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Mediennutzung in der Freizeit geht oft zulasten des Regenerierens. Foto: FERATEL

Freizeit unter der Lupe

Überraschende Fakten des Freizeit- Monitors 2019

Fernsehen (94 Prozent), Radiohören (88), Telefonieren (87), Musik hören (83) und Internet (81) – das sind die top fünf Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Auffallend sei, so die Autoren des „Freizeit- Monitor 2019“, dass der Überhang „medialer“ Tätigkeiten weiter zunimmt. Das erfolgt zu Lasten von Regenerativem, etwa „Ausschlafen“ (61 Prozent) oder sozialen Kontakten, etwa „Zeit mit dem Partner verbringen“ (66 Prozent).

Freizeit vielfach indoor & daheim

Freizeit findet zu einem überwiegenden Teil in den eigenen vier Wänden statt. Nicht so oft, wie vermutet, wird in der Freizeit Sport betrieben, im Park oder der Natur entspannt, ins Kino oder Theater gegangen u.ä. „Der Freizeitalltag läuft routiniert ab: Nach Feierabend wird auf dem Sofa entspannt, informiert und unterhalten. Passivität statt Aktivität, lautet das Motto. Aktivitäten außer Haus sind Highlights der Woche bzw. des Monats“, bringt es Studienautor Ulrich Reinhardt auf den Punkt.

Freizeit: Stress, Frust, Freude

Für Stress sorge ein anderes Phänomen, genannt „FOMO - Fear of missing out“. Diese Angst, in der Freizeit etwas zu verpassen, steht im Gegensatz zum Verhalten der Gesamtbevölkerung. Sie lässt Jugendliche, jüngere Erwachsene und viele Singles von einer Aktivität zur nächsten hetzen, getrieben vom Wunsch, sich nichts entgehen zu lassen.

 

Für Frust sorgt das Gefühl, in der Freizeit fremdbestimmt zu sein. 82 Prozent aller Eltern klagen, dass sie in ihrer Freizeit zu sehr den Bedürfnissen anderer gerecht werden müssen. Besonders unzufrieden mit ihrer Freizeitgestaltung zeigen sich Singles: 56 Prozent meinen, in der Freizeit nicht das machen zu können, was sie eigentlich wollen.

 

Dass Rentner am zufriedensten mit ihrer Freizeit sind, ist eine weitere Überraschung. „Sie können, müssen und wollen nicht überall dabei sein, sondern wählen die Aktivitäten aus, die ihnen gefallen und guttun“, weiß Experte Reinhardt.

Smartphone, Social Media & Co

Verdoppelt hat sich binnen fünf Jahren der Anteil der Smartphone-Nutzung, abseits des Telefonierens, auf 57 Prozent der Bevölkerung. Überraschend ist, dass Social Media im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig ist (von 52 auf 51 Prozent). Deutlich steigend ist die regemäßige Nutzung von Streaming-Diensten (Netflix, Amazon-Prime, Sky u.a.).

 

Um der Erwartung an einen Urlaub oder Tagesausflug – Abwechslung in die Alltagsfreizeit zu bringen – gerecht zu werden, ist es als Seilbahn- und Tourismusanbieter wichtig zu wissen, wie potenzielle Gäste ihre Freizeit daheim gestalten. Quelle: „Freizeit-Monitor“ 2019, BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, 12.9.19.