
SI 5/26, Wartung & Service
Herbstzeit ist Erntezeit, doch was ist ein Zwetschgenknoten?
In der Welt der Spleißknoten gibt es doch mehr Typen und Namen, als man denkt. Der moderne Spleißknoten auf Umlaufbahnen ist offiziell ein „ineinandergelegter Kreuzknoten“, wurde jedoch zu Beginn von der Austria Draht als Erfinder (nach eigenen Angaben) auch „Patentknoten“ genannt.
Er ist so schlank, dass man darauf kuppeln kann und ungeübte Augen ihn leicht übersehen.
Professor Müller hat in den 1960er Jahren an der Uni Stuttgart sogar einen 7-litzigen Knoten erfunden, der sehr gute Lebensdauereigenschaften bietet, wegen seines Durchmessers für kuppelbare Fahrzeugklemmen aber eher ungeeignet ist.
Den „Müllerknoten“ kennen und beherrschen daher nur noch wenige Spleißer.
Von oben nach unten:
moderner ineinandergelegter Kreuzknoten, Müllerknoten und Zwetschgenknoten.

„Zwetschgenknoten“ ist lediglich ein bildlicher Kosename für den altbewährten Parallelknoten, der noch häufig an Skiliften und festgeklemmten Sesselbahnen zu finden ist.
Er bietet sehr gute Biegelebensdauern, ist durch seine Größe jedoch nicht für kuppelbare Klemmen geeignet.
Vor der Erfindung des Patentknotens mussten Spleißwächter in den Stationen verhindern, dass die zum Teil mit Schwerkraft funktionierenden Kuppelapparate versehentlich auf den dicken Knoten landeten.
Mit Dank an Seilermeister Peter Weiß, Flintsbach, für das Wort „Zwetschgenknoten.“