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Der Speicherteich Viderböden bildet mit der Hauptpumpanlage (im Hintergrund) das Herz der Beschneiungsanlage Idalp.

AEP

Ein Herz für Ischgl

Der Speicherteich Viderböden und dessen Anlagen sind der neue Dreh- und Angelpunkt der Beschneiung von Ischgl.

 

Wie ein Herz wirkt der neue Speicherteich Viderböden aus der Vogelperspektive. Und tatsächlich ist das neue Wasserreservoir samt seinen Anlagen künftig das Herz der Beschneiungsanlage Idalp in Ischgl. Erstmals griff die Silvrettaseilbahn AG auf das Know-how des Tiroler Ingenieurbüros AEP zurück – zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

 

„Egal ob Bauingenieure, Anlagentechniker oder Ökologen, AEP besitzt eine enorme Bandbreite an Personal und Know-how – absolut notwendig bei unserer ‚Herztransplantation‘ auf der Idalp“, begründet Markus Walser, Vorstand der Silvrettaseilbahn AG die Auftragserteilung an AEP.

 

Deren Geschäftsführer Robert Wendlinger spricht von einem Highlight in der AEP-Firmengeschichte: „Einerseits ist Ischgl als Skigebiet ein toller Referenzkunde, andererseits ein hoch professioneller, vorausschauender Bauherr, der uns bereits im Genehmigungsverfahren voll unterstützt hat.“

Die Suche nach dem Standort für den Ersatz des Speicherteichs Idalp gestaltete sich schwierig, vor allem da Pisten, geologische Verhältnisse und Grundeigentümer berücksichtigt werden mussten. Dagegen war der Nutzinhalt des Speicherteichs zweitrangig, da dieser mit den 15 Pumpstationen und sechs Druckluftstationen als Wasserverteiler funktioniert.

Auf energieangereicherten HDPE-Dichtungsbahnen ließ AEP den Kies auftragen, der künftig den Boden des Speichersees Viderböden bildet, der 60.000 Kubikmeter Nutzinhalt besitzt.

Speicherteiche kommunizieren

Dabei kommuniziert der 60.000 Kubikmeter fassende Speicherteich Viderböden mit den beiden Wasserspeichern Höllkar und Velill, sowie mit den Anlagen von TECHNOALPIN und DEMACLENKO. Er dient somit als neuer Dreh- und Angelpunkt der Beschneiungsanlage Ischgl. „Es handelt sich also nicht um eine Schneierweiterung, sondern wirklich um eine Herztansplantation“, erklärt AEP-Planer Mario Seebacher.

 

Daher wurden nur TRM-Feldleitungen zum bestehenden Netz, sowie Leitungen zum Vor- und Hauptpumpwerk verlegt. Für den Wasserkreislauf durch das neue Herz sorgen eine Vorpumpstation am Dammfußbereich mit vier Pumpen und eine Hauptpumpstation im Bereich der Berme bzw. des Damm-Einschnitts mit fünf Pumpen. Die Verrohrung der Pumpstationen übernahm HYDROSNOW.

 

Sowohl Teile der Pumpstationen als auch die Folie des neuen Speicherteichs sind aus energieangereicherten Material, um Schwitzwasser bzw. Algenbildung vorzubeugen. AEP achtete zudem auf eine ökologische Bauweise der neuen Anlage, nicht zuletzt da die Behörden zahlreiche Auflagen bezüglich dem Wasser- und Naturrecht vorschrieben.

 

AEP-Geschäftsführer Robert Wendlinger, Bauleiter Manfred Ortler, Pistenchef Serafin Siegele, Bauleiter Siggi Seidemann, AEP-Planer Mario Seebacher und Vorstand Markus Walser sind stolz auf ihr Projekt. Fotos: SI/Surrer (4), Silvrettaseilbahn AG (2)

Alter Speicherteich für den Sommer

In Summe hoben die Bauarbeiter 200.000 Kubikmeter Material aus, das für den Damm und für die naheliegenden Pisten verwendet wurde und daher nur kurze Transportwege in Anspruch nahm. Begonnen wurden die Arbeiten im Mai 2017, die Anlage wird zum Saisonstart pünktlich fertiggestellt.

 

Für den alten Speicherteich Idalp hat AEP ebenfalls bereits ein Konzept. Das Wasserreservoir wird schonend renaturiert und dient künftig sowohl als Sommerattraktion als auch als Hochwasserschutz bei starken Niederschlägen. Die Einreichung des Projektes ist im Winter 2018 geplant. ts

Hauptpumpstation P15

  • Hauptpumpe: 4x je 40 l/s
  • oberes System: je 550 m WS / 400 kW
  • Hauptpumpe. mittleres System: 1x 40 l/s je 300 m WS / 200 kW
  • Durchlaufstrecke unteres System: 200 l/s über Vorpumpwerk
  • Gesamtwasserleistung.  400 l/s
  • Anschlussleistung: 2.200 kW

Vorpumpstation P14

  • Standort: Dammfuß
  • Vorpumpe: 4x je 100 l/s je 50 m WS je 90 kW
  • Gesamtwasserleistung: 400l/s

Speicherteich Viderböden

  • Nutzinhalt:  60.000 m³
  • Retentionsvolumen: 5.000 m³
  • Hochwasserentlastung: 4.500 l/s
  • Entnahmeleistung: 400 l/s
  • Abdichtung: energieangereicherte HDPE-Dichtungsbahnen