DE
DE
EN

Die neue Schatzbergbahn wird in die bereits bestehende Mittelstation integriert.

Salzmann Ingenieure

Vier auf einen Streich!

Das Ingenieurbüro SALZMANN ist zurzeit an vier Großprojekten beteiligt und kämpft daher mit zahlreichen Herausforderungen.

 

Wildschönau, Sudelfeld, Kleinarl und Berchtesgaden – das Ingenieurbüro SALZMANN plant und begleitet derzeit vier Seilbahnprojekte, die alle durch ganz spezielle Herausforderungen, Umstände und Baufortschritte geprägt sind. Die Unterschiede der einzelnen Bauvorhaben offenbaren die Vielseitigkeit der Planer vom Bodensee.

Neue Bahn in alten Gebäuden

So zeigen die österreichischen Ingenieure bei der Schatzbergbahn in der Wildschönau, dass sie eine moderne Umlaufbahn in bestehende Gebäude (Tal-, Zwischen- und Bergstation) integrieren können. Die kuppelbare Einseilumlaufbahn ersetzt die alte 4er-Sesselbahn auf nahezu unveränderter Bahnachse. „Dadurch halten wir die Gesamtprojektkosten relativ gering und schützen zugleich die Umwelt“, berichtet Stephan Salzmann, Geschäftsführer des Ingenieurbüros.

 

Ziel des Projektes ist die Steigerung der Förderleistung der Schatzbergbahn von 1.600 auf 2.650 Personen pro Stunde, da die Anlage als Zubringer- und Wiederholungsbahn stets gut ausgelastet sein wird.

Die Jennerbahn bei Berchtesgaden bekommt eine neue Mittelstation. Fotos: SALZMANN

Beharrlichkeit bei guten Ideen

Geduld und Treue zu ihren Ideen bewies SALZMANN am Sudelfeldkopf. Bereits 2005 haben die Ingenieure einen Masterplan konzipiert, der jedoch vielfach hinterfragt wurde. „Zur Ausführung gelangen die Anlagen nun aber genau so, wie wir sie damals schon konzipiert haben“, sagt Salzmann stolz.Das erste Projekt war die 6er-Sesselbahn Waldkopf als neu konzipierter Einstieg ins Skigebiet.

 

Die kuppelbare 8er-Sesselbahn Sudelfeldkopf wird nun die zentrale Beschäftigungsanlage im Skigebiet und ersetzt dabei zwei Schlepplifte. Die Förderleistung wird somit von 2.400 auf 3.500 Personen pro Stunde erhöht. Nächster Schritt ist dann vermutlich ein Zubringer von Bayrischzell.

Die Talstation des Sudelfeldkopfs ist neuer Knotenpunkt des Skigebiets.

Geologisch rutschig

Die 6er-Sesselbahn Lumberjack Shuttle in Kleinarl forderte die Ingenieure auf zweierlei Weise – genehmigungsrechtlich und geologisch. Erst Ende Mai 2017 gab die Salzburger Landesregierung ihre positive Stellungname zum Seilbahnprojekt ab. „Dementsprechend kurz war die Zeit für die naturschutz- und seilbahnrechtlichen Einreichugen, insbesondere da die Bauverhandlung am 26. Juli 2017 stattfand“, berichtet Salzmann.

 

Er und seine Kollegen meisterten diese Herausforderung zeitgleich mit den geologischen Problemen: „Die gesamte Trasse, also 15 von 17 Stützen plus die Talstation, liegt in einem rutschgefährdeten Gebiet. Dementsprechend schwierig war die Gründung der Stützen und der Talstation“, erklärt Salzmann. Die seilbahntechnischen Bauteile in diesem Bereich sind verstellbar ausgeführt.

 

Die Ziele des Bauprojektes 6SB Lumberjack Shuttle sind eine Verbesserung für Wiederholungsfahrer, Entzerrung der Situation an der Zwischenstation sowie eine Förderleistung von 2.600 Personen pro Stunde. Die Bahn ersetzt einen technisch veralteten Schlepplift.

Die Talstation des Lumberjack Shuttle liegt auf rutschigem Gelände.

Jennerbahn – alles nach Plan

Am Jenner in Berchtesgaden plant und begleitet SALZMANN mit der 10er-Einseilumlaufbahn Jennerbahn und beiden 6er-Sesselbahnen Jennerwiesenbahn und Mitterkaserbahn drei Projekte in einem Skigebiet (siehe SI 4 / 2017). Hier zeigen die Ingenieure, dass sie sich auch im deutschen Seilbahnrecht auskennen. Derzeit verzögern zwar die strengen Umweltvorschriften den Bau der Bergstationen Jennerbahn und Mitterkaserbahn, die Sesselbahnen und die Talstation der Umlaufbahn liegen jedoch gut in der Zeit. ts