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Für Roland Friedberger war diese Baustelle am Wendelstein ein Arbeitsplatz der ganz besonderen Art. Fotos: CARL STAHL

Carl Stahl

Viel Luft unter den Sohlen

Arbeitsplatz mit ganz besonderem Ausblick: Roland Friedberger von CARL STAHL hat mit Johannes Schuster auf der Mittelstütze der Wendelstein-Seilbahn in Bayern das CARL-STAHL Seilsicherungssystem montiert.

 

Die Landschaft rund um Bayrischzell zieht viele Touristen an. Im Sommer wird gewandert, im Winter ist das nahegelegene Skigebiet mit seinen Steilhängen ein Geheimtipp für geübte Skifahrer. Wer eine Bergtour unternehmen möchte, macht sich zu Fuß auf den Weg zum 1.838 Meter hohen Wendelstein – oder nimmt die Seilbahn.

 

Die braucht von der Tal- bis zur Bergstation nur sieben Minuten und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 932 Metern. Die Seilbahn ist seit 1970 in Betrieb, kann stündlich bis zu 450 Personen in zwei Großkabinen befördern. Das Besondere: Sie verfügt nur über eine einzige Stütze, die beachtliche 75 Meter hoch ist. Und genau dort war Roland Friedberger im Einsatz.

 

Mit sehr viel Luft unter den Sohlen. Und einem atemberaubenden Panorama. Anders als die Touristen, musste er für diesen Ausblick nicht in die Gondel der Wendelstein-Seilbahn steigen, die nur wenige Meter unter seinen Füßen hindurch Richtung Bergstation fuhr. Er steht auf der einzigen Stütze der Bahn. 75 Meter über dem Boden. Nur ein kleiner, autorisierter Personenkreis darf sie betreten.

„Das war mein bisher spektakulärster Arbeitsplatz“, sagt er. Jobs in der Höhe hatte er schon viele zu erledigen, auf Dächern oder im Stahlbau gearbeitet. Seit 13 Jahren ist er bei der CARL STAHL Unternehmensgruppe am Standort München beschäftigt, seit drei Jahren als Experte für Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSA gA) und Absturzsicherungssysteme im Einsatz.

 

Er berät Unternehmen bei der Suche nach passenden Produkten, entwickelt gemeinsam mit ihnen individuelle Lösungen und nimmt auch Montagen und Revisionen vor. Dabei arbeitet er eng mit seinem Vertriebskollegen Johannes Schuster aus Süddeutschland zusammen. Die CARL STAHL Unternehmensgruppe ist ein Partner, der Kunden von der Gefährdungsbeurteilung über die Montage bis hin zur jährlichen Überprüfung im Bereich der Absturzsicherung zur Seite steht.

Roland Friedberger ist als Spezialist für Absturzsicherungen in luftigen Höhen unterwegs.

Funktionskontrolle mit Risiken

Auch die Wendelsteinbahn GmbH war auf der Suche nach einer individuellen Möglichkeit zur Absturzsicherung. Denn täglich sind Mitarbeiter auf der Mittelstütze der Seilbahn unterwegs, um die Rollen zu kontrollieren, die unterhalb eineStahlfläche befestigt sind. Bei dieser Arbeit mussten sie sich bisher über die Absturzkante lehnen, eine Hand zum Abstützen nutzen, während sie mit der anderen Hand die Rollen auf ihre Funktionsfähigkeit testeten – immer mit dem Risiko, in die Tiefe zu stürzen.

 

Hinzu kommt, dass sich im Winter oder bei kälteren Temperaturen schnell Eisflächen bilden können und die Verkehrswege daher spiegelglatt werden. „Die Anlage wurde zu einer Zeit gebaut, in der Arbeitssicherheit keine entscheidende Rolle spielte. In Sachen Absturzsicherung war das natürlich nicht mehr zeitgemäß“, sagt Friedberger.

 

Gemeinsam mit Johannes Schuster von SKYLOTEC inspizierte er bereits im Vorfeld den Einsatzbereich und gemeinsam mit der Wendelstein GmbH wurde ein Konzept zur Absturzsicherung entwickelt. So war es ein Kundenwunsch, dass sich die Mitarbeiter bei ihrer Tätigkeit uneingeschränkt bewegen können und sich dabei auch nicht ständig aus der Struktur lösen sollen.

Daher fiel die Wahl auf das Seilsicherungssystem SKYLINE. Das lässt sich durch Zwischenhalter und Kurvenelemente nicht nur flexibel planen und montieren, sondern ermöglicht es auch, mit wenigen Halterungen längere Wegstrecken zu überbrücken. Beschäftigte können sich an dem System mit einem leicht laufenden Gleiter, den sie über ein Sicherungsseil mit ihrem Auffanggurt verbinden, an jeder beliebigen Stelle anschlagen. Dadurch können sie sich uneingeschränkt bewegen und sind jederzeit gesichert.

Die Wendelsteinbahn befördert die Gäste zur Bergstation in 1.724 Metern Höhe.

Reibungslose Zusammenarbeit

Für insgesamt vier Wartungsstege – jeweils zwei mit 15 Metern Länge und zwei mit neun Metern Länge – musste Friedberger an diesem Tag ein Seilsicherungssystem montieren. Die Zwischenhalter befestigt er jeweils an den Holmen von Geländern. Das funktioniert auch deshalb reibungslos, weil die Betreiber eine hervorragende Vorarbeit geleistet haben.

 

„Sie haben auf Grundlage meiner Planung bereits Löcher vorgebohrt und diese mit Rostschutz behandelt“, erklärt Friedberger. Zum Schluss wurde das System über die beiden Seilterminals an den jeweiligen Enden gespannt. „Die Länge des Seils ist in dieser Anwendung vergleichsweise gering. Bei einem anderen Anwendungsfall, etwa auf einer Maschinensicherung oder auf einem Gebäudedach, wäre eine Montage auch ohne Zwischenhalter möglich gewesen“, sagt Friedberger.

 

In diesem Fall entschied er sich gemeinsam mit SKYLOTEC bei seinem Kunden Wendelsteinbahn aber dennoch für die Verwendung von Zwischenhaltern – und das aus gutem Grund: Die Zwischenhalter gewährleisten die Statik, ohne sie wäre die Auslenkung des Seils zu groß gewesen.

 

„Personen hätten dadurch über die Kante hinweg stürzen können, obwohl sie an dem Seilsystem gesichert sind“, sagt der Experte. So hat Carl Stahl für seinen Kunden die bestmögliche Lösung erarbeitet, die ein Höchstmaß an Funktionalität und Sicherheit bietet.

Einen ganzen Arbeitstag verbrachte Friedberger auf der Mittelstütze, dann waren die SKYLINE-Systeme montiert. Als die Sonne hinter den Bergen verschwand, während er sein Werkzeug zusammenpackte, sagte Friedberger: „Das ist schon einmalig hier. Jobs wie diese darf es ruhig häufiger geben, denn: Höhenarbeiten sind meine Leidenschaft.“

 

Auch für den Fotografen und Filmer, der im Auftrag der CARL STAHL Unternehmensgruppe mit auf der Stütze unterwegs war, stellte sein Arbeitsplatz an diesem Tag besondere Herausforderungen. Mathias Wolf hat für die visuellen Einblicke der Bauarbeiten in schwindelnden Höhen aber bestens gesorgt. ah

Aus Einzelteilen baut Roland Friedberger die SKYLINE zusammen.

An den bereits vorgebohrten Löchern werden die Zwischenhalter angebracht.