DE
DE
EN

Die Bauseilbahn Spitallamm überwindet eine Länge von 230 und eine Hubhöhe von 120 Metern. Fotos: KWO, David Birr / Von Rotz & Wiedemar AG

Von Rotz & Wiedemar

Unterschätzte Lösung Kurvenseilbahn

Das Potential von Kurvenseilbahnen ist kaum bekannt. Dabei ist besonders mit den Modellen der VON ROTZ & WIEDEMAR AG vieles möglich, wie die Bauseilbahn Spitallamm beweist.

 

80.000 Kubikmeter Aushub, 520.000 Tonnen Beton, 125 Millionen Franken Investitionssumme – die Zahlen zum Neubau der Staumauer Spitallamm im Kanton Bern sind beeindruckend.

 

Als erstes muss jedoch auf beiden Seiten ein Voreinschnitt in den Felsen gesprengt werden. Für die Erschließung dieses Voreinschnitts wurde VON ROTZ & WIEDEMAR AG mit der Erstellung einer Kurvenbahn beauftragt. „Unsere Anlage verbindet die beiden Seiten der Staumauer und folgt dabei dem Verlauf der Baustelle. Es werden Bohrgeräte, Zubehör und Sprengstoff für den Voreinschnitt transportiert“, berichtet Geschäftsführer Andreas Wiedemar.

 

Bedient wird die Seilbahn durch Maschinisten der Seilbahnfirma, sowie durch Maschinisten der Baufirma. Dank der Kurvenseilbahn kann die gesamte Baustelle ohne Umladen erreicht werden.

 

Andreas Wiedemar

Geschäftsführer VON ROTZ & WIEDEMAR

„Das Potential unserer Kurvenseilbahnen wird oft unterschätzt. Dabei können wir damit oft den Bau einer zweiten Materialseilbahn einsparen. Unsere Anlagen können Kurven bis zu 30 Grad fahren – und das mit weniger Sätteln und Abspannseilen als bei anderen Systemen. Mit unseren Kurvenseilbahnen können wir dem Verlauf von Druckleitungen genau folgen!“

Außergewöhnlich sind die beiden Kurvensättel: Diese werden durch Trägerseile gehalten (Hängestützen). Die Kurvenabspannseile sind an der alten Staumauer verankert. Die Trägerseile, welche die gesamte Baustelle überspannen, erfahren dabei sehr viel höhere Abspannkräfte als das Tragseil: Dadurch, dass die Kurvenankerseile gegen unten geneigt sind, entstehen sehr hohe Zusatzkräfte.

 

Um diese Kräfte im Griff zu halten, sind sehr stark konstruierte Kurvensättel notwendig. Die speziellen Laufwerke tragen die beiden Hubwinden, an denen ein Lastbalken mit zentralem Hacken gelagert ist.

 

Die Hubwinden werden durch einen Dieselmotor und Hydraulik angetrieben. Die Hydraulikmotoren treiben dabei direkt die Hubwinden an, ohne Getriebe dazwischen: Dies erlaubt hohe Hub- und Absenkgeschwindigkeiten im Teillastbereich. Die Materialseilbahn ist nicht die erste für die Baufirma Ghelma AG, die VON ROTZ & WIEDEMAR errichten durfte. „Wir freuen uns, dass wir auch heuer wieder ein Gesamtpaket aus Planung, Montage, Betrieb und Abbau ausführen dürfen“, sagt Wiedemar.

Seile von demontierten Anlagen

Konkret waren 15 Mann drei Monate lang beschäftigt, um die Kurvenseilbahn zu planen, zu konstruieren und zu montieren. Die Seile stammen wie üblich von demontierten Anlagen, was einerseits nachhaltig ist, andererseits die Kosten senkt.

 

Die Vorteile der Kurvenseilbahn hat VON ROTZ & WIEDEMAR zuvor bereits bei den Projekten Gurtnellen (Kanton Uri), Schattenhalb (Kanton Bern) und Blaichach (Allgäu) präsentiert. VON ROTZ & WIEDEMAR bietet daher Kurvenseilbahnen mit funkferngesteuertem Motorseilkran in fast allen Traglastklassen an.

 

„Unsere Planungsabteilung, welche viel Erfahrung in der Projektierung von Seilbahnen aller Art mitbringt, erarbeitet stets eine maßgeschneiderte, an die topografischen Begebenheiten und technischen Anforderungen angepasste Lösung“, so Wiedemar. Eine Aussage, welche die Bauarbeiter auf der Staumauer Spitallamm bestätigen können. ts