Petřín-Seilbahn in Prag modernisiert

Seit der Eröffnung 1891 wurde die Petřín-Standseilbahn in der tschechischen Hauptstadt Prag mehrmals modernisiert, nun ist auch die aktuelle Revision abgeschlossen. Im Fokus standen zwei neue Fahrzeuge von CWA – entworfen durch die Designerin Anna Marešová.

Die Petřín-Standseilbahn in der tschechischen Hauptstadt Prag verbindet seit 1891 die Innenstadt von Prag mit dem Laurenziberg und befördert jährlich rund 2,5 Millionen Fahrgäste.

Am Berg befindet sich neben diversen Parkanlagen und historischen Gebäuden der Aussichtsturm Petřín der dem Pariser Eiffelturm nachempfunden ist.

Nach mehreren Modernisierungen in ihrer bewegten Geschichte wurde sie nun durch Doppelmayr/Garaventa umfassend erneuert: neue Fahrzeuge, neue Steuerung, neues Zugseil – und ein einzigartiges Design von Anna Maresova, das Tradition und Moderne vereint.

Ein integraler Bestandteil des Projekts war die umfassende Revision der Seilbahn, einschließlich der Rekonstruktion der gesamten Strecke und der Errichtung barrierefreier Zugänge.

© DPP – Václav Holič

© DPP – Petr Hejna

Das Design

Die Petřín-Seilbahn ist nach der Straßenbahn T3 bereits das zweite Projekt, das Marešová für die Prager Verkehrsbetriebe DPP realisieren darf. Die Designerin hat sich dazu in einem Wettbewerb durchgesetzt.

„Wir wollten, dass das neue Design auf die historische Tradition der Petřín-Seilbahn aufbaut und gleichzeitig den Passagieren maximalen Komfort in Verbindung mit neuesten Technologien bietet“, so die Designerin.

Ihr Ziel war es, eine nachhaltige, funktionale und zeitlose Ästhetik zu schaffen. „Wir haben uns für ein Design entschieden, das während der Fahrt einen maximalen Ausblick bietet und technologisch fortgeschritten ist. Wir glauben, dass es den Menschen gut dienen und sie mindestens weitere dreißig Jahre unterhalten wird“, ist Marešová überzeugt.

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Der Weg

Das Design entstand in enger Abstimmung mit dem Seilbahnhersteller DOPPELMAYR/GARAVENTA, der die Fahrzeuge mit der Tochterfirma CWA Constructions SA in rund elf Monaten realisieren hat.

Die einzige größere Änderung gegenüber dem ursprünglichen Entwurf besteht in der Ersetzung der Sitze im hinteren Abschnitt durch Lehnen aus technischen Gründen.

Gleichzeitig hat die Designerin in diesem Bereich Platz für das Begleitpersonal der Seilbahn vorgesehen. „Ich freue ich mich darüber, dass die Prager Verkehrsbetriebe DPP dieses Projekt umfassend angegangen haben. Die Seilbahn hat dies nach so vielen Jahren verdient“, bekräftigt Marešová.

© DPP – Petr Hejna

© DPP – Petr Hejna

Kurze Geschichte der Petřín-Standseilbahn

Die Petřín-Standseilbahn nahm ihren Betrieb am 25. Juli 1891 auf. Sie wurde ursprünglich mit einem Wasserballastsystem betrieben und im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1916 stillgelegt.

Die heutige, längere Strecke wurde 1932 mit elektrischem Antrieb, einer anderen Spurweite und völlig neuer technischer Ausstattung eröffnet und blieb auch während des Zweiten Weltkriegs in Betrieb.

Im Jahr 1965 musste der Betrieb aufgrund von Erdrutschen am Petřín-Hang und der dadurch verursachten Beschädigung der Gleisanlage eingestellt werden. Die Wiederherstellung der Strecke dauerte bis 1985; mit der Wiederinbetriebnahme wurde die Bahn in das reguläre öffentliche Verkehrsnetz integriert.

Im September 2024 wurden die Gleisanlage und der gesamte Petřín-Hang durch extreme Regenfälle beschädigt. Aufgrund der geplanten umfassenden Sanierung der Strecke und des Austauschs der Wagen wurde der Betrieb der Standseilbahn nicht wieder aufgenommen.

Technische Daten:

Petřín Seilbahn

Schräge Länge 509 m
Höhenunterschied 126 m
Stationen 3
Fahrzeuge 2
Maximale Steigung 269 ‰
Fahrgeschwindigkeit 4 m/s