Stützen als Leinwand

Kunst statt Vandalismus bei der Seilbahn in Paris: Stützen von urbanen Seilbahnen laden naturgemäß dazu ein, mit Graffiti beschmiert zu werden. Um dem zuvorzukommen riefen die Verantwortlichen der Seilbahn Câble C1 bei Paris einen Kunstwettbewerb aus. Noch vor der Eröffnung der Seilbahn gestalteten fünf Street­art-Künstler die Fundamente von fünf exponierten Stützen.

Stützen tragen das Seil einer Seilbahn und verbinden so die Stationen eines Seilbahnsystems miteinander. Sie sind an strategischen Punkten der Strecke platziert, um zu verhindern, dass sich Seile überdehnen oder instabil werden.

Doch Seilbahnstützen haben nicht nur technische Funktionen. Sie entfalten auch soziales und räumliches Potential, wenn sie in Städten richtig eingesetzt werden. Ein Faktor ist dabei das Vermeiden von Vandalismus, konkret von wildem Graffiti.

Deswegen hat ­Île-de-France-Mobilités, verantwortlich für die Seilbahn Câble C1 bei ­Paris, fünf Streetart-Künstler damit beauftragt, die Betonfundamente von fünf besonders leicht zugänglichen Stützen zu gestalten.

Ein passendes Projekt für das Département Val-de-Marne, das für seine Street­art-Kultur bekannt ist.

Die Künstler wurden von einer Jury aus Vertretern des Bundeslandes, der Region, des Départements, der Städte Créteil und Villeneuve-Saint-Georges sowie der Pariser Feuerwehr ausgewählt und stachen aus rund dreißig Bewerbern hervor.

Sie entsprachen am besten den Wünschen der lokalen Behörden und Partnern, die direkt von der Umsetzung der Objekte betroffen sind.

Die Werke befinden sich in der Nähe von Departementstraßen, an Durchgangsorten, die von den Bewohnern (ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto) stark frequentiert werden.

Île-de-France Mobilités möchte damit die Dynamik des lokalen künstlerischen Pools fördern und Verbindungen zwischen Seilbahnnutzern, Anwohnern und wirtschaftlichen, kulturellen und institutionellen Akteuren knüpfen. Die fünf bemalten Stützen sind hier ein erster gelungener Schritt.