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Der International Report on Snow & Mountain Tourism 2019 bestätigt: In Österreich fahren die modernsten Seilbahnen. Foto: Snow Space Salzburg

Die Seilbahnbranche Österreichs

Aus internationalem Blickwinkel

Wie die Wintersportbranche in Österreich funktioniert, wissen die heimischen Skigebiete wohl am besten. Trotzdem lohnt sich ein Blick von außen auf das Alpenland.

 

Die österreichischen Skigebiete haben laut dem International Report on Snow & Mountain Tourism 2019 nie aufgehört, sich zu verbessern. Mehr als sieben Milliarden Euro seit dem Jahr 2000 haben österreichische Betreiber in die modernste Aufzugsinfrastruktur der Branche investiert. „In den vergangenen 15 Jahren wurden 550 Seilbahnen errichtet.

 

Im Vergleich zu Standards anderer Länder sind die Aufstiegshilfen nahezu luxeriös, wie etwa die 8er-Sesselbahnen mit Sitzheizung, Wetterschutzhauben und Tiefgarage“, sagt Studienautor Laurent Vanat.

 

Er betont, dass die Nachhaltigkeit eines so hohen Niveaus von Investitionen nach wie vor schwer nachzuweisen ist, da mehr als 50 Prozent der Einnahmen mehrere Jahre in Folge reinvestiert werden. Die Branche deckt mittlerweile mehr als 60 Prozent der Pisten mit Beschneiung ab. Im Jahresdurchschnitt wurden dafür 130 Millionen Euro investiert.

Grafik: International Report on Snow & Mountain Tourism 2019

Skikultur und Hotellerie

Österreich hat eine starke Skikultur und bleibt das einzige Land, in dem Schulen noch regelmäßig Skiwochen veranstalten. Für den Betrachter gibt es eine hohe Individualität zwischen den Skigebieten und deren Geschäftsmodellen. Zudem ist Österreich europaweit das Land mit dem größten Hotelangebot und der niedrigsten Anzahl von Zweitwohnungen.

 

„Da sich die meisten Hotels in Familienbesitz befinden, verfolgen viele noch immer einen sehr konservativen Marketingansatz, profitieren aber von loyalen Stammgästen“, erläutert Vanat. Die Eigentümer würden regelmäßig investieren, Zimmer und Infrastruktur seien auf dem neuesten Stand.

 

„Das führt zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis der meisten Unterkünfte“, so Vanat, was nicht nur bei den einheimischen Gästen (zwölf Prozent der Übernachtungen), sondern auch beim deutschen und niederländischen Kundenstamm (47 bzw. zwölf Prozent) sehr gut ankommt. „In der Tat ist das Land ein großer Importeur von Skifahrern: Österreich ist das Land der Welt, das die meisten ausländischen Skifahrer begrüßt“, so Vanat.

 

 

Auch wenn die Zahl der traditionell deutschen Kunden seit mehr als zwanzig Jahren stagniert und man einen starken Rückgang bei den russischen Gästen nach dem Winter 2014 verzeichnen musste, würden österreichische Skigebiete nach wie vor von einer Zunahme ausländischer Gäste profitieren. „Die meisten Nationalitäten sind in Österreich auf dem Vormarsch – möglicherweise ein Wechsel aus der Schweiz wegen dem Aufstieg der Schweizer Währung“, mutmaßt Vanat. Inlandskunden bleiben dagegen stabil.

Österreich lag bei den Besucherzahlen vergangener Saisonen weltweit an der Spitze. Foto: Ski amadé

Gemeinsame Marken

Einige österreichische Resorts haben eine sehr starke Marktposition. Obwohl Skigebiete räumlich nicht miteinander verbunden sind, haben sie ihr Marketing gebündelt. Das führt zu neuen Dynamiken, wie Vanat betont: „Durch eine gemeinsame Marke lassen sich höhere Preise und stärkere Werbung durchsetzen!“

 

Aber auch die Anzahl der tatsächlich miteinander verbundenen Resorts wuchs in den vergangenen Jahren. „Der Wettlauf um Österreichs größtes zusammenhängendes Resort scheint offen zu sein!“, ist Vanat überzeugt. Im Westen des Landes dürfte Tirol das am dichtesten mit Skigebieten besiedelte Gebiet der Welt sein. Mit 79 Skigebieten und 480 Hauptseilbahnen verzeichnet Tirol 49 Prozent der österreichischen Skifahrerbesuche.

 

Große Skigebiete finden sich aber auch in Vorarlberg, Salzburg und Kärnten. Die kleineren Skigebiete in den östlichen Regionen werden von Gästen aus der Region Wien, sowie aus der Slowakei und Ungarn besucht – meist nur für Tagesausflüge.

Die Evolution der Skier Visits in Österreich. Grafik: International Report on Snow & Mountain Tourism 2019

Entwicklung der vergangenen Jahre

Mit einer jährlichen Steigerung von im Schnitt 2,25 Prozent seit Beginn des Jahrhunderts, ist die österreichische Wintersportbranche bis zur Rekordsaison 2008/09 kontinuierlich gewachsen. Dann begann die jährliche Besucherzahl zu sinken, wie bei anderen alpinen Destinationen. Trotz sehr guter Besucherzahlen in 2012/13 stagnierte die Situation anschließend auf niedrigerem Niveau, um langfristig bis zum Winter Winter 2015/16 um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu sinken.

 

Die Umkehr gelang in der Saison 2016/17 mit einem Plus von 4,4 Prozent, die durch den Winter 2017/18 mit einem weiteren Anstieg von 4,8 Prozent erneut bestätigt wurde. Aufgrund schlechterer Zahlen in Frankreich und den USA, belegte Österreich im vergangenen Winter 2017/18 sogar den ersten Platz weltweit.

Studie zum Download

Noch viele weitere Zahlen, Daten und Trends prägen nicht nur den österreichischen, sondern auch den weltweiten Skimarkt. Die Studie International Report on Snow & Mountain Tourism 2019 kann kostenlos heruntergeladen werden unter: www.vanat.ch/international-report-on-snow-mountain-tourism