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Der öV Hub verfügt über zwei Etagen welche genügend Platz für einen Bahnhof, eine Talstation und einen Busbahnhof bieten. Fotos: ALETSCH BAHNEN AG

ÖV Hub Fiesch

Ein Ort gestaltet sich neu

Der neue öV-Hub vereint Zug, Bus und Bergbahn barrierefrei miteinander!

 

Fiesch hat wie viele andere Bergdörfer ein Problem genügend Infrastruktur für die Touristen zu bieten. Denn durch die umliegenden Berge ist der Platz eingeschränkt und muss somit optimal genutzt werden.

 

Die kleinen Orte stehen damit vor den gleichen Herausforderungen wie Städte – wie leitet man Besucherströme optimal und sorgt so für den maximalen Gästekomfort? In Fiesch heißt die Lösung Verkehrshub.

 

Durch die Bündelung des Transportangebotes an einem Ort will man nicht nur den Besuchern den Aufenthalt erleichtern, sondern auch für eine Verkehrsberuhigung im Ortszentrum sorgen.

Miteinander Vorwärts

An dem Projekt öV-Hub arbeiten die Gemeinde, die Aletsch Bahnen AG und der Verkehrsanbieter MGBahn Hand in Hand zusammen, um so die Wartezeiten zu verkürzen und die Lebensqualität der Einheimischen weiter zu erhöhen.

 

Das geplante Gebäude wird an der Ortsgrenze gebaut und bietet Platz für eine neue Bahnhofsanlage (MGBahn AG, Brig), die Talstation einer Gondelbahn mit Garagierung (Aletsch Bahnen AG), sowie dem Postbus. Im Winter werden zusätzlich Sportbusse vom Busterminal im Erdge schoss abfahren.

 

Der verbleibende Bereich wird einer noch nicht bekannten Drittnutzung zur Verfügung stehen. Im Gespräch sind derzeit Geschäfte oder ein Ärztezentrum, wofür es bereits erste Skizzen gibt. Für die Autofahrer wird in der Nähe des Eingangsbereiches eine große Parkfläche errichtet.

 

 

Für die richtige Steuerung des Besucherflusses wird der Verlauf der Ortsstraße verlegt, denn diese führte zuvor am Ortskern und am alten Bahnhof vorbei. Obwohl ein Zusammenschluss der Infrastruktur eine Qualitätssteigerung für Touristen darstellt, wird weiters versucht die Städtebauliche Entwicklung im Gebiet Lischmatta aktiv anzugehen und so eine Verdichtung der Siedlungsqualität zu erreichen.

Gute Gründe für den Bau

Das Sprichwort zu viele Köche verderben den Brei scheint hier keine Anwendung zu finden. Jeder der teilnehmenden Akteure hat einen guten Grund die Verwirklichung des Verkehrshubs vorantreiben zu wollen und so konnte bereits im Herbst 2019 mit den ersten Arbeiten begonnen werden.

 

Die Aletsch Bahnen AG plante ohnehin eine neue Anlage und war auf der Suche nach dem idealen Standort für die neue Gondelbahn. Auch für die MGBahn war der Zeitpunkt des Projektes günstig, denn der bestehende Bahnhof ist sanierungsbedürftig und bietet keine Barrierefreiheit.

 

Aufgrund des eingeschränkten Raumes bestand auch nicht genug Wendeplatz für den Postbus. Während derzeit nur eine 10er Gondelbahn nach Fiesch-Kühboden geplant ist, hat bereits ein weiterer Bergbahnbetreiber Interesse am Verkehrshub gezeigt.

 

Geplant wäre eine Talstation auf der anderen Straßenseite, welche mit dem öV Hub über eine Brücke verbunden wird. Dadurch wäre auch die zweite Seite des Tals für Skifahrer ohne Shuttlebus erreichbar.

Chancen für Wintersportorte

Ein solches Projekt wie in Fiesch könnte für viele Wintersportregionen eine Qualitätssteigerung bringen. Der Wintersportboom kam damals für viele unerwartet und man hat bei der raschen Ortsentwicklung nur selten an zukünftige Anforderungen gedacht.

 

Lange Fahrten in Shuttlebussen sind meist die Folge. Ein öV Hub würde Touristen und Einheimischen gleichermaßen helfen. Während für Gäste der barrierefreie Zugang zum gesamten Infrastrukturangebot der Region im Fokus stehen könnte, würden die Einwohner dadurch profitieren, dass durch die bessere Organisierung der Besuchergruppen die Straßen beruhigt werden könnten.

 

Für die erfolgreiche Umsetzung eines solchen Projektes müssen die Bereiche Ortsentwicklung, Verkehr und Landschaft unter einen Hut gebracht werden. Aber es wäre möglich einen Ort an das steigende Verkehrsaufkommen anzupassen und gleichzeitig neuen Lebensraum zu schaffen. tm

Bild 1:Der Verlauf der Gondelbahn von der neuen Talstation aus.

 

Bild 2:Der neue öV-Hub ist etwa 400 Meter vom derzeitigen Bahnhof entfernt.