
SI Urban 2/2026, Stadt
190 Jahre Seilerfahrung für urbane Seilbahnen
Vierter Streich in acht Jahren
Wie hoch die Anforderungen an urbane Seilbahnen sind, zeigen aktuelle Projekte in der Karibik und Mittelamerika. In der Hauptstadt der Dominikanischen Republik entsteht derzeit die dritte Linie des Teleférico-Netzes von Santo Domingo.
Die sieben Kilometer lange Strecke mit sieben Stationen wird wie die bereits bestehenden Linien 1 (2018) und 2 (2023) vom französischen Seilbahnhersteller POMA realisiert.
Kurz darauf setzte POMA mit der Anlage in Santiago de los Caballeros neue technische Maßstäbe. Die Seilbahn „Santiago Line 1“ erreicht eine Fahrgeschwindigkeit von bis zu sieben Meter pro Sekunde.
Interview zum Thema
„Integration endet nicht mit der Bauphase“
David Albornoz, Direktor von POMA in der Dominikanischen Republik, gibt Einblicke in den Betrieb in Santo Domingo – und erläutert, wie Technologie und Wartung für zuverlässige und komfortable Fahrten sorgen.
PERFORMA für höchste urbane Ansprüche
Auch die neue Linie in Santo Domingo wird während Spitzenzeiten mit dieser Geschwindigkeit betrieben. Sie erweitert das bestehende Netz nach Südwesten und übertrifft die bisherigen Linien nicht nur hinsichtlich ihrer Streckenlänge (vier bzw. fünf Kilometer, je vier Stationen):
Denn für den Betrieb der knapp 300 Gondeln kommen zwei PERFORMA-Förderseile von FATZER mit einem Durchmesser von 60 Millimetern und einer Länge von jeweils 3.400 Metern zum Einsatz, die darauf ausgelegt sind, die Anforderungen urbaner Hochleistungsanlagen zu erfüllen.
Santiago Linea 1

Spleißmethode für urbanes Umfeld
Der Beitrag von FATZER beschränkt sich dabei nicht allein auf die Lieferung der Förderseile. Bei der Auflage des Seils in Santo Domingo überzeugt darüber hinaus die Spleißlösung TRUsplice ES.
Die von FATZER entwickelte, weltweit inzwischen rund 100-mal angewandte Engineering-Lösung vereinfacht das Spleißen (also das Verbinden beider Seil-Enden zu einer Schlaufe), ohne an Qualität einzubüßen. Sie reduziert die Spleißlänge um bis zu einem Drittel.
Bei einem 60 Millimeter starken Seil bedeutet dies eine geringere Länge von fast 30 Metern, werden doch anstatt 72 lediglich knapp 44 Meter benötigt.
Gerade im urbanen Gebiet, wo Raum beschränkt ist, bringt das Vorteile: sowohl hinsichtlich des Ausmaßes der Spleißbrücke als auch hinsichtlich der tieferen Kosten und des Zeitgewinns.
Nicht zuletzt ist rund ein Drittel weniger Hilfspersonal nötig – so lässt sich der Spleiß in Santo Domingo mit 14 Hilfspersonen anstelle von 23 umsetzen.
FATZER Spleißbrücke

Kilometerlange Seile
Während Santo Domingo sein urbanes Seilbahnnetz erweitert, entsteht in San Salvador die erste Anlage ihrer Art. Es verbindet Wohnviertel, die Universität, das Verwaltungszentrum und die Innenstadt und ergänzt das bestehende Metro- und Busangebot.
Auch hier bilden zwei PERFORMA-Förderseile mit 60 Millimetern Durchmesser das Herzstück der Anlage. Mit je 3.700 Metern Länge beträgt der Lieferumfang an FATZER-Seilen in beiden Ländern knapp 34 Kilometer, davon gut 23 Kilometer PERFORMA.
Geplante Seilbahn in San Salvador

Faktoren für Leistungsfähigkeit
Betriebszeiten und kurze Wartungsfenster verlangen nach Komponenten, die auch unter sehr starker Belastung zuverlässig arbeiten. Gleichzeitig müssen die Seile in dicht besiedelten Gebieten möglichst laufruhig sein und Vibrationen minimieren.
Für Betreiber und Hersteller sind Produkte und Services deshalb weit mehr als eine technische Komponente. Sie beeinflussen Verfügbarkeit, Wartungsaufwand und Lebensdauer einer Anlage.
Gerade bei urbanen Seilbahnen, die täglich Tausende Menschen befördern, werden sie damit zu einem entscheidenden Faktor für die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems.
„Integration endet nicht mit der Bauphase“