RopeTwin: Die nächste Generation der Pendelbahn

Mit den Projekten Rodi–Tremorgio und Fidaz–Flimserstein zeigt Bartholet, was seine neue RopeTwin-Technologie unter unterschiedlichsten Bedingungen leisten kann.

Mit RopeTwin hat die Bartholet Ropeways AG eine neue Generation modularer Kleinpendelbahnen entwickelt, die speziell für anspruchsvolle topografische Verhältnisse und vielfältige Transportaufgaben konzipiert wurde.

Die Plattform kombiniert standardisierte Systemkomponenten mit hoher Flexibilität bei der Projektumsetzung und zielt auf einen wirtschaftlichen Betrieb über den gesamten Lebenszyklus der Anlage ab.

Charakteristisch sind die kompakte Bauweise, die hohe Servicefreundlichkeit sowie die Möglichkeit, Personen- und Materialtransporte innerhalb eines Systems effizient abzudecken.

Mit der Inbetriebnahme zweier Anlagen in der Schweiz – der modernisierten Pendelbahn Rodi–Tremorgio im Tessin und der neuen Milchseilbahn Fidaz–Flimserstein in Graubünden – steht die neue Systemplattform nun erstmals im praktischen Einsatz.

Obwohl beide Projekte unterschiedliche Anforderungen erfüllen, zeigen sie eindrücklich die Vielseitigkeit des RopeTwin-Konzepts.

Die modernisierte Pendelbahn Rodi–Tremorgio ist die erste erfolgreich in Betrieb genommene RopeTwin-Anlage.

Erste RopeTwin-Anlage erschließt den Lago Tremorgio

Die modernisierte Pendelbahn Rodi–Tremorgio markiert einen Meilenstein für Bartholet: Erstmals wurde eine RopeTwin-Anlage erfolgreich in Betrieb genommen.

Seit Juni 2026 verbindet die Bahn Rodi-Fiesso auf 940 Metern Höhe mit dem Lago Tremorgio auf 1.830 Metern und verkürzt die Fahrzeit auf rund fünf Minuten.

Im Rahmen der Modernisierung wurden die bestehenden Stationsgebäude weiter genutzt, während die gesamte seilbahntechnische Ausrüstung sowie die Steuerung vollständig ersetzt wurden.

Besonders prägend ist die neue Streckenführung: Die bisherigen zwei Fachwerkstützen wurden durch einen einzigen 42 Meter hohen Stahlrohrmast ersetzt.

Dadurch entstanden zwei nahezu gleich lange Spannfelder mit optimierten Seilverhältnissen und einem ruhigen Fahrverhalten.

Auch die Projektumsetzung stellte hohe Anforderungen. Da die Bergstation ausschließlich per Helikopter erreichbar war, mussten Logistik und Montage präzise geplant und aufeinander abgestimmt werden.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich anspruchsvolle Modernisierungsvorhaben mit einer standardisierten Systemplattform effizient realisieren lassen. Zum Einsatz kommen zwei Evo-Kabinen mit einer Kapazität von jeweils acht Personen.

Erstmals wurden bei diesem Bartholet-Projekt Fahrzeuge der Schwesterfirma Sigma eingesetzt. Dies verdeutlicht die Vorteile der HTI-Gruppenzugehörigkeit, die einen flexiblen Zugriff auf unterschiedliche Kabinentypen und Ausstattungsvarianten ermöglicht.

Milchseilbahn Fidaz–Flimserstein:

Die RopeTwin-Anlage wurde in erster Linie für die Alpbetriebe gebaut und bringt täglich bis zu 650 Liter Milch ins Tal.

Fidaz–Flimserstein: Multifunktional für Landwirtschaft und Tourismus

Wie flexibel sich RopeTwin an unterschiedliche Einsatzprofile anpassen lässt, zeigt auch die neue Milchseilbahn zwischen Fidaz und dem Flimserstein. Die Anlage wurde in erster Linie für die Versorgung der Alpbetriebe errichtet und transportiert täglich bis zu 650 Liter Milch ins Tal.

Darüber hinaus können Material und bei Bedarf auch Tiere befördert werden. Seit der Freigabe für den Betrieb steht die Bahn zusätzlich Wanderern und Ausflüglern zur Verfügung.

Über ein digitales Ticketsystem reservieren Fahrgäste einen Timeslot und nutzen die Anlage autonom. Damit entsteht eine Infrastruktur, die landwirtschaftliche Nutzung und touristischen Mehrwert miteinander verbindet.

Auch dieses Projekt erforderte außergewöhnliche bauliche Lösungen. Weder die Bergstation noch die Stützen waren auf konventionellem Weg erreichbar, weshalb wesentliche Montagearbeiten mit Helikoptern durchgeführt wurden.

Trotz dieser anspruchsvollen Rahmenbedingungen konnte die Anlage termingerecht realisiert und zur Alpsaison in Betrieb genommen werden.

Die Milchseilbahn steht auch Wanderern und Ausflüglern offen. Dank digitalem Ticketsystem und reserviertem Timeslot erfolgt die Fahrt autonom.

Modulares System für unterschiedlichste Anwendungen

Die beiden Projekte verdeutlichen die Bandbreite möglicher RopeTwin-Anwendungen. Während Rodi–Tremorgio eine touristische Erschließung modernisiert und gleichzeitig bestehende Infrastruktur intelligent weiter nutzt, erfüllt die Anlage am Flimserstein mehrere Funktionen gleichzeitig.

Beide Referenzen zeigen die zentralen Eigenschaften der neuen Plattform: eine modulare Architektur mit standardisierten Komponenten, kompakte Stationen, hohe Wartungsfreundlichkeit und flexible Fahrzeugkonzepte.

Durch das modulare und servicefreundliche Systemkonzept werden Wartungsarbeiten vereinfacht, Betriebskosten gesenkt sowie die Anlagenverfügbarkeit erhöht.

Die Projekte in Rodi und Flims zeigen, dass die Plattform unterschiedlichste Anforderungen mit einem einheitlichen technischen Konzept erfüllen kann und damit neue Möglichkeiten für den Bau moderner Kleinpendelbahnen eröffnet.