Urban Ready: Full Service für Seilbahnseile

Das Seil ist wohl eines der kritischsten Elemente einer urbanen Seilbahn. Deswegen muss nicht nur das Produkt an sich überzeugen, sondern auch Planung, Montage, Betrieb und Kontrolle – schlicht der ganze Lebenszyklus eines Seils. Der Seillieferant Teufelberger-Redaelli verfolgt deswegen einen Full-Service-Ansatz.

Teufelberger-Redaelli positioniert sich zunehmend als Full-Service-Provider in der urbanen Seilbahnbranche. „Wir sind mehr als ein Lieferant – wir sind ein verlässlicher Servicepartner für unsere Kunden“, betont Johannes Smetana, Head of Business Unit Cableways.

Konkret bedeutet das: Ein einziger Ansprechpartner bei Seilbahnprojekten statt vieler Schnittstellen, klare Verantwortlichkeiten, hohe Planungssicherheit, effiziente Abwicklung sowie einfache Koordination – und das über ein ganzes Seilleben hinweg.

Urbanes Seilbahnseil Solitec XD

Der Full-Service-Ansatz startet beim urbanen Seilbahnseil Solitec XD®. Mit einer verlängerten Lebensdauer auf Basis neuester Seiltechnologie erfüllt es die Anforderungen an den urbanen Betrieb mit vielen Betriebsstunden und hoher Verfügbarkeit der Anlagen.

Das Solitec® XD überzeugt mit deutlich weniger Drahtbrüchen im Vergleich zum Standardrundlitzenseil bei identer Anzahl der Biegewechsel. Demnach ist der Einsatz besonders bei anspruchsvollem Gebrauch mit hoher Tagesnutzungdauer vorteilhaft, wie sie bei urbanen Seilbahnen auftritt.

Eine Ersatzinvestition wird erst zu einem späteren Zeitpunkt notwendig. Zudem bietet das Seil zahlreiche weitere Vorteile, wie hohe Laufruhe und geringe Geräusche.

Solitec® XD kommt bei zahlreichen Anlagen zum Einsatz, vom städtetouristisch stark genutztem People Mover in Las Vegas über die hochfrequenten alpinen Anlagen in Ischgl und Oberstdorf bis zu Seilbahnen in Italien (Andalo, Canazei, Pordoi und San Martino).

Von der Projektierung über die Lieferung bis zur Montage übernimmt Teufelberger-Redaelli alle Arbeiten rund um die Neuanschaffung eines Solitec® XD Seils.

Vorteile Solitec® XD

  • Perfekt für urbane Seilbahnen
  • Längere Lebensdauer
  • Lärm- und vibrationsarm für
    maximalen Fahrkomfort
  • Optimierte Laufeigenschaften für sanften und gleichmäßigen Transport
  • Ausgezeichnete Stabilität der geometrischen Parameter durch innovative Seilkonstruktion
  • Geringes Dehnungsverhalten
  • Optimiert für große Dimensionen und hohe Geschwindigkeiten

Das Seil im Betrieb überwachen

Auch nach der Installation und Inbetriebsetzung bleibt Teufelberger-Redaelli an der Seite urbaner Seilbahnbetreiber. So überwacht das heuer auf dem Markt gebrachte „AIM-Tool“ das Seil in Echtzeit.

Das Werkzeug entspringt der Alliance for Intelligent Rope Monitoring (AIM), in der auch die KI-Softwareexperten von Raidyn und MRT-Messspezialisten ihr Know-how einbringen. Das All-in-one-Gerät vereint kamerabasierte Zustandsüberwachung, Magnetic Rope Testing (MRT) sowie Künstliche Intelligenz (KI) und erkennt Anomalien, Defekte und Korrosion des Seils frühzeitig.

Die Daten sind in Echtzeit und ortsunabhängig verfügbar. Die Allianzpartner eröffnen mit dem AIM-Tool völlig neue Möglichkeiten der Kombination von MRT und kamerabasierter Zustandsüberwachung. Sie erhöhen damit die Anlagenverfügbarkeit für die Betreiber, reduzieren Stillstandszeiten und ermöglichen eine vorausschauende Wartung.

