DE
DE
EN

Der Spielplatz am Stockhorn ist einem Schiffswrack (im Hintergrund) und einem Vogelnest (im Vordergrund) nachempfunden. Fotos: Lukas Voegelin

Der Gipfelstürmer von Kukuk

Ein Spielplatz aus der Luft gegriffen

Die Stockhornbahn bei Thun hat eine finanzielle Berg- und Talfahrt hinter sich. Erst mit dem Umstieg vom Ski- auf den Erholungstourismus schrieb die Bahn wieder Gewinn. Ein wichtiger Baustein der postiven Entwicklung ist der Kinderspielplatz des Unternehmens KUKUK.

 

Überschuldung, Besitzerwechsel, vergebliche Investitionen in den Wintertourismus – die Stockhornbahn in der Nähe von Thun (Schweiz) hat finanziell eine lange Berg- und Talfahrt hinter sich. Erst nachdem der Skibetrieb eingestellt, der Betrieb der Seilbahn reduziert und das Restaurant ausgebaut wurde, machte das Unterfangen erstmals Gewinn.

 

Heute steht das Stockhorn für sanften Tourismus. Ein regionales Erholungsgebiet, das einzigartige Erlebnisse verspricht. Auf dem Stockhorn finden sich zahlreiche naturbelassene innovative Angebote, wie etwa das „Seehüttli“ mit Tischen, Bänken, einer Grillstelle und WCs oder mietbare Iglus im Winter. Der neueste Baustein ist der Spielplatz am Stockhorn – ein ganz besonderes Produkt der Firma KUKUK.

„Das Projekt Spielplatz am Stockhorn stand bereits seit einiger Zeit in der strategischen Planung der Stockhornbahn. Dies sensibilisierte mich und schärfte meine Wahrnehmung für Kinderspielplätze. Wo immer ich mich aufhielt, entdeckte ich einen – mal attraktiv, mal weniger attraktiv. Als ich den KUKUK-Spielplatz in Bodman (Ludwigshafen) entdeckte – es war sozusagen „Liebe auf den ersten Blick“ – war ich von Anfang an davon überzeugt, dass ich meinen Kunden für eine derartige individuelle Gestaltung begeistern kann“ erzählt Gudrun Kofler, die Marketing Beraterin der Stockhornbahn AG.

 

Die Firma KUKUK Schweiz und die Stockhornbahn AG feilten anschließend an der Idee eines Spielplatzes im Form eines Schiffs, das vom Hinterstockensee an Land gespült wurde.

Das Schiffswrack wirkt, als wäre es vom Hinterstockensee an den Strand gespült worden.

Der Spielplatz wächst aus dem Ort heraus

Die Firma KUKUK arbeitet immer konzeptionell und individuell. Klar ist der Wunsch, Spielplätze in die Topographie einzubetten. Auf dem Stockhorn war aber nicht absehbar: Wo kann man Fundamente setzen, wo sind diese aufgrund von felsigem, steinigem Untergrund nicht realisierbar? Dies alles machte einen genauen Entwurf vorab nicht möglich.

 

Was, wenn dann genau an der Stelle, wo eine Fundamentierung nötig ist, der Untergrund harter Fels ist? Hier bräuchte es Bohrmaschinen. Für ein kleines Projekt wie einen Spielplatz, wäre der Aufwand viel zu groß, die Maschinen auf den Berg zu bringen. Der Spielplatz musste daher aus dem Ort heraus wachsen. Es gab also nur die Idee.

Zwei Wochen Bauzeit

Fünf KUKUK-Kollegen wurden für den Bau des Spielplatzes eingeplant. Die Bauzeit war mit zwei Wochen großzügig kalkuliert, da nie klar war, ob das Wetter mitmacht, oder vielleicht doch Nebel, Gewitter oder andere Unwägbarkeiten ein Arbeiten unmöglich machen würden. Von der Mittelstation schleppten die Bauarbeiter ihre Werkzeuge die fünf Minuten Gehzeit zur Baustelle. Dort wurde zunächst das Areal abgesteckt. An langen Seilen wurde nach und nach das Material per Hubschrauber geliefert. Eine ungewöhnliche Art des Transportes.

Schiffwrack und Vogelnest

Nach und nach landeten 18 Flüge Holz, 12 Flüge Beton und 20 Flüge Rundkies am Ufer des Hinterstockensees. Dann konnte es losgehen. Zum Glück bot der Boden keine unvorhergesehenen Hindernisse. Und so wuchs bald ein bekletterbares Schiffswrack aus dem Boden, in das sich die Kinder zurückziehen oder sich darin verstecken können. Zudem können sie sich auf Seilen vom Schiff weghangeln und darauf balancieren.

 

Rechts davon entstand ein riesiges Vogelnest in das die Kinder klettern, sich wie ein kleiner Brutvogel verstecken und auf dem Rücken liegend die Wolken beobachten können Und wer genau hinschaut, entdeckt auch Spuren von Aquilino, dem Adlermaskottchen der Stockhornbahn. Zudem gibt es Wasserspielmöglichkeiten mit Wasserlauf und Wasserrinnen zum „Läbbern“ oder „Chosle“, wie man in Bern sagt.

 

Auch der Gartenbau ist aus der Hand von KUKUK. Nach nicht ganz zwei Wochen war der Spielplatz fertig. „Wie ein grosser, ausgeblichener Haufen Strandgut ragen die Baumstämme in den blauen Himmel“ schreibt die Berner Zeitung. Zusammen mit dem Rundwanderweg um den See, der – von zu großen Steinen befreit und eingeebnet – mit geländegängigen Rollstühlen und Kinderwagen befahren werden kann, bildet der Spielplatz nun ein neues, rundes Angebot für einen Familienausflug. Und der nächste Spielplatz an der Bergstation ist auch schon angedacht. Heike Denkinger (KUKUK)