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Seilvereisungen erhöhten die Lasten auf Abspannequipment und Hebetec-Ausrüstung massiv. Die Lasten mussten mit Reserve gerechnet werden.

Zurbrügg am Pic du Midi

Seilschiebarbeiten bei hartem Wetter

Am Berggipfel Pic du Midi befindet sich das größte Observatorium der französischen Pyrenäen. Die Schweizer Montagefirma ZURBRÜGG durfte Seilschiebearbeiten bei der dortigen Bergbahn durchführen. Die Wetterbedingungen waren allerdings äußerst hart – und das Zeitfenster kurz.

 

Die spezielle Lage des Pic du Midi de Bigorre nördlich des Hauptkamms der Pyrenäen bietet mit seinem Gipfel auf 2.880 Metern ein außergewöhnliches Panorama. Bei klarer Sicht sind über 25 Dreitausender sowie fast ganz Südfrankreich zu bestaunen.

 

Auf dem Gipfel befinden sich ein großes Observatorium und eine Fernsehsendestation. Über 100.000 Besucher benützen jedes Jahr die zwei von GARAVENTA 2001 errichteten Pendelbahnen. Dieses Jahr, kurz vor der Sommersaison, stand für die obere Bahnsektion das Verschieben der Tragseile auf dem Programm.

 

In einem äußerst kurzen Zeitfenster von nur drei Wochen im Mai sollten die Arbeiten ausgeführt werden. Betrachtet man die dort herrschenden Wind- und Wetterverhältnisse, die insbesondere Seilvereisungen von mehreren Dezimetern Durchmesser zur Folge haben können, steht wenig bis gar keine Zeit für sogenanntes „Unvorgesehenes“ zur Verfügung. Eine optimale Planung der Seilarbeiten hat hier hohe Priorität.

Der Pic du Midi mit seinem Observatorium ist mit der Pendelbahn mühelos zu erreichen

 Das Montageteam wurde vom plötzlich einbrechenden Sturmwetter nicht verschont.

Seile gleichzeitig & parallel verschoben

Aus diesem Grunde entschied sich der Seilbahnbetreiber für den Vorschlag der ZURBRÜGG SEILBAHNEN & MONTAGEN GMBH gemeinsam mit der französischen Montagefirma VLM, je zwei Tragseile pro Spur gleichzeitig und parallel zu verschieben.

 

Damit konnte auf das Demontieren und Wiedermontieren der Zwischenaufhängungen verzichtet werden und bereits einige Arbeitstage gespart werden. Nicht nur mit dieser Lösung wurden Zeitreserven geschaffen. Auch auf das aufwendige Abspannen mit Flaschenzügen wurde verzichtet und die Benützung von ausgeklügelten Spann- und Hebesystemen der HEBETEC ENGINEERING AG aus Hindelbank (CH) gewählt.

 

Im Einsatz stand dafür je eine komplette Ausrüstung mit Litzenzugsystem und Hydraulikzentrale vor beiden Seilbahnstationen, die Abspannung vor der Bergstation zum Herauslassen der Tragseilreserven und die Abspannung vor der Talstation zum Hereinziehen der zu verschiebenden Seillängen. Dank diesem Lösungsansatz konnte der Zeitplan sogar verkürzt werden – und das trotz der vielen Wetterkapriolen, denn die Baustelle blieb vor Wind, Sturm und Vereisung nicht verschont.

 

Lässt also die Statik der Seilbahnstationen dies zu, ist ein paralleles und gleichzeitiges Seilschieben sowohl zeitlich wie auch kostenmäßig sehr interessant. Mit den hier gesammelten Erfahrungen, insbesondere mit dem Einsatz modernster Spanntechnik der HEBETEC und der großen Auswahl an Abspannausrüstung von ZURBRÜGG, lassen sich solche Seilarbeiten sehr gut optimieren. ts

Einrichtung der Abspannlitzen und Spannvorrichtungen vor der Talstation und paralleles Ziehen beider Tragseile. Fotos: ZURBRÜGG

Mit dem Hydraulikpumpaggregat und der Steuerung der Firma HEBETEC wurde für exaktes Ziehen und Positionieren der beiden abgespannten Tragseile gesorgt.

Sicheres und ergonomisches Arbeiten auf der speziell von ZURBRÜGG ausgelegten, mobilen Arbeitsplattform trugen ebenfalls zu Zeitersparnissen bei.