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Der Cliffwalk in Grindelwand ist ein Vorzeigeprojekt in der Geschichte von JAKOB ROPE SYSTEMS.

Jakob Rope Systems

115 Jahre Seil-Innovation aus Tradition

Die Entwicklung der Seilerei Jakob zum international erfolgreichen Unternehmen JAKOB ROPE SYSTEMS ist eine spannende Geschichte, die durch Innovation und Tradition geprägt ist.

 

Ob Hans Jakob sich 1904 hätte träumen lassen, dass die Gründung einer Seilerei im beschaulichen Schweizer Trubschachen solche Konsequenzen haben würde? Trubschachen war damals ein kleines Dorf im Emmental, der Rest der Welt weit weg: Die Reise mit dem Zug nach Bern dauerte über zwei Stunden.

 

Und doch konnte sich hier im Herzen der Schweiz und abseits der großen Verkehrswege eine internationale erfolgreiche Seilerei etablieren, deren Produkte heute weltweit vertrieben werden. Hans Jakob selbst gründete die Firma, nachdem er im nahen Lützelflüh bei einer der damals noch zahlreich existierenden Dorfseilereien die Ausbildung im Seilerhandwerk erhalten hatte.

 

Entlang der Bahnstrecke Bern-Luzern entstand die fast 140 Meter lange Seilerbahn, wo die Firma JAKOB zunächst ausschließlich Faserseile für die lokale Land-, Forst- und Bauwirtschaft produzierte.

Aufstieg zum großen Produzenten

Die eigenständige Drahtseilproduktion begann in Trubschachen erst 1953, nachdem die Söhne Hans junior und Eduard die Firma übernommen hatten. Das notwendige Know-how eigneten sich die Gebrüder Jakob bei der deutschen Firma Vornbäumen an, auch die erste Drahtseil- Maschine kam gebraucht aus Bad Iburg.

 

Die zunehmende Motorisierung der Land- und Forstwirtschaft, etwa für Zugund Fördersysteme, verlangte nach dem 2. Weltkrieg mehr und mehr nach den stabileren Drahtseilen. Dank der Qualität ihrer Produkte konnte sich die Seilerei JAKOB als einer von vier großen Drahtseilproduzenten in der Schweiz etablieren.

 

In den 1980er-Jahren traten die beiden Söhne Eduards, Peter und Martin, in dritter Generation an und entwickelten das Programm Jakob Inox Line für Architekturlösungen aus Edelstahl.

 

1988 noch schüchtern mit einem kleinen Faltflyer beworben, entwickelte sich das Edelstahlprogramm zum Zugpferd, so dass 1991 ein Farbkatalog erschien, der zum Durchbruch verhalf. Das Drahtseilnetz Webnet, 2002 lanciert, setzte die Erfolgsgeschichte der Architektursparte fort. Seit 2008 werden die Webnet-Produkte von einer Tochterfirma in Saigon/Vietnam von über 500 Mitarbeitern hergestellt und in über 50 Ländern vertrieben.

Neubau JAKOB AG Trubschachen, HIT-TRAC neo und Gelmerbahn (steilste offene Standseilbahn Europas) Fotos (v.l.): Rollimarchini, Habegger AG, Di Renzo

Übernahme von HABEGGER

Im kleineren Geschäftsfeld der Faserseile, Bergbahnseile und der Seil- und Hebetechnik wird das Bewusstsein gepflegt, dass das hier über Generationen aufgebaute Fachwissen und die Erfahrung die Grundlage für den Erfolg in allen Bereichen der Seiltechnik bilden.

 

Mit Übernahme der Thuner HABEGGER AG konnten 2016 Synergien hergestellt werden, die vor allem den Kunden der Seilund Hebetechniksparte zugutekommen. Weiterhin bildet JAKOB Seilerlehrlinge aus und widmet sich der Forschung und Wissensvermittlung im Bereich Drahtseile, etwa als Mitglied der OITAF und mit dem online frei verfügbaren Handbuch Mountain Manual, das die ganze Erfahrung von JAKOB im Bereich Drahtseile in kompakter Form veranschaulicht.

Erfindungen & Zertifizierungen

Dank der in den vergangenen Jahren aufgebauten eigenen Ingenieurabteilung ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für die Forschung und Entwicklung. Neue Produktentwicklungen wie die Steinschlagbarriere Web-tree, der Seilrissfalldämpfer für schwere Lasten oder der extra- leichte und fernsteuerbare HIT-TRAC neo der HABEGGER AG, aber auch kundenspezifische Lösungen wie das Zugseil der Gelmerbahn mit speziellen integrierten Elektroleitern zeugen von den innovativen Tätigkeiten des Trubschachener Traditionsunter-nehmens.

 

Seit 2018 ist die JAKOB AG auch nach Modul H1 als Hersteller für Bergbahnseile und deren Endverbindungen nach der europäischen Seilbahnverordnung zertifiziert.

Neubauten in der Schweiz und Vietnam

1840 beschrieb der Schriftsteller Jeremias Gotthelf den Emmentaler folgendermaßen: „Weit ist sein Gesichtskreis nicht, aber das Nächste sieht er klug und scharf an; rasch ergreift er das Neue nicht… aber was er einmal ergriffen, das hält er fest mit wunderbarer zäher Kraft.“

 

Und so ist es vielleicht gar nicht so abwegig, dass Hans Jakob senior sich vor 115 Jahren im beschaulichen Trubschachen großes für seine kleine Seilerei erträumte. In diesem Sinne sind die neuen Gebäude in Vietnam und am Firmensitz Ausdruck des langfristigen Bekenntnisses der Firma sowohl zu den traditionellen Wurzeln, als auch zu den Mitarbeitern am Produktionsstandort in Vietnam, mit denen JAKOB ROPE SYSTEMS auch in Zukunft neue Wege sucht, um das Bewährte zu verbessern.