebnis. Nur 15 Prozent der deutschen Singles machen sich Hoffnung auf einen Urlaubsflirt.

 

Doch im Rückblick gibt jeder dritte deutsche Urlauber an, bereits einmal Liebesglück im Urlaub gefunden zu haben. Ernüchternd ist, dass Urlaubsflirts meist Urlaubsflirts bleiben und Beziehungen, entstanden im Urlaub, meist kürzer als ein Jahr halten.

 

Im Marketing, als ein prickelndes Randthema auf Flirts zu setzen, wenn es zu Gästen und Angebot passt, ist überlegenswert. Ein Megathema wird daraus in der Regel nicht.

 

Quelle: Opodo, Studie „Urlaubsflirt oder Urlaubsflaute“, 10.7.2019