Kärntner Saatbau: Saatgut clever wählen

Die Wiederbegrünung von Flächen im alpinen und subalpinen Raum stellt besonders hohe Ansprüche an die Saatgutmischung. Worauf muss man achten – besonders bei der Schlafsaat?

Die Lebensbedingungen für die Vegetation in alpinen und subalpinen Gebieten unterscheiden sich grundlegend von denen in tiefer gelegenen, agrarischen Flächen, wo humus- und nährstoffreiche Böden vorherrschen.

Im alpinen Gelände findet man jedoch humus- und nährstoffarme Böden. Neben der Saatgutmischung ist auch der Begrünungszeitpunkt sowie die Begrünungstechnik von entscheidender Bedeutung. Darauf weist Kärntner Saatbau hin.

Saatgutwahl

Durch die verschiedensten baulichen Eingriffe kommt es zu einer Zerstörung des gewachsenen Bodens. Die Folge sind feinerdearme, oft steinige Begrünungsunterlagen mit geringer Wasserspeicherkapazität und hoher Erosionsanfälligkeit.

Ebenso tragen die extremen Klimaverhältnisse in Hochlagen ihres dazu bei, dass eine Begrünung mit zunehmender Höhenlage immer schwieriger wird und die Anforderungen an das Saatgut immer höher werden.

Die ReNatura® Alpinmischungen von Kärntner Saatbau sind an die Standortbedingungen im alpinen Bereich angepasst:

  • kurze Vegetationszeit,
  • extreme Schwankungen der Wasserversorgung,
  • hohe Unterschiede in den Tagestemperaturen,
  • schlechtere Nährstoffversorgung,
  • lange andauernde, komprimierte Schneedecke,
  • allgemein niedrige Temperaturen,
  • geringe Humusauflage nach Erdarbeiten.

Durch die kurzen Vegetationszeiten können nur Pflanzen, die während dieser Zeit Samen tragen, den Begrünungserfolg sicherstellen. Nur sie können jedes Jahr das Samenpotenzial im Boden auffüllen.

Dieses Samenpotenzial ist notwendig, damit sich die Bestände immer wieder von selbst regenerieren. Ebenso dürfen die Pflanzen über den Winter nicht auswintern.

Aussaatzeitpunkt

Der richtig gewählte Aussaatzeitpunkt ist entscheidend für den Erfolg der Wiederbegrünung. Am sichersten gelingt die Begrünung, wenn unmittelbar nach Beendigung der Planierarbeiten eingesät wird.

Dies gilt natürlich nur unter der Voraussetzung, dass der Boden feucht genug ist. Jedes Hinauszögern führt zu einem Abtrag, der für die Begrünung so wichtigen Feinteile.

In der Praxis verschiebt sich der Begrünungszeitpunkt oft deutlich in Richtung Hochsommer bis Frühherbst. Speziell in höheren Lagen können die verbleibenden wenigen Vegetationswochen kein sicheres Anwachsen der Saat garantieren.

Es stellt sich daher die Frage, ob noch im Herbst begrünt werden soll, oder ob eine Begrünung im Frühjahr zielführender ist?

Schlafsaat

eignet sich hervorragend für Begrünungen in der alpinen Höhenstufe.

Schlafsaat: Eine alternative Begrünungsmethode in höheren Lagen

Bei der Schlafsaat erfolgt die Aussaat so spät in der Vegetationsperiode, dass die Keimung erst im darauffolgenden Frühjahr stattfindet. Das Saatgut wird kurz vor dem Einschneien im Herbst ausgebracht und „schläft“ sozusagen während der Winterzeit.

Sie eignet sich besonders gut zur Erstbegrünung und Nachsaat in der alpinen und subalpinen Höhenstufe.

Der Aussaatzeitpunkt muss so gewählt werden, dass es im Herbst zu keiner Keimung kommt. Je nach Höhenlage und Witterung ergibt sich eine Saatzeit von Anfang Oktober bis Ende November.

Die Schlafsaat soll nur in Seehöhen über 1.400 m bzw. in Lagen mit ausreichender Schneebedeckung zur Anwendung kommen.

Vorteile der Schlafsaat

  • Kein Zeitdruck bei der Ausführung von Baumaßnahmen.
  • Optimales Ausnutzen der Winterfeuchte im darauffolgenden Jahr.
  • Guter Bodenschluss des Saatgutes.
  • Kurze, kontrollierte Beweidung von tiefer gelegenen Flächen ist bereits am Ende des ersten Vegetationsjahres möglich.

Risiken der Schlafsaat

  • Ankeimen des Saatgutes bei extremem Warmwetter auch im Spätherbst, was zu Ausfällen über den Winter führt.
  • Speziell in Föhnlagen Verzicht auf Schlafsaat.
  • Bei exponierten und steilen Flächen sowie starker Schmelzwasserentwicklung ist mit Abschwemmungen zu rechnen, was zusätzliche Schutzmaßnahmen (Verwendung von Stroh, Heu) erfordert.

Die Schlafsaat stellt eine Alternative zur Herbst- bzw. Frühjahrsansaat dar. Sie sollte verwendet werden, wenn die verbleibende Vegetationszeit im Herbst kein sicheres Anwachsen der Saat garantiert.

Schlafsaaten sollten jedoch nur in Kombination mit standortgerechten Begrünungsmischungen durchgeführt werden.