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Der Speicherteich in diesem Kessel erfordert ein lawinentechnisch anspruchsvolles Konzept. Fotos: SI/Mair

AEP

Reibungslos zum neuen Speicherteich

Dank guter Zusammenarbeit und perfekter Planung steht dem neuen Speicherteich in Alpbach nichts im Weg.

 

Der idyllische Ort Alpbach bildet gemeinsam mit dem Nachbartal Wildschönau das Tiroler Skigebiet Ski Juwel Alpbach Wildschönau und ist für viele Einheimische, aber auch Touristen seit Jahren eine Anlaufstelle für ein schönes Familien Winter Erlebnis.

 

Dieses Vertrauen möchte man bei den Bergbahnen mit Schneesicherheit und pünktlichen Saisonstarts würdigen. Aus diesem Grund hat man bereits 2017 gemeinsam mit dem Ingenieurbüro AEP mit der Planung eines neuen Speicherteiches am Wiedersberger Horn begonnen.

v. l. Reinhard Wieser (GF Alpbacher Bergbahnen), Thomas Hollaus (Bauleiter Fa. Hollaus), Marco Als (Polier Fa. Hollaus), Jörg Henzinger (Projektgeotechniker), Florian Colutto (Projektleiter bei AEP), Robert Wendlinger (GF von AEP).

Gründe und Wünsche

Bisher erfolgte die Beschneiung im gesamten Gebiet Alpbach durch das Wasser aus vier Wasserspeicher. Der Größte, mit einem Fassungsvolumen von ca. 136.000 Kubikmeter, ist der Jochanger Speicherteich. Doch gerade bei der Nachschneiung wurde die Kapazität knapp und man musste Abstriche bei der Beschneiung machen.

 

Durch den Bau des neuen Speicherteiches soll dies nun geändert werden. Der neue Teich mit einer Dammhöhe von 29 Metern ist als Depot für den oberen Bereich des stark besuchten Skiberges Wiedersberger Horn vorgesehen.

 

Durch das zusätzliche Wasser bleibt bei den bereits vorhandenen vier Speicherteichen mehr Wasser für die niedriger gelegenen Pisten in Alpbach und Reith in Alpbach. Somit können den Besuchern die ganze Saison über beste Pistenverhältnisse geboten werden.

Der Speicherteich liegt auf 1.660 Meter und wurde von der Firma Hollaus ausgehoben. Die eingesetzte Folie ist etwa 2,5 Millimeter stark und wird nach und nach im Becken verlegt.

Planung und Bau

Wie bei den meisten Bauprojekten ist bereits vor Baubeginn viel zu tun. Im Falle dieses Speicherteiches musste zuerst der richtige Platz gefunden und anschließend von den Experten der AEP ein zulässiges Konzept entwickelt werden. Aufgrund der Lage des neuen Speicherteiches in einem Talbecken, mussten besondere Lawinensicherheitsmaßnahmen erfüllt werden.

 

Die Wände der Pumpstation sind deshalb deutlich dicker als üblich und halten, falls nötig, einer Lawine stand. Zusätzlich wurde der Durchfluss für die Grundablassung beschleunigt, wodurch im Ernstfall eine raschere Entleerung des Beckens möglich ist.

 

Augrund der Lage kommt es noch zu einem weiteren „Schutzmechanismus“. Der Speicherteich wird zu Beginn der Saison für die Grundbeschneiung eingesetzt wodurch dieser später in der Saison kein Wasser mehr führt. Die Pumpstation wurde als Zuführstation konzipiert und die sechs Hochdruckpumpen darin verfügen jeweils über einen Durchfluss von 100 Litern in der Sekunde.

In diesem Bereich wurden Feldleitungen verlegt. Durch die ökologische Bauweise ist bereits wenige Tage nach den Arbeiten nur noch wenig von diesem Eingriff zu erkennen.

Baumaßnahmen

Da man bereits sehr frühzeitig mit der Planung begonnen hat, konnten die nötigen Genehmigungen von der AEP schnell eingeholt werden. Nach positiven Probeschürfungen 2017 und Probebohrungen 2018 stand dem Baubeginn in diesem Jahr nichts mehr im Weg. Bei der Baustelle selbst hat man während des gesamten Bauverlaufes darauf geachtet, möglichst wenig offene Bauflächen sichtbar liegen zu lassen.

 

Bei dieser naturnahen Bauweise werden offene Stellen mit Rasenziegeln abgedeckt. Diese werden so feucht gehalten und können nach der Fertigstellung wieder an den eigentlichen Platz zurückgebracht werde. Durch dieses ökologische Vorgehen blieb die betroffene Natur unbeschadet. Die frühzeitige Planung zeigte sich nicht nur bei den nötigen Behördengängen als Vorteil.

 

Nicht nur die zuständigen Firmen ziehen bei diesem Projekt an einem Strang, auch die Agrargesellschaft als Grundeigentümerin ist mit dem Projekt in Alpbach einverstanden und unterstützt das Bauvorhaben.

 

„Diese Baustelle ist ein Traum. Wir hatten keinerlei ungeplante Ereignisse und die Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Grundstücksbesitzern und Unternehmen läuft reibungslos.“, erzählt Robert Wendlinger, Geschäftsführer der AEP, begeistert.

 

Der neue Speicherteich auf dem Wiedersberg ist mit etwas mehr als 136.000 Kubikmeter so groß wie der Jochanger und erhöht so die Schlagkraft der Beschneiungsanlagen deutlich. Bereits diesen Herbst soll mit der Befüllung über die bestehende Wasserfassung und Beschneiungsanlage begonnen werden. Man hofft etwa ein Drittel des Teiches noch vor dem Winterbeginn füllen zu können. tm

Reinhard Wieser

Geschäftsführer der Alpbacher Bergbahnen

„Wir arbeiten mit der AEP seit dem Bau der Verbindungsbahn Alpbach /Wildschönau im Jahr 2011 immer wieder gerne zusammen. Die Zusammenarbeit hat bisher immer gut funktioniert und wie bei den Projekten zuvor waren auch hier die Einschätzungen des Unternehmens sehr genau. Besonders schön ist, dass alle Versprechungen auch eingehalten werden.“