Gegenwart:

Seilzustandsanzeige des AIM in Echtzeit.

Ununterbrochen live in Zermatt

Ein Blick in die Praxis: Zu Testzwecken wurde in Zermatt (Schweiz) das AIMTool an der kuppelbaren 4er-Sesselbahn Findeln mit einer Fahrgeschwindigkeit von 5 m/s installiert und mit dem Netzwerk des Betreibers verbunden.

Visuelle Analyse und MRT arbeiten gemeinsam. Die automatisierte Auswertung liefert kompakte Informationen über den Seilzustand. Das System läuft nun seit Monaten ununterbrochen.

Die fordernden Lichtverhältnisse vor Ort werden von den Kameras ausgeglichen; diese bieten eine sehr hohe Bildqualität. Die Synchronisation mit dem MRT-System verläuft reibungslos, und die automatisierte Berichterstattung liefert bereits prägnante Zusammenfassungen des Seilzustands, berichtet Fabian Imboden, Bereichsleiter Technik Nord bei den Zermatt Bergbahnen: „Das System hat das Potenzial, uns sehr viel Zeit zu sparen.“

Zukunft:

Wissensbasierte Lebensdauerprognose.

Rasch montiert in Zermatt

Ein wesentlicher Aspekt liegt in der Praktikabilität der Installation: Das System wurde während eines kurzen Zeitfensters montiert – am Abend nach Betriebsschluss und am folgenden Morgen vor der Wiedereröffnung.

Das Kamerasystem ist zudem physisch in die MRT-Einheit integriert, was einen kombinierten Inspektionsablauf in einem kompakten Aufbau ermöglicht.

Betrieblich hat sich die Installation als äußerst zuverlässig erwiesen – auch gegenüber Anlagenvibrationen. Die Hintergrundverarbeitung der Kamera arbeitet selbst dann robust, wenn sich bewegende Sessel, Fahrgäste und andere dynamische Elemente im Sichtfeld befinden.

Gleichzeitig isoliert das KI-Modell das Seil präzise und identifiziert kritische Stellen wie den Spleiß.

Das freut Fabian Imboden besonders: „Jetzt können wir den Seilzustand bequem vom Büro aus kontrollieren.“

Heute erkennt das Tool den aktuellen Zustand des Seils. Morgen sollen historische Inspektionsdaten und kontinuierlich erhobene Informationen zunehmend dazu beitragen, Entwicklungen des Seilzustands und die verbleibende Lebensdauer besser einzuschätzen.

„Dadurch wechseln wir die Rolle: Vom Prüfen eines Seils zum Verstehen seines gesamten Lebenszyklus“, betont Smetana.

Zukunft der Seilzustandsbewertung

Das AIM Tool erfuhr seinen Marktstart im Frühjahr auf der Messe Mountain Planet in Grenoble (Frankreich). Dort referierte Tommaso Tamarozzi, CEO des KI-Startups Raidyn, über KI-getriebene Überwachung und visuelle Fehlererkennung von Seilbahnseilen.

Viola Corsini, R&D-Spezialistin von Teufelberger-Redaelli, sprach wiederum über KI-Prognosen zu der Lebensdauer von Seilbahnseilen. Unter dem Begriff „Knowledge-Based Lifetime Estimation (K-BLE)“ erläuterte Corsini, wie aus Seilparametern, anlagenspezifischen Details und regelmäßigen MRT-Berichten ein Datensatz entsteht, auf dessen Basis Algorithmen maschinell lernen und am Ende die KI Prognosen zur Seillebensdauer erstellt: „AIM und K-BLE werden künftig zusammenarbeiten, um die verbleibende Lebensdauer eines Seilbahnseils zu berechnen,“ berichtet Corsini.

Dieses Konzept bietet eine Vielzahl an möglichen künftigen Entwicklungen. Durch die Aktualisierung des Modells mit neuen Daten entsteht ein regelmäßiger Austausch mit den Endnutzern (Prüfinstitutionen und Seilbahnen).

Das führt zu einem zunehmend repräsentativen Modell sowie zu Partnerschaften und Kooperationen.